Je ne parle pas francais

Geschichte des Tages Nadin Brunkau inspiriert vom gleichnamigen Song von Namika Je ne parle pas francais Ganz offensichtlich war er ein Tourist. Ein Fremder in der Stadt, der seine Gruppe und damit neben der Orientierung auch jedes Taktgefühl verloren hatte. Oder war es der Alkohol, der ihn jede Tugend vergessen ließ? Wahrscheinlich handelte es sich […]

40 – argh ….

Vor einiger Zeit habe ich ihn selbst geschrieben und gepostet: den Beitrag mit dem Titel “ 40 – na und“. 
Nun neun Tage vor meinem eigenen 40. Geburtstag bleibt in meinem Kopf die „40“, während das „na und“ täglich, fast stündlich mehr und mehr weicht.  Was für ein gruseliges Gefühl, bald einer Midlife Crises gleichend, macht sich in meinem Bauch und Hals breit. Liegt schwer im Magen und schnürt mir die Kehle zu, wenn ich nur an diesen Geburtstag denke. Dabei hat es weniger mit dem Alterungsprozess an sich zu tun, ich würde wohl unbedarft 41 werden,  als vielmehr mit dieser magischen Grenze, die 40 für mich impliziert. Wenn ich optimistisch, meinen ungesunden Lebenswandel einmal ausblendend, davon ausgehe, das hohe Alter von achtzig zu erreichen, dann habe ich am 20. mit dieser „40“ die Hälfte meines Lebens bereits hinter mir. Dazu mischt sich dieses unangenehme  Gefühl, dass,  ähnlich wie beim Bergfest, die zweite Etappe immer kürzer erscheint und die Zeit schneller zu fliegen beginnt… Wer kennt es nicht dieses Gefühl, das die zweite Urlaubswoche schneller vergeht als die erste oder der Abstieg von Berg, der Rückweg einer Reise kürzer erscheint. – ARGH ….

Ja, ich hadere damit und gebe es offen zu. Mein Versuch heute morgen einen Blog für euch zu schreiben, ist ebenso kläglich an dieser Situation gescheitert wie mein Versuch, den Geburtstag samt Fest einfach ausfallen zu lassen. 

 Nun habe ich mich dennoch entschieden, euch einfach daran teilhaben zu lassen. Vielleicht ging es ja dem/ der einen oder anderen auch schon so.

Nichts desto trotz oder gerade deshalb wünsche ich allen wundervolle Augusttage, in denen sich die Sonne bald wieder zeigt. Euch und mich mit ihrer Wärme umarmt, das Lachen mitbringt und uns allen zeigt: „so schön kann Leben sein“ ;):)😂

Ghostbusters

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Gestern ist es fast schon wieder passiert: ich habe beinahe einen von ihnen überfahren.

Einen von ihnen- damit meine ich einen von diesen Ghostbusters der Neuzeit. Auch wenn sie ohne die formschönen Overalls der 80er Jahre durch die Lande streifen und ihre Hauptwaffe, den Dematerialisierer, dessen Strahlen die Spukgestalten desintegrieren, nicht bei sich tragen, erkennt man sie doch auf den ersten Blick. Am auffälligsten sind der stets gesenkte Kopf und die starr auf das Handydisplay gerichteten Augen. Vergessen sind all die Vorsichtsmaßnahmen : kein Handy im Straßenverkehr – sie nehmen ohnehin nicht wirklich am daran teil. Wir anderen Verkehrsteilnehmer sind nur ein lästiges Hindernis auf ihrer Jagd, ein kleiner Widerstand hier in der Realität, während sie auf der virtuellen Pokemonjagd sind.

Jake Kong Jr. und sein Gefolge streifen durch die Straßenzüge jedes Ortes, abgetaucht in ihrer eigenen Welt und nicht selten alles andere um sich herum vergessend.
Dabei werden Straßenkreuzungen nur zu einem Knotenpunkt auf dem Display und alle anderen Verkehrsmittel großzügig ausgeblendet.
Sie sind irgendwie Teilnehmer in diesem Verkehr und irgendwie auch nicht. Sie bilden eine eigene Klasse für sich, die bald eine Rubrik in der Fahrschule ähnlich dem Gefahrguttransport erhält. Beinahe dreist und uneinsichtig, mit scheinbaren Sonderregeln wie Fahrradfahrer in der Einbahnstraße ausgestattet, nehmen sie als Einzelkämpfer oder zu Gruppen formiert selbstbewusst am Straßenverkehr teil.

Gestern waren also wieder so ein paar Nachfahren von Jake Kong Jr. und Eddie Spencer Jr. mit dem Ghost-Gummer unterwegs, als ich mit meinem Auto wohlgemerkt der 30er Geschwindigkeit auf der Hauptstraße folgte.
Lediglich ihr Aufschrei: „Da ist er!“ warnte mich rechtzeitig, bevor die zwei mit gesenkten Köpfen auf die Straße sprangen. Die weit aufgerissenen Augen der beiden knapp 14 Jährigen nach meiner Vollbremsung waren nur ein kurzes Intermezzo vor dem erneut prüfenden Blick auf ihr Handy.

„Jetzt hättest du ihn fast überfahren!“
Dieser Vorwurf dringt durch mein geöffnetes Fenster.
„Mensch- ihr müsst doch gucken bevor ihr auf die Straße rennt! Um ein Haar wäre es mit den Ferien aus bevor sie beginnen!“
Mein Herz rast und das schlechte Gewissen meldet sich, ehe ich bemerke, dass die ausgerufene Sorge gar nicht dem fast angefahrenen Freund sondern dem vor meinem Auto hockenden virtuellen Pokemon galt.

„Ich hab ihn!“
Der kommende Jubelschrei lässt den anderen herumfahren und die brenzlige Situation ist für die beiden ebenso vergessen wie der durch unser Zusammentreffen entstandene Stau auf der Dorfdurchgangsstraße.

Pokemon-go, diese neue virtuelle Welt in der unsrigen – bald werden die Navis in den Autos neben den Staus und Gefahrenmeldungen sowie den Symbolen für Tankstellen, Raststätten auch die Pukis, Bisamsams und die anderen Pokemon Freunde anzeigen.

Die lästigen Aufforderungen der Eltern : “ Geh doch mal wieder raus und spiel was draußen! “ wurden von den Entwicklern dieses Spiels erhört und treibt nun die Spieler wieder an die frische Luft.
Wenn sie dann voller Vorfreude das Haus verlassen sagen wir als Eltern zu den Pubertierenden wieder: “ Aber achte bitten auf die Straße, renn nicht einfach rüber – schau mal nach rechts und links …“ …. das folgende Nicken wirkt wenig überzeugend und die Kindergartenzeit nur einen Steinschlag entfernt. Bald werden die ersten Eltern erst wieder entspannt aufatmen, wenn die Schützlinge unbeschadet nach der Pokemon Jagd wieder das elterliche Haus betreten, ein Gefühl wie nach der ersten Ausfahrt allein mit dem Auto.

Gestern nahmen mein Ältester und sein Freund die Roller der Jüngeren mit auf die Suche „um schneller zu sein“ … ich bot den 13Jährigen das Auto an. Sie verdrehten die Augen, während ich noch etwas von Kamikaze murmelte und ich ignorierte ihre Bewunderung für einen Freund, der gestern freihändig Fahrrad fahrend einen von Pikachus Freunden gefangen hat.

Mögen all die Pokemon Jünger auf ihrer Jagd von einem Schutzpatron begleitet werden – ich wünsche euch allen eine schöne Ferien- und Urlaubszeit!

Sommer und so viel mehr …

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=1767583613487462&id=1638797666366058
Beschreibung
»Sommer und Mehr« – der Titel einmal ausgesprochen, bietet viel Platz für Phantasiereisen, einem jeden Einzelnen ganz nach seiner Facon. 

Für den Einen ist »Mehr« – DAS Meer, die Assoziation mit Meeresrauschen, sanften Wellenbewegungen und heißem Sand. Dem Anderen fallen hundert Dinge ein, die nahezu unlöslich mit dem Sommergedanken verknüpft sind, während einen Dritten Gerüche oder Geräusche inspirieren, die viel mehr vom »Mehr« als vom Sommer handeln. 

So unterschiedlich wie die eigenen Gedankensprünge zum Titel, so vielfältig sind die Geschichten und Gedichte der Autoren. Jede einzigartig auf ihre ganz eigene Weise, so wie die Gedanken und Gefühle, die dieser Titel uns schenkt. 

>Nadin Brunkau< 
Erneut haben sich sechsundvierzig Autoren zusammengefunden, um Sie mit Geschichten und Gedichten zu unterhalten. Den Erlös durch den Verkauf dieser Anthologie spenden wir der Organisation Stiftung Lesen, die sich dafür einsetzt, Deutschland zum Leseland zu machen
Ich freue mich auf die Geschichten meiner Autorenkollegen und darüber, dass ich neben meiner Geschichte auch den Klappentext besteuern durfte. 

Viel Spaß beim Lesen!  

Eure Nadin

Die EM … oder „Das Runde muss ins Eckige!“

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Die „EM“ hat begonnen.
Es gibt keine Abkürzung, vielleicht abgesehen von „WM“ und „SM“, die so viele Emotionen heraufbeschwört.

Das Prickeln der Bierwerbung noch vor dem Anpfiff schwappt beinahe wie ein 3D Effekt von der Mattscheibe und erfrischt die in der Fernsehsonne sitzenden Männer. Noch vor dem ersten Ballkontakt beeindrucken die farbenkräftigen Bilder des satten Grüns und der bunten Trikots die gespannt wartenden Zuschauer.
Ein Blick in die Menge des vollbesetzten Stadions jagt ihnen eine Gänsehaut über den Körper und beim Klang der Nationalhymnen träumen sich die Sportfans heimlich hinunter auf das Grün.

Wie hochkonzentriert hat man doch in vergangenen Zeiten auf dem schwarz -weiß Gerät die graue Partie verfolgt und aufmerksam nur anhand der Laufrichtung die Mannschaften selektiert.
Und wie entspannt erscheint dagegen das Spiel jetzt, das selbst aus dem Augenwinkel nur halb verfolgt, auch noch aufgenommen werden kann dank der knalligen Trikotfarben auf dem satten Grün.
Selbst die Schiedsrichter, die mit ihrer roten Kleidung dauerhaft an die Gefahr der  drohenden roten Karte erinnern, werden zu Helden bei dieser EM. Den einen oder anderen lernen wir im Laufe des Turniers besser kennen: als den strengen Unnachgiebigen  oder den laissez-faire Schiedsmann.
Neben den 22 Spielern auf dem Feld erscheint er unerlässlich für die ganze  Dramatik. Was wäre so ein Fußballspiel ohne die Diskussionsvorlagen, die dieser vermeintliche Neutrale, den Zuschauern mit seiner Entscheidung nicht selten gibt.

Die EM hat begonnen und ist nach dem Karneval die sechste Jahreszeit, die der vorgenannten in Närrigkeit in nichts nachsteht.
Die Männer, selbst die sonst eher ruhigen Zeitgenossen, werden zu Müllers, Buffons oder Ronaldos. Sie fiebern, sie leiden, jubeln und schimpfen mit den oder über die Spieler auf dem Feld. Ein jeder von ihnen ersetzt dabei nur allzu gern den Platz des Trainers neben der Seitenlinie. Läuft aufgeregt in dem markierten Viereck umher, kratzt sich aufgeregt an der  Stirn oder anderswo und schreit die Spielanweisungen ins Feld als gäbe es kein Morgen.
Natürlich sind auch die Frauen in diesen Spielwochen gern gesehen : am liebsten mit Canapes,  einer Erfrischung und dem Austausch über die Ansehnlichkeit der Spieler an einem eigenen Tisch hinter der Loge.

Die EM, die Europa Meisterschaft wird für die Männer zu ihrer Eigenen Meisterschaft bei sie mit den Elf Mitspielern  Euphorisch Mitfiebern.

Diese EM, sie hat endlich begonnen und die ersten Tippgemeinschaften träumen bereits von dem noch nicht verteilten Pott.
Es ist eine Zeit der geselligen Abende und Tage, an denen man in der Gemeinschaft mitfiebert, ob Fußballfan oder nicht.
Der Sport, er verbindet nicht nur alljene, die auf denselben Spielausgang tippen und mit gehörten Anekdoten von den Spielern füllen wir mit diesem Klatsch und Tratsch oder fundiertem sportlichen Wissen die Halbzeit. Nicht selten sind wir bereits zur Halbzeit aus der Puste und beneiden die Spieler um ihre Kondition. Doch auch die Unsportlichen unter uns halten schließlich die mal mwhr und mal weniger spannenden 90 Minuten durch. Vielleicht etwas kurzatmig, den schwarz rot goldenen Hut immer wieder richtend, hin und wieder wankend bis zum  Torjubeltanz auf dem Weg zur Toilette.

Die EM – die Spiele, sie haben begonnen.

Möge die beste Mannschaft gewinnen und die Zuschauer ihnen den nötigen Respekt erweisen. Ihnen nach einer Partie den Lorbeerkranz verleihen und nicht mit  Ausschreitungen das Attribut der Fairness im Sport mit Füßen treten.
Mögen sich die Nationen zu diesen Spielen treffen und alle Widrigkeiten für diese Zeit vergessen.
Die EM – 
Elf Menschen
Ein Moment
Ein Malig
Ein  Match und doch
Ein Miteinander …

Geduld

Das mit der Geduld ist so eine Sache.
Wenn man sie braucht, versteckt sie sich zu oft. Oder sie rennt davon und schreit noch von Weitem „Drei aus!“ , während sie auf ihrem sicheren, nicht einnehmbaren Ort grinst.
Während wir uns die zu Berge stehenden Haare raufen und es nur noch Sekunden dauern kann, ehe der Schaum vor unserem Mund austritt, lächelt sie unnachgiebig aus der Ferne.

So geschehen auch an diesem Morgen, an dem ich „nur schnell“ für eine befreundete Autorin ihren Datensatz zum Buchdruck angleichen und ein neues Cover hochladen wollte.
Mein hp., und ich bin wirklich nett zu ihm, war allerdings heute Morgen im Gegensatz zu mir, nicht so sehr auf „hurtig“ eingestellt.
Vielmehr glich der sich ewig wie elendig langsam drehende „Bitte Warten“-Kreis schon eher einer Arbeitsverweigerung.
Seit zwei Stunden das gleiche Spiel und die Arbeit an meinem Manuskript, das seit halb sechs auf mich wartet, wird immer weiter und weiter nach hinten geschoben. 

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Während der Wartezeit stöbere ich mit dem Handy im Netz. Bin überrascht, wie viele „wiki- … und …-wiki“ – Seiten es gibt. Ich stoppe und  bleibe auf „Yogawiki“ hängen.
Dort heisst es, das Adjektiv „geduldig“ steht für eine Tugend. Für ein Persönlichkeitsmerkmal, das man auch kultivieren kann.
Vielleicht sollte ich mich und ES „kultivieren“ und mich öfter in solche Situationen begeben.

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Den PC einfach mal mit zwei oder drei großen gleichzeitig geöffneten Programmen fordern und mich selbst dabei in beidem üben, was man so gemeinhin mit Geduld verknüpft: „ausdauernd und nachsichtig zu sein“ ebenso wie die Fähigkeit zu haben  „zu warten, und Schwierigkeiten mit Gelassenheit und Standhaftigkeit zu ertragen“.

Während des Lesens des Artikels auf meinem Handy hat sich der Bearbeitungsbalken auf dem PC tatsächlich von 5 auf 8 Prozent geschoben.
Ja, ganz sicher, es ist noch Zeit und Luft, um die Fähigkeiten an diesem Morgen zu trainieren .
(Den zwischenzeitlichen Gesamtabsturz des lieben hp lasse ich dabei einmal unerwähnt.)
Yogawiki gibt sogar einige Tipps zum Training gratis dazu.
Die klassische Autosuggestion betreibe ich bereits seit zwei Stunden. Ich bin froh, dabei allein zu Hause zu sein, um nicht die kritischen Blicke der Fremden zu ertragen, die mich meditationsgleich :“ich bin geduldig“ wiederholend murmeln hören.

Nach den vergangenen zwei eher ereignislosen Stunden, starte ich Phase 2: die entwicklungsbezogene Affirmation : „Ich entwickele Geduld!“

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Noch eine halbe Stunde später seht ihr mich beim Schreiben dieses blogs. Ein Schelm, der dabei denkt, die ersten beiden Trainingseinheiten waren umsonst ; -)

Ganz offensichtlich befinde ich mich mitten in Phase 3: der Wunder – Affirmation. „Angenommen, ich wäre geduldig, wie würde sich das dann anfühlen? Was würde sich ändern und wie würde ich reagieren?“

Auf die von Yogawiki vorgeschlagene Meditation habe ich verzichtet. Fand es doch ein wenig bedenklich, das Frühstück der zwei von drei Kindern vor der Schule ausfallen zu lassen, nur um die Geduld in der Meditation zu kultivieren …

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Der blinkende Cursor auf dem Bildschirm holt mich von diesem Geistestripp zurück. 21 Prozent Fortschritt und ich beginne zu hoffen, dass der hp heute meine fast grenzenlose Nachsicht spürt und sich nicht dafür entscheidet, irgendwo auf dem Weg der nur noch fehlenden 79% gänzlich das Licht auszuschalten.

Die Hochrechnung bei gleichbleibender Hochladegeschwindigkeit deutet unmissverständlich an, dass es „noch etwas“ bis zum Finale  dauern wird.
Getreu dem Motto „wenn nichts mehr hilft, dann ablenken“ greife ich auf meinen Stapel und nach einem Manuskript.
Dankbar dafür, daß es für mich altmodische Ausdruckerin auch noch handschriftliche Arbeiten gibt, schlage ich es auf, und übe ich mich weiter im Kultivieren.

Ich wünsche euch allen einen wunderbaren Start in diesen Morgen und eine große, große  Portion Geduld. Scheint man doch ohne diese Tugend mitunter schnell an seine Grenzen zu stoßen. Und dann hilft nur noch eines: Humor.

Alles Liebe, eure Nadin

„Eigener Kopf inklusive!“

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Der neue Werbeslogan eines Autoherstellers  leuchtet mir an diesem regnerischen Oktobertag aus einem Hochglanzmagazin entgegen.
Tatsächlich ein Spruch, der so geistig umtriebige Menschen wie mich inspiriert, wenn auch zugegebenermaßen weniger zum Kauf des abgebildeten roten Vehikels.

Mag man sich doch dann die Frage stellen, wo bei diesem Gefährt der Kopf denn sitzt  und mehr noch: was in ihm denn gar so vor sich geht?
Auf der anderen Seite möchte ich lieber nicht daran denken, was wäre, wenn nun auch noch Fahrzeuge ihren eigenen Kopf besäßen. Die Zuverlässigkeit ohne Stimmungsschwankungen oder verhindernde,  ablenkende,  bohrende Fragen im Kopf, habe ich bei technischen Geräten bisher sehr geschätzt.

Wie nervenaufreibend, Kräfte zehrend so ein „eigener Kopf“ hin und wieder doch sein kann, spüren wir  im eigenen Leben nicht zu selten und manchmal öfter als uns lieb ist.
Wieviel leichter wäre die eine oder andere Situation, wenn wir uns umgangssprachlich ausgedrückt, nicht ständig  und stetig „so einen Kopf darum machen“ würden.
Wenn wir nicht tausendmal das hin und her, und für oder wider abwägen. Darüber grübeln, ob dieser oder jene Schritt der Richtige ist und nicht spüren würden, wie sich Ereignisse oder Schatten und Licht auf die Leistungsfähigkeit unseres Kopfes niederschlagen.

Was ist nun, wenn wir an einem tristen Novembertag den Motor starten, der schon lange vor unserem Einsteigen den Entschluss gefasst  hat, dass er heute eigentlich so gar nicht mag. Weil er noch mit seinem eigenen inneren Schweinehund kämpft oder einer Depression gleich, mutlos bereits  entschieden hat, heute antriebslos zu bleiben?
Sitzen wir dann frierend auf dem Sitz in dem nichtanspringenden Auto, dass uns in Gedanken versunken auch die Wärme für den Fahrzeuginnenraum verwehrt?
Und reden wir ihm dann gut zu, mit leiser Zunge oder laut anspornend, dass man manchmal bei Dingen, die man sowieso nicht ändern kann, den Kopf am besten einfach ausschaltet und die Dinge auf den Straßen des Lebens einfach einmal rollen lässt?

Ich vermag nicht zu sagen, wer an diesem grauen Morgen im fehlenden Sonnenlicht den Kampf gewinnt.
Wie wir aus eigener Erfahrung wissen, ist eine Aussage darüber,  an solchen Tagen reine Spekulation.

Zurück zu dem Ausgangswerbeslogan an sich: ich muss gestehen, er bleibt mir, wie man sieht, im Kopf.

Auch wenn ich persönlich,  ich spreche natürlich nur für mich, ein Auto bevorzuge, das mir selbstlos verspricht, mich an mein  ursprüngliches Ziel zu fahren , auch wenn mein Kopf mich während der Fahrt vielleicht  zwischendurch in Verwirrung über ein Für und Wider stürzt.

Mein Auto ist ein Mutmacher, ein Unterstützer an schwierigen Tagen, das mir zuverlässig verspricht, mich auch an den tristesten Tagen an einen Ort im Sonnenlicht zu fahren.