HELENE vs . xxx

Ebenso kraftvoll wie Helene Fischer die Töne ins Mikrofon trällert, habe ich mich jahrelang gegen ihre Musik gewehrt. Und damit nicht nur gegen sie sondern auch gg meinen Mann, einen bekennenden Fan. Der Höhepunkt war ebenso gefordert wie erreicht, als kein Mensch an ihrem „Atemlos“ Ohrwurm vorbeikam. Und nun bei den ersten Sonnenstrahlen und dem […]

Zitat am Montag

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Von Franz Kafka:

„Ich glaube, man sollte überhaupt nur noch solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.“

Liebe Grüße eure Nadin

Zwischen den Jahren …

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Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende.

Die Ranzen sind nach dem üppigen Festmahl vollgeschlagen und der Schein in den Augen nach den besinnlichen Stunden an den Festtagen hält noch ein paar Stunden an.

Manch einer von uns genießt die Urlaubstage bei dem frühlingshaften Wetter , andere müssen oder wollen gar arbeiten.
So unterschiedlich wir diese letzten Tage des Jahres auch begehen, ist ihnen allen doch eines gemeinsam : es sind die letzten Tage eines fast vergangenen Jahres 2015.

Manch einer mag auf die Vorsätze blicken, die er in der letzten Jahreswechselnacht unter dem Leuchten der Raketen beschlossen hat und ein Resume starten; beurteilen, wo er mit ihnen heute steht.
All jene, die grundsätzlich keine Vorsätze fassen, ertappen sich dennoch in diesen letzten Tagen bei ihrem ganz eigenen Jahresrückblick.
Die Höhen und Tiefen der vergangenen 12 Monate, die zurückblickend wie im Flug vergangen sind. 
Mit zunehmendem Alter stellen wir fest, dass die Jahre von Jahr zu Jahr schneller fliegen und ertappen uns bei dem Gedanken, dass wir doch gerade erst über 2014 nachgedacht haben…

Gestern abend zum Einschlafen habe ich einen Podcast gehört, in dem es um den Begriff der „Zeit“ und ihre Flüchtigkeit ging.
Und „Ja, ich gebe es zu“ : Ich bin bei der Übertragung aus einem Hörsaal eingeschlafen.
Das ist aber kein Grund zur Traurigkeit, immerhin ist dies doch die allabendliche Absicht, wenn ich mit dem Stöpsel im Ohr im Bett einem Podcast lausche…

Aber zurück zur Antike, ein bisschen was ist vor dem Einschlafen doch hängengeblieben: die Antike, die Zeit und der Moment.
Und „Kairos“, der in diesem Dreigestirn natürlich auf keinen Fall fehlen darf.
Kairos, der Gott der günstigen Gelegengeit, also des richtigen Moments, das Pendant zu Chronos,  dem Gott der Zeit.

Dargestellt wird der Jüngling mit Flügeln an den Füßen,  um uns zu zeigen, wie flüchtig so ein Augenblick ist.
Sein Kopf ist kahl im Nacken während ein voller Haarschopf die Stirn bedeckt.
Wer von uns kennt ihn nicht, diesen Ausspruch : „Die Gelegenheit beim Schopfe packen“…und wie oft haben wir versucht ihn zu greifen und statt der Locke die kahle Stelle am Kopf erwischt, die unbarmherzig vor der Vergänglichkeit eines Augenblicks warnt …

Am Ende eines Jahres mögen wir uns daher häufig über Vergangenes Gedanken machen.
Ist es doch wahrlich so, dass sich meistens erst in der Reflektion über Vergangenes zeigt, ob wir in der einen oder anderen Situation den richtigen Moment erwischt haben oder DEN Augenblick tatenlos vorbeiziehen ließen.
Dann kommt er vielleicht dieser „wenn -dann-hätte….“ Gedanke, der ebenso nervenaufreibend wie unnötig und müßig ist.
Lernen wir doch von kleinauf zu verstehen, dass kein Mensch die Uhr je zurückdrehen kann…auch wenn es der eine oder andere hin und wieder versucht.
Selbst Kairos warnte in einem Gedicht von Poseidippos : “ Wenn ich einmal weggeflogen bin, wird mich keiner von Hinten ergreifen, so sehr er sich auch bemüht!“

Ich selbst Blicke auf ein aufregendes Jahr 2015 zurück, in dem Kairos mir und meiner Familie wohlgesonnen erschien. Ich möchte mich bei euch allen bedanken, die mir halfen, den einen oder anderen Augenblick rechtzeitig zu sehen.

Ich wünsche uns und euch allen von Herzen für 2016 die notwendige innere Ruhe und Aufmerksamkeit, um den richtigen Moment, den günstigen Augenblick zu sehen und das kleine Quentchen Glück, das es manchmal braucht, um ihn auch wirklich zu ergreifen.

Alles Liebe und Gute für das Jahr 2016, Eure Nadin

Zwischen den Zeilen lesen

20150824_074349Immer dann, wenn die Worte die wir selbst einmal aufgeschrieben haben uns plötzlich wirr und zusammenhanglos erscheinen, fangen wir an zwischen den eigenen Zeilen zu lesen. Ich habe nicht geglaubt, dass es sowas wirklich gibt… aber es passiert tatsächlich, und das nicht mal so selten.

Irgendwo war er doch, der Gedanke, der uns antrieb das Alles aufzuschreiben. Eine Botschaft in uns, die wir versuchten zu bannen.

Vielleicht kam der zu schnelle Gedanke zu schnell für die, den Kugelschreiber haltende Hand?

Vielleicht war er aber auch noch gar nicht zu Ende gedacht und das nun entstandenene Wirrwarr auf dem Blatt, nur der Zeuge von den vielen rastlosen Gedankensprüngen in unserem Kopf?

Wenn wir dann beim Schreiben meinen, etwas gut Gelungenes festgehalten zu haben und uns dann stolz die Leseprobe laut selbst präsentieren, straucheln wir nicht nur über die fehlenden notwendigen Satzglieder im Text. Nichts ist mehr da, von der Idee die uns ursprünglich trieb, obwohl die massenhaften Wörter auf dem weißen Papier etwas anderes suggerieren.

Dann versuchen wir uns vielleicht mit etwas Abstand dem Text erneut zu nähern und blenden das eigene anhaltende Kopfschütteln über dieses Ergebnis mutig aus…

Früher landeten solche Ergüsse regelmäßig im Mülleimer. Wenn gar nichts mehr zu retten ist, tut es der ein oder andere heute auch. Immer dann wenn ich mich auf die Spurensuche begeben habe – auf die Suche, Indianer Jones gleich- nach dem ursprünglichen Gedanken darin.

Ein Gedanke, der sich manchmal zwischen den Zeilen wieder zeigt. Manchmal schwach, nur kurz – den ich dann aber fasse. Ihn krampfhaft halte, versuche ihn nicht mehr zu verlieren und mit neuen Worten ein weiteres Mal zu bannen.

Manchmal gelingt dieses Kunststück – aber manchmal eben auch nicht.

Dann fühle ich mich in die Deutschstunden meiner Jugendtage zurückversetzt, zurück zu den immer wieder aufgetretenen dringenden Fragen : „Was will uns der Autor denn damit sagen?“

Um die Erkenntnis von heute reicher geworden,bin ich mir fast sicher, dass ich damals nicht immer verkehrt lag, wenn ich manchmal dunkel ahnte : „Das wußte der Schreiberling vielleicht selbst manchmal nicht mehr!“