Nur eine Idee

Es ist eine der schönsten Phasen im Entstehungsprozess eines Buches: der Moment, wenn eine Idee reift. Vielleicht ist es , wie das erste Ultraschallbild, auf dem man(n)/frau das Geschlecht erkennt und dem auszutragenden Kind das erste Mal einen Namen gibt, während man sich vorstellt, wie es aussehen und sich entwickeln wird. Wem es wohl ähnlich […]

Elli

noch nicht lektoriert, und ich freue mich auf euer Feedback Taucht ab… Elli Ihre zierliche Handschrift leuchtete ihm entgegen. Er machte sich nicht die Mühe, die Wörter zu entziffern, wusste er doch, dass es ihm nur allzu schwer gelang. Vierzig Jahre liebten und kannten sie sich bald in- und auswendig, doch ihre Handschrift blieb bis […]

HELENE vs . xxx

Ebenso kraftvoll wie Helene Fischer die Töne ins Mikrofon trällert, habe ich mich jahrelang gegen ihre Musik gewehrt. Und damit nicht nur gegen sie sondern auch gg meinen Mann, einen bekennenden Fan. Der Höhepunkt war ebenso gefordert wie erreicht, als kein Mensch an ihrem „Atemlos“ Ohrwurm vorbeikam. Und nun bei den ersten Sonnenstrahlen und dem […]

Träume sind Schäume

Träume sind Schäume

Gedankenspiele, dieses ewige „was-wäre-wenn“ sind Lieblingsbeschäftigungen und Nahrung für so viele Tagträume.

Da kommt er dann, der Lottogewinn, mit dem wir uns Wünsche erfüllen, gleich nachdem wir großzügig die Menschen, die uns am Herzen liegen beschenkt haben.

Manch anderer träumt von einer Karriere im Rampenlicht und hört, spürt ihn förmlich den tosenden Beifall ringsherum im leeren Wohnzimmer.

Sie sind so endlos wie die Vorstellungskraft der Menschen an sich: die Situationen, Charaktere, die wir uns für einen Moment herbeiträumen, nur um für einen Augenblick dem Alltag zu entfliehen.

Doch was machen sie mit uns, diese Wunschvorstellungen, denen jegliche realistische Basis oder Grundlage fehlt?

Sie tragen uns kurz auf den Schwingen des Traumes über alle Unzulänglichkeiten des realen Lebens hinweg.

Je nach Vorstellungskraft sind wir in der Lage, aus den Tagtraumerlebnissen Stärke und Kraft zu ziehen.

Immerhin waren wir gerade noch jemand, der die Welt gerettet oder sonst eine Heldentat erfolgreich vollbracht hat.

In der Psychologie gibt es das Krankheitsbild der gespaltenen Persönlichkeit. Waghalsig mag ich behaupten, wir alle tragen etwas davon in uns.

Bestreiten wir unseren Alltag noch so routiniert und mit der angepassten, notwendigen Maskerade, einer Norm gleichend, kommen unsere Wünsche oder Ängste in diesen Tagträumen ans Licht.

Dann ist der vermeintlich Unauffällige plötzlich der umjubelte Superstar, der immer Disziplinierte, Rationale plötzlich kopflos und herzzerreißend unvernünftig verliebt.

Ein anderer, der aus Schüchternheit mit seiner Meinung hinter dem Berg hält, ein Redensführer, der die Massen begeistert und anführt.

Der Unsportliche ohne jegliches Ballgefühl schießt schließlich das entscheidende Golden Goal der WM und die Frau, die sich selbst für unattraktiv hält, wird plötzlich vom Mann der Träume wahrgenommen und geliebt.

Es sind diese Tagträume, in denen alles möglich ist. Wir Grenzen überschreiten, die es dort scheinbar gar nicht gibt.

Uns vielleicht selbst wundern, wie leicht wir die eine oder andere Hürde darin nehmen, die uns im wahren Leben nicht nur bremst, sondern uns noch dazu meterhoch die Sicht auf das eigentliche Ziel versperrt.

Wir kennen sie also alle, die vielen verschiedenen Persönlichkeiten in uns.

Manch einer mag sagen, wir haben aus ihnen eine für den Alltag gewählt. Die, von der wir meinen, mit ihr die an uns gestellten Ansprüche und Erwartungen am besten erfüllen zu können, auch wenn wir manchmal hadern und gerne eine andere wären, um die eine oder andere Lebenssituation vermeintlich besser meistern zu können.

So sollten wir uns erinnern, dass sie alle in uns stecken:

Die Mutigen, Erfolgreichen, Ängstlichen oder Besonnenen.

Mutig sollten wir ihnen Platz freimachen und ihnen den notwendigen Raum geben, um sich in uns und somit wir uns mit ihnen, stetig und kontinuierlich weiter zu entwickeln.

Der Akrobat

Es geht darum, mit der Sprache zu jonglieren, ihrer Herr zu werden, und gleichzeitig mit ihr zusammenarbeiten. 

Mit Worten Bilder zu malen, die im Geist längst existieren, und die wir versuchen, auf dem Papier mit Silben und Wörtern nachzustellen. Je nachdem wie gut uns das gelingt, so zufrieden oder unzufrieden sind wir als Autoren am Ende mit der Geschichte, einem Gedicht oder einem Buch.

Wie vielfältig unsere Sprache ist, wird uns vielleicht in dem Moment des Schreibens erst wieder richtig bewusst. Im Alltag kommen wir mit, übertrieben gesprochen, einer handvoll Wörtern aus, die wir zusätzlich mit unnötigen Füllwörtern strecken. Ungeachtet der Satzanfänge, die sich beliebig wiederholen, legen wir los und beginnen zu berichten.

Aufgeschrieben dagegen, wirkt das alles eher simpel, unattraktiv, vielleicht gar primitiv.

Also jonglieren wir als Schreibende mit den Buchstaben, Silben und Wörtern auf dem imaginären Seil und schaukeln mit den Sätzen kopfüber am Trapez. Welch ein Balanceakt, der Übung braucht, um bald ohne Sicherheitsnetz zu agieren.

Doch wenn es uns gelingt, ist uns der angehaltene Atem der Zuschauer, in diesem Fall der Leser, sicher, die mit offenem Mund unsere Bewegungen beobachten und uns am Ende der gelungenen Vorstellung tosenden Beifall schenken. 

Stadt der Bücher 

Es sind Fahnen, Poster, Banner die nach dem Eintreten in die Messe Frankfurt den langen Weg durch die Gänge und über Rollbänder schmücken. Es sind Bestsellerautoren, die von den überdimensionalen Postern lächeln. Mit ihren neuen Buchtiteln, von denen wir uns fragen, wie sie es schaffen, ein Highlight nach dem anderen in der kurzen Zeit zu schreiben. Darunter der Hinweis auf den Termin der Signierstunde, und während ich bewegungslos auf dem Rollband unter ihnen vorbeigleite, sehe ich vor meinem geistigen Auge die Schlange der Leser die am Autogrammtag auf sie warten. 

Als ich endlich die Halle 3.0, Ziel Selfpublisher Area, erreiche, ruft aus Vernunft das stille Örtchen vor Schichtbeginn. Beidseitige Zugänge zu dieser „Hall of Pipi“ und die langen Schlangen der tippelnden Frauen lassen mir genügend Zeit mich auch hier umzuschauen. Bastei Lübbe hat die Werbeflächen in diesem Separe erworben. Drei neue Buchtitel machen während des Wartens Lust auf mehr und dann keimt er auf, der Wunschgedanke, einmal eines meiner Cover auf einem solchen Banner zu sehen. Er verdrängt den Gedanken daran, wie verpönt es früher war, seinen Namen auf irgendeiner öffentlichen Toilette zu finden. Hier auf der FbM 2016 gäbe es neben mir noch mehr als 1000 Freiwillige für diese Fläche.

Anschließend betrete ich die Halle 3.0. Auf der  Suche nach unserem eigenen Stand der Herzblutwelten, schweifen meine Augen unruhig zwischen den Ständen , Buchcovern, Titeln und Worten hin und her. Es ist faszinierend, eine eigene Welt. 

Hat man manchmal das Gefühl zuhause an seinem Schreibtisch über den eigenen Projekten quasi in einem schalldichten Keller zu sitzen, so tritt man hier quasi das erste mal hinaus und auf die Straße . Hinaus in die Metropole, in der das Leben pulsiert .  In der Wolkenkratzer aus Buchregalen, bestückt mit den Bestsellern und Neuerscheinungen dieses Jahres fast bis an den Hallenhimmel  reichen. Den Kopf in den Nacken gelegt gleitet mein Blick an dieser Bücherfassade empor, während der Mund vor Staunen offensteht. Ich stehe mitten auf der Straße dieser Bücherstadt, mittendrin in dem Rush Hour Verkehr aus Autoren, Verlegern , Vertrieblern, Lektoren, Bloggern, Lesern  und Co., die an mir vorbeirauschen, ein jeder von ihnen mit einem eigenen Ziel.  Stand an Stand reiht sich Haus an Haus in dieser Metropole des Buches in der ich einen Moment fast orientierungslos, unschlüssig stehe.  Anschließend folge ich der grünen Welle, dem Strom der anderen,  von Gang zu Gang, nicht ohne von dieser ambivalenten Faszination ergriffen zu sein: Sie schwankt zwischen Bewunderung, Motivation und dem Gefühl so unscheinbar zu sein.  Dem Wunsch, es eines Tages auch einmal auf so einen Wolkenkratzer zu schaffen , folgt die bange Frage :“ Wie soll mein Buch unter all den Massen an Neuerscheinungen je auffallen?“

Es sind diese Eindrücke , unzählige so schwankend wie wertvoll,  so emotional, die neben den fachlichen und sachlichen Informationen meinen Besuch auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse zu etwas ganz Besonderem machen. 

Es ist mein Ausflug raus aus dem Keller in die Welt der Literatur. Hinaus aus der einsamen Schreibzelle, die ich ganz selten mit jemandem teile und hinein in die Welt in der Menschen von und mit Büchern leben, direkt an den Punkt an dem die Literatur selbst lebt! 

Ich freue mich über jeden den ich dort getroffen habe und wünsche euch nur das Allerbeste!

Eure Nadin