Artisten

Artisten Es geht darum, mit der Sprache zu jonglieren. Ihrer Herr zu werden und gleichzeitig mit ihr zusammenzuarbeiten. Mit den Worten Bilder zu malen, die in unserem Geist längst existieren, und die wir versuchen auf dem Blatt mit Silben, Worten und Sätzen nachzustellen. Je nachdem, wie gut uns dies gelingt, so zufrieden sind wir am […]

HELENE vs . xxx

Ebenso kraftvoll wie Helene Fischer die Töne ins Mikrofon trällert, habe ich mich jahrelang gegen ihre Musik gewehrt. Und damit nicht nur gegen sie sondern auch gg meinen Mann, einen bekennenden Fan. Der Höhepunkt war ebenso gefordert wie erreicht, als kein Mensch an ihrem „Atemlos“ Ohrwurm vorbeikam. Und nun bei den ersten Sonnenstrahlen und dem […]

Wortlos

Geschichte des Tages für das Autorennetzwerk auf fb Nadin Brunkau WORTLOS Sie sah ihn an. Er sah sie an. Es war diese Art von Schweigen, das so viel mehr sagte, als Worte je könnten. Ihre Augen erzählten ihm eine Geschichte, der er schweigend mit seinem ganzen Körper lauschte. Er hörte sie. Er fühlte es, jedes […]

Spätsomma

Die Ferienzeit neigt sich dem Ende, ebenso wie der Sommer, auf den wir das ganze Jahr gewartet haben. Er macht in diesen Tagen einem Spätsommer alle Ehre und nach meinem überstandenen 40. Geburtstag befinde auch ich mich, gefühlt kurz vor dem Klimakterium, mitten drin im „Altweibersommer“. ;)😂

 Tatsächlich hat die Welt sich nach dem Tag X nicht aufgehört zu drehen. NEIN, vielmehr scheint sie noch an Geschwindigkeit zugenommen zu haben, bei all meinen Projekten die nun endlich auf Erfüllung drängen. Die Frankfurter Buchmesse rückt Tag für Tag näher und das White Board ist überfüllt mit „dringenden “ Dingen.  Der Vorsatz mit diesem Office-Monstrum weg von den 1000 Zetteln  hin zu etwas Ordnung zu kommen, weicht nach und nach mit den zusätzlich angefertigten handschriftlichen Notizen. Doch es hilft kein Jammern, nur abarbeiten, doch heute Morgen , jetzt um kurz nach vier, denke ich an euch und meinen blog. So sende ich euch dieses Lebenszeichen aus diesem Sommer, aus diesen Tagen, in denen auch die Ferien zur Neigen  gehen. Bald hat uns der Alltag wieder voll im Griff und für die Kurzen beginnt die Schule wieder. 

Gestern abend habe ich zum einschlafen einen Podest gehört über die Wandlung der deutschen Sprache unter dem Einfluss der Migration. Tatsächlich war es so interessant, dass an ein Einschlafen nicht zu denken war. Als Mutter von drei Jungs fühlte ich mich verstanden, bekräftigt, bestätigt bei meiner Wahrnehmung, dass das Schwinden der deutschen Grammatikfälle kein Einzelphänom in unserem Haushalt ist. Genitiv und Dativ weichen scheinbar widerstandslos dem Akkusativ und die Zauberwörtchen der Präpositionen entern das Schiff der Muttersprache. Da gibt es nur noch „Schuhe von Moritz“ (anstatt Moritz‘ Schuhe), „das Haus vom / von Nachbar“ ( anst. D.H.des Nachbarn) und „ich mach Schule “ ersetzt die Hausaufgaben.

Überhaupt „machen“ wir unheimlich vielen unserem Haus : “ vom Abwasch, über den Fernseh an, das Essen bis hin zum Zimmer“ . Verschwunden sind die vielen Verben, Tunwörter, deren Deklination die Grundschüler hin und wieder an ihre Grenzen bringt, wenn wir nicht mehr „abwaschen, einschalten, Essen kochen oder aufräumen“.

Doch auch ich habe heute schon „gemacht“ und zwar entschieden, dass ich die anderen Projekte später mache, gleich nach dem Blog und dem googeln, was  diese Spätsommertage zum Altweibersommer macht. Und nein,  es ist nicht der Reigen all jener, die in diesen Sommermonaten älter geworden sind. Vielmehr stammt der Ausdruck irgendwann aus dem 19. Jahrhundert als die Sprache noch unverroht war.  So leitet sich der Ausdruck von den Spinnenfäden her, mit denen junge Baldachinspinnen im Herbst durch die Lüfte segeln. Ihr Flugfaden erinnerte die Menschen an das graue Haar alter Frauen und mit „weiben“ wurde im althochdeutschen das Knüpfen von Spinnenweben bezeichnet.

Lt. Wikipedia legt eine andere Erklärung das Motiv der zweiten  Jugend bei Frauen nahe, die als unzeitig und nur für kurze Zeit andauernd angesehen war. Also ich tendiere zu dieser zweiten Variante, da ich es mit Spinnengetier nicht so sehr habe. Zumal es mich jetzt schon kribbelt wenn ich an den Volksglauben denke, wonach es von einer baldigen Hochzeit kündet, wenn sich solch ein Spinnenfaden im Haar eines Mädchens verfängt…

In diesem Sinne wünsche ich euch noch viel Sonne und wenn es doch einmal regnet, einen Regenbogen. 

“ Ein Hoch auf den Somma, macht euch ne schöne Zeit. Macht Erholung und tut das mal so richtig genießen! “ ;):)

Eure Nadin

Hesse vs. Eminem

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Wie entspannend ist es heute Morgen endlich einmal wieder zu schreiben nach  mehr als zwei Wochen Abstinenz. Tatsächlich habe ich gar nichts getan, was mit meinem Hobby oder der Leidenschaft dafür einhergeht. Ein wenig hat es sich angefühlt wie amputiert, verkrüppelt,  unfertig, als ob EIN nicht unerheblicher Teil fehlt.

In den wenigen freien Minuten habe ich sehnsüchtig den „Demian“ von H.Hesse noch einmal gelesen. Ich tue das gern, wenn für alles die Zeit oder Muse fehlt; dann nehme ich sie hin und wieder aus dem Bücherregal.  Sie, das sind die sogenannten Klassiker, die ich bereits mehr als einmal gelesen habe. Deren Geschichte mir längst so vertraut ist, dass sie mir keine Überraschungen mehr verspricht. Ich lese dann „nur“ um mich an den Worten, den Sätzen und der Sprache zu erfreuen. Nicht selten verharre ich nach einem Absatz,  und zu neudeutsch würde ein „wow“ durch meinen Kopf hallen, wenn er nicht so sprachlos und gänzlich leer wäre. (Was nebenbei gesagt gar keine schlechte Voraussetzung zum Lesen ist.)

Ich tauche dann ein in die Sprache des Autors. Jetzt ausgesprochen oder aufgeschrieben klingt es fast schwülstig, doch es trifft den Nagel auf den Kopf. Es ist in diesem Fall tatsächlich so,  dass mich weniger die bekannte Handlung als der Erzählstil durch die Geschichte trägt. Vielleicht bin in gar ein „Wort-Fetischist“:
Ein „Sätze-Liebhaber“, der sich an dem geschriebenen Wort ergötzt. An  der Macht und Magie, die sie haben können, wenn sie Bilder in unserem Kopf malen und unser Herz mitfühlen lassen.

Daneben habe ich in den  letzten Jahren auch so viele Bücher gelesen, die mit vergleichsweise „einfacher Sprache “ die Handlung absolut spannungsbogengetreu vorantreiben. Und doch habe ich für mich gemerkt, dass ich angefangen habe flüchtiger zu lesen. Das Querlesen der Seite reichte gar bei manchen Büchern aus, um den Inhalt der kurzen Sätze zu erfassen.

Ich sage das wirklich ohne Wertung, das ist ganz wichtig!
Denn Literatur ist ähnlich wie alle anderen Künste, Musik und Malerei eingenommen, ganz einfach und schlichtweg: Geschmackssache.

Gehen Sie doch einmal mit vier verschiedenen Menschen in die Kunsthalle und mindestens drei von ihnen bleiben jeder vor einem anderen Bild stehen. Manch einer mag die abstrakte Darstellung,  die ihm viel Spielraum für die eigene Phantasie lässt, wohingegen ein anderer mit offenstehendem Mund vor einem einer Fotografie gleichenden Stilleben innehält. Er bewundert die feinsten Farbnuancen, die minimalen Abstufungen und das Spiel vonLicht und Schatten…

So ist und bleibt die „Literatur“, nicht umsonst im Lexikon als „Kunstform“ bezeichnet, auch immer verbunden mit dem altbekannten Ausspruch: „Kunst liegt im Auge des Betrachters“, oder in unserem Fall: im Auge und Herzen des Lesers .
Die Leser, die so zahlreich und verschieden wie wir Autoren selbst sind; ein Umstand, an dem wir uns erfreuen sollten.
Ein Dürer würde nie malen wie ein Picasso und aus einem Rembrandt wird auch kein van Gogh mehr. Und doch hat ein jeder von ihnen seinen eigenen Platz in der Kunstgeschichte gefunden, deren Vielfältigkeit nur zu bewundern ist.
Ob wir als Schreiberling nun eher zu der einen oder anderen Epoche, Stilrichtung gehören liegt wohl einzig in unserer Natur. Also versuchen wir uns nicht zu verbiegen oder unseren Stil zu ändern, ist er doch das, was unseren Wiedererkennungswert ausmacht.
Wie irritiert wären wir, wenn aus Whitney Houstons Mund Tracy Chapmans Töne kämen oder aus einem Pavarotti plötzlich ein Eminem wird.

In diesem Sinne, ein Hoch auf die Vielfältigkeit der Literatur und schön, dass es jeden einzelnen von euch gibt!

Danke, Herr Gutenberg

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Das fertige Buch in den Händen zu halten ist der Lohn für diese,  unsere Mühe.
Für die sich überschlagenden Gedanken im Kopf,  die endlosen Arbeitsstunden, den Kämpfen mit unserem inneren Schweinehund und den nagenden Selbstzweifeln in den schlaflosen Nächten des Autoren-Daseins.

Fast möchten wir Herrn Gutenberg nach all diesen Jahren für seine Erfindung des Buchdrucks  nachträglich noch einmal danken und ihn umarmen.
Und zwar immer dann, wenn das Paket mit den ersten gedruckten Exemplaren von einem Postboten gebracht wird, der gar nicht versteht, warum wir ihn so freudestrahlend begrüßen und ihm zum Abschied „den besten Tag seines Lebens“ wünschen.

Vergleichbar mit der Aufregung zur Bescherung als Kind an Weihnachten packen wir aufgeregt und vorsichtig zugleich das Paket sofort aus.
Wir bewundern den mehrfachen Einschlag in schützendes Seidenpapier und die zusätzlich Schutz gebende Luftpolsterfolie.
Ganz offensichtlich ahnte die Druckerei beim Verpacken wie wertvoll dieses Baby für uns Empfänger doch ist.

Dann halten wir es in den Händen.
Stolz, unser erstes eigenes gedrucktes Buch.

Die erste Seite ziert unser Cover.
Vielleicht schweißtreibend selbst entworfen oder extra und ausschließlich für uns von einem Profi in Feinarbeit erstellt.
Unser Buchcover, ein Gesicht das uns anlächelt und beinahe gratulierend auf unsere Schultern klopft in diesem so persönlichen Moment.

Die Seiten fassen sich wunderbar glatt an, während wir oberflächlich den Druck prüfen, gleich nachdem die nach oben gestiegenen Freudentränen den Blick auf unser Endprodukt ungetrübt freigeben.

Die Worte, so gebündelt, gleichmäßig gedruckt, lassen nicht mehr erahnen wie unsortiert, sprunghaft oder manchmal verzweifelt hadernd, sie auf dem handschriftlichen Manuskript gestanden hatten.

Sie sind fertig.
Die Worte, die Gedanken, die Sätze.
Zu Ende gebracht und auf das weiße reine Papier gebannt.
Sie leuchten uns entgegen, gebündelt  und gebunden, ehe wir sie hinaustragen mit der Veröffentlichung in die große weite Welt.
Unser persönlichstes Geschenk damit zur Diskussion stellen und freigeben.
Es prüfen lassen von der Schar der Leser, um zu sehen, wie es auf sie wirkt und ob wir sie mit unseren Worten tatsächlich erreichen.

Wenn dann, nach der Veröffentlichung des Buches die erste Rezension kommt, beginnt das Spiel von neuem.
Ein aufgeregter Klick auf die vergebenen Sterne. Mit einer Mischung aus Neugier lesen zu wollen und einer ungewissen Anspannung vor dem, was kommen möge, öffnen wir die meinungsoffenbahrende Beurteilung.
Wir lesen gebannt, was die ersten Leser über unser Werk denken und realisieren in diesem Moment beinahe überrascht, dass wir es tatsächlich wahr gemacht haben und unsere Worte und Gedanken, für jedermann lesbar und zugänglich ein kleiner Teil dieses großen Literaturkosmos geworden sind.

Der wortlose Abschied vom Abschied

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Fast ist es ein wenig wie sich vor dem Abschied drücken. Den Zeitpunkt des Aufbruchs und des „Adieu“-Sagens immer wieder aufzuschieben.

So oft hatte ich heute Morgen schon den Block mit der Überschrift „Teil 3“ in der Hand. Lange darauf geschaut und mich dann doch für etwas Anderes entschieden.
Es ist bald so, als käme ich an das Finale für mein Manuskript nicht heran. Was nicht daran liegt, dass ich nicht wüsste, wie es weitergehen soll.
Dieser letzte Teil so glaube ich, ist wohl der einzige Teil von dem ich schon im Vorfeld weiß,  was geschehen soll und wie das Ende aussieht.
An die anderen beiden,  die bisher noch ein gemeinsamer Teil 1 sind , bin ich eher improvisierend  ans Werk gegangen. Bis auf eine grobe Richtung im Kopf, wohin die Reise der Protagonisten gehen soll, habe ich ihnen viel Freiraum gelassen um sich zu entwickeln. Sie hin und wieder eingefangen, wenn ich das Gefühl hatte es geht mit ihnen durch. Sie dann auf die „Bank der Ruhe“ gesetzt und die „Bühne“ mit jemand anderem gefüllt, bis ich wusste, wie es mit ihnen weitergeht.

Nun liegt es an mir, ihnen ein Ende zuzuschreiben. Ihre Entwicklung an diesem Punkt zu unterbrechen und zu manifestieren.
Vielleicht ist das auch einer der Gründe,  weshalb es so viele Fortsetzungsromane gibt: weil der Autor sich von seinen Figuren einfach nicht trennen kann oder will.
Vielleicht sollte ich mein Ende auch offen gestalten, und ihnen und mir damit die Möglichkeit geben, weiter zu gehen und an sich zu arbeiten.
Allerdings bin ich mir noch nicht ganz sicher,  ob das zum Verlauf der bisher 80.000 Worte passt oder ein „richtiges “ Ende unausweichlich, da realistischer erscheint.

Womöglich ist das auch der Grund, weshalb ich so um den Block herumschleiche. 
Es verbindet sich die Angst vor dem Abschied mit jener Angst, den acht Personen das für sie passende Ende zuzuweisen.
Mich hier jetzt nicht zu irren, ihnen in ihrer Entwicklung treu zu bleiben, und mich dabei ganz langsam aber sicher persönlich von ihnen zu entfernen.