Sommer

Es ist Sommer  Die Menschen strömen bei den heißen Temperaturen mal in den Schatten, mal in den Abkühlung versprechenden See. Wir laben die aufgeheizten Körper in den kühlen Fluten, unabhängig davon, ob sie salzig sind, Wellen  bringen oder süßwassergleich den Himmel spiegeln. Es ist Sommer und damit jene Jahreszeit, die uns dazu bringt oder zwingt, […]

Spätsomma

Die Ferienzeit neigt sich dem Ende, ebenso wie der Sommer, auf den wir das ganze Jahr gewartet haben. Er macht in diesen Tagen einem Spätsommer alle Ehre und nach meinem überstandenen 40. Geburtstag befinde auch ich mich, gefühlt kurz vor dem Klimakterium, mitten drin im „Altweibersommer“. ;)😂

 Tatsächlich hat die Welt sich nach dem Tag X nicht aufgehört zu drehen. NEIN, vielmehr scheint sie noch an Geschwindigkeit zugenommen zu haben, bei all meinen Projekten die nun endlich auf Erfüllung drängen. Die Frankfurter Buchmesse rückt Tag für Tag näher und das White Board ist überfüllt mit „dringenden “ Dingen.  Der Vorsatz mit diesem Office-Monstrum weg von den 1000 Zetteln  hin zu etwas Ordnung zu kommen, weicht nach und nach mit den zusätzlich angefertigten handschriftlichen Notizen. Doch es hilft kein Jammern, nur abarbeiten, doch heute Morgen , jetzt um kurz nach vier, denke ich an euch und meinen blog. So sende ich euch dieses Lebenszeichen aus diesem Sommer, aus diesen Tagen, in denen auch die Ferien zur Neigen  gehen. Bald hat uns der Alltag wieder voll im Griff und für die Kurzen beginnt die Schule wieder. 

Gestern abend habe ich zum einschlafen einen Podest gehört über die Wandlung der deutschen Sprache unter dem Einfluss der Migration. Tatsächlich war es so interessant, dass an ein Einschlafen nicht zu denken war. Als Mutter von drei Jungs fühlte ich mich verstanden, bekräftigt, bestätigt bei meiner Wahrnehmung, dass das Schwinden der deutschen Grammatikfälle kein Einzelphänom in unserem Haushalt ist. Genitiv und Dativ weichen scheinbar widerstandslos dem Akkusativ und die Zauberwörtchen der Präpositionen entern das Schiff der Muttersprache. Da gibt es nur noch „Schuhe von Moritz“ (anstatt Moritz‘ Schuhe), „das Haus vom / von Nachbar“ ( anst. D.H.des Nachbarn) und „ich mach Schule “ ersetzt die Hausaufgaben.

Überhaupt „machen“ wir unheimlich vielen unserem Haus : “ vom Abwasch, über den Fernseh an, das Essen bis hin zum Zimmer“ . Verschwunden sind die vielen Verben, Tunwörter, deren Deklination die Grundschüler hin und wieder an ihre Grenzen bringt, wenn wir nicht mehr „abwaschen, einschalten, Essen kochen oder aufräumen“.

Doch auch ich habe heute schon „gemacht“ und zwar entschieden, dass ich die anderen Projekte später mache, gleich nach dem Blog und dem googeln, was  diese Spätsommertage zum Altweibersommer macht. Und nein,  es ist nicht der Reigen all jener, die in diesen Sommermonaten älter geworden sind. Vielmehr stammt der Ausdruck irgendwann aus dem 19. Jahrhundert als die Sprache noch unverroht war.  So leitet sich der Ausdruck von den Spinnenfäden her, mit denen junge Baldachinspinnen im Herbst durch die Lüfte segeln. Ihr Flugfaden erinnerte die Menschen an das graue Haar alter Frauen und mit „weiben“ wurde im althochdeutschen das Knüpfen von Spinnenweben bezeichnet.

Lt. Wikipedia legt eine andere Erklärung das Motiv der zweiten  Jugend bei Frauen nahe, die als unzeitig und nur für kurze Zeit andauernd angesehen war. Also ich tendiere zu dieser zweiten Variante, da ich es mit Spinnengetier nicht so sehr habe. Zumal es mich jetzt schon kribbelt wenn ich an den Volksglauben denke, wonach es von einer baldigen Hochzeit kündet, wenn sich solch ein Spinnenfaden im Haar eines Mädchens verfängt…

In diesem Sinne wünsche ich euch noch viel Sonne und wenn es doch einmal regnet, einen Regenbogen. 

“ Ein Hoch auf den Somma, macht euch ne schöne Zeit. Macht Erholung und tut das mal so richtig genießen! “ ;):)

Eure Nadin

Sommer und so viel mehr …

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=1767583613487462&id=1638797666366058
Beschreibung
»Sommer und Mehr« – der Titel einmal ausgesprochen, bietet viel Platz für Phantasiereisen, einem jeden Einzelnen ganz nach seiner Facon. 

Für den Einen ist »Mehr« – DAS Meer, die Assoziation mit Meeresrauschen, sanften Wellenbewegungen und heißem Sand. Dem Anderen fallen hundert Dinge ein, die nahezu unlöslich mit dem Sommergedanken verknüpft sind, während einen Dritten Gerüche oder Geräusche inspirieren, die viel mehr vom »Mehr« als vom Sommer handeln. 

So unterschiedlich wie die eigenen Gedankensprünge zum Titel, so vielfältig sind die Geschichten und Gedichte der Autoren. Jede einzigartig auf ihre ganz eigene Weise, so wie die Gedanken und Gefühle, die dieser Titel uns schenkt. 

>Nadin Brunkau< 
Erneut haben sich sechsundvierzig Autoren zusammengefunden, um Sie mit Geschichten und Gedichten zu unterhalten. Den Erlös durch den Verkauf dieser Anthologie spenden wir der Organisation Stiftung Lesen, die sich dafür einsetzt, Deutschland zum Leseland zu machen
Ich freue mich auf die Geschichten meiner Autorenkollegen und darüber, dass ich neben meiner Geschichte auch den Klappentext besteuern durfte. 

Viel Spaß beim Lesen!  

Eure Nadin

Sommer und mehr …

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Gestern habe ich es tatsächlich probiert. Und mit „TATSÄCHLICH“ meine ich wirklich und aufrichtig konzentriert.
Bereits am Morgen bei einstelligen Temperaturen und mit Kind drei auf dem Rücksitz auf dem Weg zu einem medizinischen Kontrolltermin.
Ein Kontrolltermin bei dem ich von einem guten, nicht besorgniserregenden Ergebnis ausging.

Also war ich dahingehend keineswegs  angespannt,  und in meinem Mutterhirn blieb Platz, um mich gedanklich mit den auf meinem Schreibtisch wartenden Projekten auseinanderzusetzen.
Ganz oben auf der Agenda leuchtet, quasi rot angestrichen, das Schreiben einer Kurzgeschichte für die kommende Anthologie des Autorennetzwerkes mit dem einladenden Titel „Sommer und mehr“.
Auch wenn mir der Abgabetermin noch einige Wochen Galgenfrist gibt, hätte ich es gern von diesem großen Stapel bereits gestrichen. Also dachte ich nach.
Während wir mit dem Auto unterwegs waren an einem Morgen, der genauso grau begann wie der vorherige geendet hatte. Die Scheibenwischer gaben auf der verschmutzten Windschutzscheibe ihr Bestes, um mir die Sicht freizuhalten. Ich nahm die Abkürzung durch den Wald. Es reihte sich also Baum links neben Baum rechts, kilometerweit.  Dazu triste Dunkelheit, die das Scheinwerferlicht nicht nur aus Solidarität einforderte, um der einzige Lichtblick in dieser Einöde zu sein.
Vom Autodach hallte das Geräusch der aufprallenden Tropfen und innen saß die Mutter mit dem sich wiederholenden Gedanken „Sommer und mehr“.
Zu dem „mehr“ kamen mir rund  einhundert Gedanken, doch keiner von ihnen hat etwas mit „Sommer“ zu tun.

Ich versuchte es gedanklich mit einem Strandspaziergang, der bei der tristen Umgebung draußen,  eher in einem nie wiederkehrenden Gang ins Wasser für den Akteur endet. Als nächstes drängte sich der Gedanke auf, vielleicht einmal etwas Lustiges zu schreiben. Er schiebt sich fast hartnäckig immer wieder vor, bevor auch er im Sande des Strands verläuft.

Ich bin fast sicher, daß mein Seufzen nach dem Öffnen des Fensters und dem ignorieren der hereinfallenden Tropfen, die Waldbewohner weckt.
„Sommer“ im Februar, Sonne und salzige Luft in diesem Grau – es scheint, als seien auch meiner Phantasie hier Grenzen gesetzt.

Am Nachmittag zurück, versuche ich es dann doch. Der Strandspaziergang wird zu einer Weltuntergangsode über die Vergänglichkeit aller Dinge, bei einem Blick auf die kaputten Muscheln.
Nein, es war definitiv kein Tag, um die Nase in die Sonne zu halten und dem Lied der Möwen zuzuhören.

Also griff ich nach dem Stapel der korrigierten Manuskripte und lenkte mich ab. Nicht selten habe ich schon erlebt, das die Eingebung folgt, wenn man nicht mehr krampfhaft nach ihr sucht. Also ran an die acht Freunde, die in ihrem Alter das Leben noch einmal auf den Prüfstand stellen. Ich lese mich ein und prüfe die Anmerkungen aus dem Lektorat.
Ich versuche es wirklich, das Grau ist mein Zeuge, mich ernsthaft darauf zu konzentrieren und das stetige Murmeln in meinem Kopf :  „Sommer und mehr“ einfach zu ignorieren.
Und während der Tag weiter voranschreitet warte ich ungeduldig auf die Eingebung. Auf die Idee mit dem  mehr vom „Sommer“ und dem viel weniger vom großen „mehr“.

Tageslichtdisplay, Winterfellwuchs oder der Herbst beginnt

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Es ist einer dieser Tage an denen das Wohnzimmer trotz der auf der Uhr empirisch bewiesenen Uhrzeit von 10.00 h im Dunkeln liegt. Die Stehlampen erhellen mit ihrem stimmungsvollen Licht den großen Raum mehr mit Stimmung denn wirklich mit Licht.
Unserem Körper wird zu dieser grauen Stunde vorgegaukelt, wir hätten uns grandios in der Uhrzeit vertan und es folgt prompt ein fast den Kiefer ausränkendes Gähnen.
Der Cursor auf dem Laptop blinkt erwartungsvoll auf die kommende Bewegung, während wir mit dem leeren Geist aus dem großen Fenster auf das einheitliche Grau draußen starren.
Wir, das bin ich und der alle Symptome eines Vitamin-D Mangels zeigende Körper an mir.
Noch eine Tasse Kaffee, als könnten wir das meteorologisch ausgelöste Tief damit wegtrinken.
Selbst der lange Spaziergang mit dem Hund heute Morgen hat nur kurzfristig die Lebensgeister angeschubst. Erschreckt stellen wir fest, dass sie sich schon wieder in die kuschelig  warme Ecke, gleich neben den brennenden Kamin zurückgezogen haben. In Decken eingekuschelt haben sie die Augen geschlossen und dösen schläfrig vor sich hin.
Ein Seufzen. Es hilft ja nichts dem vergangenen Sommer hinterherzujammern,  zumal die richtig dunklen Monate erst noch vor uns liegen.
Auch meine Gedanken schweifen ab von dem eintönigen Korrekturthema am neuen Manuskript, und ich wundere mich warum, bei all diesen klugen Köpfen in diesem Land , noch niemand erschwinglich käuflich ein Display mit Tageslicht-Therapie entwickelt hat.  Für all die vielen von uns, die Stunden am Tag oder bei Nacht immer müder werdend vor den erleuchteten Bildschirmen sitzen. Vielleicht gäbe es dann beim Erwerb eines Pc’s oder Laptops mit Tageslichtdisplay sogar einen Zuschuss der knausrigen Krankenkassen.  Immerhin würden teure  rezeptpflichtige  Stunden der Lichttherapie damit der Vergangenheit angehören.
Leider fehlt mir das nötige technische know how und ich dachte der Platz des Schreibtisches am Fenster könnte sie ersetzen…Doch außen grau, macht innen grau und selbst der Versuch der Einbildung, dass die Strahlung aus meinem Laptop belebend wirkt, wird mit einem weiteren Gähnen abgeschmettert.
Ein Griff an den zerzausten Kopf, als die Gedanken an den Siebenschläfer mich in die Realität zurückholen. Gestern im Radio haben sie gesagt, dass das gute Tier bis zu 11,4 Monate des Jahres verschläft!
Ich gähne erneut und beneide es in dem Moment, wohlwissend, dass mir nicht ein Bruchteil davon vergönnt sein wird.
Dafür scheinen die  kurzen Haare seit den dunklen Tagen schneller zu wachsen. Von einem Besuch beim Friseur kann schon seit Wochen oder Monaten keine Rede mehr sein.
Ein Überbleibsel der Evolution, wie ich mir nun denke, und schiebe die Strähnen unkontrolliert von rechts nach links und wieder zurück. Als ein Relikt aus der Zeit, als wir alle noch Tiere waren scheint sich mein Haarwuchs an die dunklen, kalten Tage anzupassen.  Winterfellähnlich werden sie dichter und unbändig, während sie wachsen und wachsen, an Frisur verlieren.
Der Gedanke an den Friseur weicht den dann frierenden Ohren: Über den Winter wird nichts, was nicht zwingend notwendig ist, freigelegt.
Notwendig sind und bleiben nur die Augen während sie müde auf den immer noch blinkenden Cursor starren.
Die Hände kramen sich aus dem Winterfell auf dem Kopf und legen sich erschöpft von der Bewegung neben die Tastatur.
Ein Schubser von innen, noch ein Schluck vom warmen Kaffee.
Als der PC in den Ruhemodus gleitet ein sehnsüchtiger Gedanke an den Siebenschläfer.
Ein Seufzen, ein Aufsetzen, auf dem Display wird wieder Licht. Die Korrektur kann nicht warten- also, frisch ans Werk.

Da ist einfach die Luft raus …

…bei diesen Temperaturen.

Es ist einer dieser Tage an denen der schwitzende Kopf mit dem Körper eins zu werden droht. Sich Männlein und Weiblein jedweden Alters fühlen, als steckten sie mittendrin im Klimaterium. Meint man doch, dass mit all den fließenden unangenehmen Schweißperlen auch ein Stück der körpergebenden Marterie ihren angestammten Platz verläßt.

Jetzt um knapp 17.42 Uhr schaue ich dankbar den am Himmel aufziehenden Wolken entgegen. Erscheinen sie doch als Retter in der Not. Meine letzte Rettung, um mich nicht gänzlich aufzulösen und in ein bis zwei Stunden nur noch ein 42 Zentimeter hoher nasser Haufen zu sein.

Die Tinte auf dem Block trocknet aus Verzweiflung auch gar nicht mehr. Der feuchte, über das Blatt gleitende Handrücken hinterläßt, gepaart mit der schwarzen Tinte unansehnliche Flecken auf dem Papier. Ein Seufzen, ein Fluchen, ein säuberndes Wischen macht alles nur noch schlimmer an diesem schier nicht aushaltbaren Sommertag.

Der Kreislauf schwächelt. Hin und wieder geraten wir in Versuchung einfach umzufallen. Lediglich die zahllosen Wespen an diesem Tag halten unseren Geist und Körper auf Trab. Sie fordern mit ihrem Summen, ihrem kamikazegleichen Flug direkt auf uns unsere volle Aufmerksamkeit. Allzeit bereit hektisch und laut kreischend aufzuspringen, ignorieren wir die anderen körperlichen Ausfallerscheinungen.

Die Sonne scheint noch immer unnachgiebig. Die vorbeigezogene Wolke war auf jeden Fall viel zu klein. Die zarten Tropfen auf der Stirn rinnen unaufhaltsam tiefer bis sie sich mit einem unangenehmen Brennen in den Augen und ihrer schützenden Höhle sammeln.

Der Block liegt angefangen, leer auf dem Tisch. Unmöglich bei den knapp 40 Grad Celsius auch nur einen geeigneten und sinnvollen Gedanken zu fassen.  Entschieden werden neue Ideen aus Mangel an klaren, formulierbaren Sätzen beiseite geschoben. Ist doch das einzige, was grammatikalisch und stilistisch richtig aus unserem Kopf und den Mündern dringt: „HEIß!“

Also hole ich eine angefangene Kurzgeschichte für die kommende Anthologie des Netzwerkes heraus. Für Korrekturen, meine ich, sollte das schmelzende Hirn unter dem Haar doch noch reichen.

Weit gefehlt! Selbst die bereits geschriebenen Worte bleiben nicht hängen. Hängen in dem Kopf, aus dem sie selbst einmal kamen. Sie wirken falsch, bald zusammenhanglos. Auch die Druckertinte scheint sich, nach kurzer Zeit auf dem Gartentisch, auf dem umweltschonenden Papier wieder zu verflüssigen.

Wieder eine Wespe – die 124. in dieser Stunde. Nach dem erneuten Aufspringen, lasse ich den Tintenfüller bei diesen deprimierenden Aussichten zu.

Der nächste Blog folgt wieder in den frühen Morgenstunden, idealerweise bevor die Sonne aufgeht. So wird das hier heute auf jeden Fall nichts.

Ich wünsche euch heute an diesem unsagbar heißen Mittwoch eine erfrischende, kühle Brise für Körper und Geist. Eine Bademöglichkeit gleich in der Nähe und ein prickelndes, kühlendes Getränk nur eine Handlänge von euch entfernt!

Fühlt euch gegrüßt, eure Nadin