Frühlingskinder

Frühlingskinder Schon früh dachte ich, die Jahreszeit, in der jemand geboren wurde, sagt etwas über seinen Charakter aus, losgelöst von den Sternzeichen. Und dies hatte weniger mit seherischen Fähigkeiten zu tun, als mit den Erfahrungen, die mich prägten. So waren mir grundsätzlich quasi seit der Geburt „Winterkinder“ suspekt. Schienen sie doch allesamt mürrisch, düster, schwer […]

Anna

Geschichte des Tages Nadin Brunkau Anna Sie sah in den Nachthimmel hinauf. Konnte es tatsächlich sein, dass er zu einem jener Sterne dort oben geworden war? Wie oft hatten sie im letzten Sommer gemeinsam unter dem Himmelszelt gesessen, und er erzählte von seiner, dieser Phantasie. Es war seine Vorstellung von der Reise, die er bereits […]

Elli

noch nicht lektoriert, und ich freue mich auf euer Feedback Taucht ab… Elli Ihre zierliche Handschrift leuchtete ihm entgegen. Er machte sich nicht die Mühe, die Wörter zu entziffern, wusste er doch, dass es ihm nur allzu schwer gelang. Vierzig Jahre liebten und kannten sie sich bald in- und auswendig, doch ihre Handschrift blieb bis […]

Träume sind Schäume

Träume sind Schäume

Gedankenspiele, dieses ewige „was-wäre-wenn“ sind Lieblingsbeschäftigungen und Nahrung für so viele Tagträume.

Da kommt er dann, der Lottogewinn, mit dem wir uns Wünsche erfüllen, gleich nachdem wir großzügig die Menschen, die uns am Herzen liegen beschenkt haben.

Manch anderer träumt von einer Karriere im Rampenlicht und hört, spürt ihn förmlich den tosenden Beifall ringsherum im leeren Wohnzimmer.

Sie sind so endlos wie die Vorstellungskraft der Menschen an sich: die Situationen, Charaktere, die wir uns für einen Moment herbeiträumen, nur um für einen Augenblick dem Alltag zu entfliehen.

Doch was machen sie mit uns, diese Wunschvorstellungen, denen jegliche realistische Basis oder Grundlage fehlt?

Sie tragen uns kurz auf den Schwingen des Traumes über alle Unzulänglichkeiten des realen Lebens hinweg.

Je nach Vorstellungskraft sind wir in der Lage, aus den Tagtraumerlebnissen Stärke und Kraft zu ziehen.

Immerhin waren wir gerade noch jemand, der die Welt gerettet oder sonst eine Heldentat erfolgreich vollbracht hat.

In der Psychologie gibt es das Krankheitsbild der gespaltenen Persönlichkeit. Waghalsig mag ich behaupten, wir alle tragen etwas davon in uns.

Bestreiten wir unseren Alltag noch so routiniert und mit der angepassten, notwendigen Maskerade, einer Norm gleichend, kommen unsere Wünsche oder Ängste in diesen Tagträumen ans Licht.

Dann ist der vermeintlich Unauffällige plötzlich der umjubelte Superstar, der immer Disziplinierte, Rationale plötzlich kopflos und herzzerreißend unvernünftig verliebt.

Ein anderer, der aus Schüchternheit mit seiner Meinung hinter dem Berg hält, ein Redensführer, der die Massen begeistert und anführt.

Der Unsportliche ohne jegliches Ballgefühl schießt schließlich das entscheidende Golden Goal der WM und die Frau, die sich selbst für unattraktiv hält, wird plötzlich vom Mann der Träume wahrgenommen und geliebt.

Es sind diese Tagträume, in denen alles möglich ist. Wir Grenzen überschreiten, die es dort scheinbar gar nicht gibt.

Uns vielleicht selbst wundern, wie leicht wir die eine oder andere Hürde darin nehmen, die uns im wahren Leben nicht nur bremst, sondern uns noch dazu meterhoch die Sicht auf das eigentliche Ziel versperrt.

Wir kennen sie also alle, die vielen verschiedenen Persönlichkeiten in uns.

Manch einer mag sagen, wir haben aus ihnen eine für den Alltag gewählt. Die, von der wir meinen, mit ihr die an uns gestellten Ansprüche und Erwartungen am besten erfüllen zu können, auch wenn wir manchmal hadern und gerne eine andere wären, um die eine oder andere Lebenssituation vermeintlich besser meistern zu können.

So sollten wir uns erinnern, dass sie alle in uns stecken:

Die Mutigen, Erfolgreichen, Ängstlichen oder Besonnenen.

Mutig sollten wir ihnen Platz freimachen und ihnen den notwendigen Raum geben, um sich in uns und somit wir uns mit ihnen, stetig und kontinuierlich weiter zu entwickeln.

Reisen

image

“ Schreib doch mal wieder etwas über das Leben!“
Diese Bitte, die Aufforderung dringt an mein Ohr von den Lesern meines blogs, die es vermissen.
Während bei dem ersten Gedanken daran, das Thema „Leben“ zu groß und weitläufig erscheint und meine wohlgemeinte Nachfrage: „Worüber denn genau?“ noch überdacht wird, bleiben meine Augen an dem ersten Wort der Bitte hängen: “ SCHREIB!“

„Schreib!“- MACH! – ist manchmal gar nicht so einfach. Das kennt ein jeder mit seinem eigenen Hobby, einem Vorhaben oder einer Idee.
„Mach doch mal!“ – wie oft hören wir diese Worte und sehen dabei als einziger die 1000 Hürden im Kopf.

Warum fällt es einem Außenstehenden (mich selbst eingeschlossen , wenn ich auf der anderen Seite sitze) so leicht, diese anspornenden Worte auszusprechen und die vermeintlich vorgebrachten Einwände allenfalls still zu belächeln?
Sie still zu belächeln , da sie höchstens als Ministufe erscheinen, während der Zweifelnde sie als unüberwindbares Hindernis, als Hürde wahrnimmt? Als Stolpersteine, Zwangspausen überall auf dem Weg hin zu der Burg, dessen Zugbrücke ohnehin hochgezogen und damit unbetretbar erscheint?

„Schreib doch mal wieder was über das Leben!“

Über das Leben, dieses schöne, häufig unplanbare und ebenso alltägliche wie überraschendes Konstrukt…

Vielleicht stocken wir nur, weil wie in meinem Fall hier bei diesem Schreibthema das Ziel viel zu weit entfernt, zu allgemein und schwammig erscheint?
Wie oft ist es im Leben so, das ein Ziel nur ganz klein am Horizont zu erahnen ist? Meistens unklar, unscharf und nicht deutlich umrissen, fällt es uns dann schwer, zielgerichtet darauf zuzugehen.
Und selbst wenn wir den richtigen Weg eingeschlagen haben , erkennen wir vielleicht, das dieses Ziel mit jedem Schritt den wir uns ihm nähern, größer und größer und die Festung bald uneinnehmbarer denn je erscheint.

Vielleicht hadern wir dann einen weiteren Moment noch damit, ob uns die Kraft und Energie reicht, um nach diesem langen Kräfte zehrenden Marsch die letzte entscheidende Schlacht auch noch zu schlagen?

Doch was ist es denn, was die anderen und uns selbst auch dazu verleitet, einen jeden zu diesem Aufbruch zu motivieren?
Pläne zu schmieden und sie in die Tat umzusetzen? Und nicht schon vorher zu verzweifeln, sondern langsam Schritt für Schritt einen Fuß vor den anderen zu setzen?

Es sind die Etappen, die Teilschritte die wir bei dem vorherigen Szenario völlig außer Acht gelassen haben. Die kleinen Erfolgserlebnisse, die schönen Momente, die Augenblicke, die uns erwarten, wenn wir diese Reise als großes Ganzes betrachten und nicht nur als eine Mammutaufgabe, die auf uns wartet.

„Schreib doch was über das Leben!“ Über dieses Leben, das jede Minute passiert und über all die kleinen Dinge hin auf dem Weg zu dem großen Ganzen, welches wir am Horizont vielleicht noch gar nicht sehen. Tag für Tag setzen wir mutig einen Schritt vor den anderen und nähern uns dem vielleicht noch unsichtbaren, einzigen Ziel.
Manchmal drehen wir uns im Kreis oder hadern mit dem Gefühl uns verlaufen zu haben und doch bleibt die Richtung stetig gleich: Vorwärts.
Immer vorwärts- so spornen uns die kleinen Augenblicke an, die schönen Momente – diese Teiletappen. Die kleinen Strecken die wir bestreiten, während wir von einem Meilenstein zum nächsten laufen. Den Steinen, auf die wir nach ihrem Erreichen stolz blicken und ähnlich aufrecht neben ihnen stehen. Dann wenn wir den buckligen Gang der Etappe vor Glück vergessen und uns neben ihnen für einen Moment glücklich stehend in den wolkenlosen Himmel recken. Dann spüren wir, wie wir wachsen, mit und neben ihnen; wie wir größer werden bis wir das Ziel am Horizont endlich erkennen: Es ist diese Reise, das Leben an sich, das uns nicht in ferne Welten entsendet , sondern stetig weiter und voran auf diesem Weg hin zu uns selbst!

Der Körper, die Seele, ich und ES …

Es ist Freitagmorgen. Punkt 4.04 Uhr.

Ich sitze im Garten. Auf dem Foto sieht es gemütlich aus. Wie ein warmer, gemütlicher Abend nach Sonnenuntergang. Dem aufmerksamen Betrachter wird die Kaffeetasse, der Fehler in diesem Suchbild nicht entgangen sein: Richtig, es ist morgens und lange VOR Sonnenaufgang.

Ich bin seit zwei Tagen und Nächten mit Migräne geschlagen. Mit allem was dazu gehört von Augenflimmern bis Übelkeit, die mir das längere Schlafen, oder das Schlafen überhaupt noch mehr erschwert. Da ist er wieder, dieser Dauerkopfschmerz, den ich nun bei der zweiten Tasse Kaffee, versuche mit dem Ausblick auf den letzten Arbeitstag der Woche und dem anstehenden gemeinsamen Urlaub zu verdrängen.

Kommt diese Migräne, von der ich in den letzten Jahren -zumindest in diesem abscheulichen Ausmaß-längere Zeit verschont worden bin, vielleicht von dem letzten Wetterumschwung, dem verspannten Nacken oder anderer „hormoneller Frauendinge“…?! Oder ist es doch eher, wie das Buch, das ich vor einigen Jahren geschenkt bekommen habe, ein Ausdruck meiner Anspannung?

Zugegeben, die Abgabetermine für zwei Kurzgeschichten und das Weiterschreiben an dem Romanprojekt saßen mir „buchstäblich“ im Nacken. Die Vorbereitungen des kommenden Campingurlaubs gemischt mit der hurtig eingeschobenen Badrenovierung, bei der natürlich nichts so klappte wie ich mir das vorstellte und angeschlagene Kinder kamen mal wieder zeitgleich zusammen.

„Schmerz als Ausdruck der Seele.“-

Ich erinnere mich gut an meine erste Reaktion. als ich dieses Buchgeschenk geöffnet und irritiert auf den Titel geschaut hatte.  Hin und hergerissen zwischen einem „Was soll denn das? Nimmt man meine damals vorherrschenden Beschwerden nicht ernst?!“ bis zu „Kann das überhaupt sein?“, blieb es erstmal unberührt.

Das Buch stand lange ungelesen in meiner mehrere hundert Bücher umfassenden Regalwand in unserem Wohnzimmer. Einmal fast vergessen, fiel es mir vor zwei Jahren wieder in die Hände. Erneut kopfschüttelnd ablehnend, wollte ich es gerade wieder zurückstellen, als ich darüber nachdachte, dass der Schenker mir eigentlich wohlgesonnen, ein Freund und noch dazu pädagogisch wie therapeutisch ausgebildet war. Also nahm ich es an, es in die Hand und begann bei den ersten Sonnenstrahlen darin zu lesen.

An den einzelnen Inhalt erinnere ich mich nicht mehr genau. Wohl aber daran, dass ich es innerhalb kürzester Zeit bis zum Ende las. Mehr als einmal war ich erstaunt über die darin versammelten Erkenntnisse und bin heute, auch dank des Buches, offener denn je für die kleineren und größeren Wehwehchen in mir und um mich herum.

Fast sensibilisiert nimmt man plötzlich wahr, wenn die Freundin vom Stress im Büro erzählt und anschließend über seit Tagen anhaltendes Sodbrennen klagt. „Es schlägt dir ganz schön auf den Magen, was ?“ – „Ja.“

Die Frau, die einmal zum Kaffee eingeladen all die angestauten Emotionen über die Zwistigkeiten in ihrer Ehe herausläßt und dabei das seit Tagen sich beständig haltende Halsweh nicht ignoriert.  „Du hast regelrecht einen Kloß im Hals – sprich es endlich aus!“

Die Bekannte, die mit ihren drei Nebenjobs, sich mit bloßem Auge erkennbar schon viel zu viel aufgeladen hat, ist heute zu hause geblieben, nachdem sie wegen furchtbarer Schmerzen in den Beinen einen Orthopäden aufgesucht hat. „Marie, das ist alles zu viel! Es zwingt dich in die Knie!“ – „Ich weiß!“

Beim Abholen des Kleinsten im Kindergarten höre ich eine Dreifachmutter, mit dem Säugling auf dem Arm, über die schlaflosen Nächte klagen. „Außderdem ist mein Ohr schon seit Tagen zugefallen. Ich habe richtig Schwindel!“ … sie hat ganz eindeutig „zu viel um die Ohren.“

Wenn wir mal lauschen und beobachten dann hören wir sie so oft. Diese Redewendungen, die wir fast tagtäglich und vielleicht unbewusst benutzen. Nach deren Aussprechen wir aber meistens den Prozeß des Beobachtens und Reflektierens schon wieder beenden.  Wir sollten uns darauf einlassen, uns selbst wieder genauer wahrzunehmen, in dieser hektischen und schnelllebigen Welt. Die Gedanken und Gefühle nicht immer so schnell und so gerne in die, in uns allen sicher vorhandenen Eimerchen schieben, bis sich irgendwann ein Deckel wegen Überfüllung nicht mehr schließen lässt.

Das Sodbrennen:  „die Galle kommt uns hoch“ ; das Völlegefühl : „diesen Stein im Magen“ ;  die Rückenschmerzen: „Ich habe mir zuviel aufgeladen“ … und auch alles Andere ernsthaft zum Anlass nehmen, um  mal wieder in uns reinzulauschen.

Dann, ja dann haben wir sicher auch die Chance, vielleicht schon heute wieder unser „Herz vor Freude hüpfen zu spüren“!   😉

In diesem Sinne einen wunderbaren Freitag, eure Nadin