40 – argh ….

Vor einiger Zeit habe ich ihn selbst geschrieben und gepostet: den Beitrag mit dem Titel “ 40 – na und“. 
Nun neun Tage vor meinem eigenen 40. Geburtstag bleibt in meinem Kopf die „40“, während das „na und“ täglich, fast stündlich mehr und mehr weicht.  Was für ein gruseliges Gefühl, bald einer Midlife Crises gleichend, macht sich in meinem Bauch und Hals breit. Liegt schwer im Magen und schnürt mir die Kehle zu, wenn ich nur an diesen Geburtstag denke. Dabei hat es weniger mit dem Alterungsprozess an sich zu tun, ich würde wohl unbedarft 41 werden,  als vielmehr mit dieser magischen Grenze, die 40 für mich impliziert. Wenn ich optimistisch, meinen ungesunden Lebenswandel einmal ausblendend, davon ausgehe, das hohe Alter von achtzig zu erreichen, dann habe ich am 20. mit dieser „40“ die Hälfte meines Lebens bereits hinter mir. Dazu mischt sich dieses unangenehme  Gefühl, dass,  ähnlich wie beim Bergfest, die zweite Etappe immer kürzer erscheint und die Zeit schneller zu fliegen beginnt… Wer kennt es nicht dieses Gefühl, das die zweite Urlaubswoche schneller vergeht als die erste oder der Abstieg von Berg, der Rückweg einer Reise kürzer erscheint. – ARGH ….

Ja, ich hadere damit und gebe es offen zu. Mein Versuch heute morgen einen Blog für euch zu schreiben, ist ebenso kläglich an dieser Situation gescheitert wie mein Versuch, den Geburtstag samt Fest einfach ausfallen zu lassen. 

 Nun habe ich mich dennoch entschieden, euch einfach daran teilhaben zu lassen. Vielleicht ging es ja dem/ der einen oder anderen auch schon so.

Nichts desto trotz oder gerade deshalb wünsche ich allen wundervolle Augusttage, in denen sich die Sonne bald wieder zeigt. Euch und mich mit ihrer Wärme umarmt, das Lachen mitbringt und uns allen zeigt: „so schön kann Leben sein“ ;):)😂

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Happy Birthday, Bookwannabe …

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Mein Blog wird in diesem Monat 1 Jahr alt. Ich möchte euch von Herzen danken für die schöne und ereignisreiche Zeit, die ihr mit mir teilt. Es war ein aufregendes Jahr mit Höhen und Tiefen, und so vielen neuen Kontakten, die mich und mein Schreiben begleiten. Mein Dank geht an jeden Einzelnen von euch und ich freue mich auf die kommende Zeit.

Zum Geburtstag und auf speziellen Wunsch hier noch einmal euer Favoritenblog:

„SCHREIBEN MIT ALLEN SINNEN

Vegan, gepierct und tätowiert, selbst mit der Hugo Boss Hose auf dem Campingplatz fällt man heutzutage weder auf- noch aus der Reihe.

Aber hast du einmal das Experiment gemacht und dich mit einem wunderbaren wasserzeichenbedruckten Büttenpapier und dem nostalgischen Füllfederhalter an einem warmen Tag wie heute in die gut besuchte Fußgängerzone gesetzt?

Ein Cafehaus bei strahlendem Sonnenschein, in einem Ort auf einem Marktplatz deiner Wahl…

Die Sonne scheint. Das in diesem Licht leicht cremefarbene Papier blendet dich von dem kleinen Holztisch auf dem es vor dir liegt. Du schiebst die Sonnenbrille ein bißchen höher auf den von den ersten Strahlen bereits leicht geröteten Nasenrücken und setzt den ersten Federstrich der Begrüßungsworte auf das reine Papier.

Sofort in diesem Moment tauchst du ab, vergißt alles um dich herum. Das Zwitschern der Vögel ist auf einmal lauter als vorher, die Sonne scheint unnachgiebig auf den leicht zur Seite geneigten Hals. Sie erwärmt ihn schnell, viel zu schnell und gleichmäßig.

Die dunkelblaue Tinte hinterläßt schwungvolle kleine und große Bögen auf dem fast unmerklich gekörnten Papier. Du beobachtest, wie sie langsam aus der silberfarbenen, wohl- und handgeformten Feder fließt. Fast hörst du das leise Kratzen, das Aufsetzen bei jedem neuen Wort lauter als all die anderen Geräusche um dich herum.

Dann eine kurze Minute des Nachdenkens über den nächsten Satz. Ein leises, tiefes Einatmen und  plötzlich abgelenkt, vernimmst du es: das Gespräch am Nachbartisch, das monotone Klingeln eines Handys weiter hinten, die klappernden Schritte der Vorbeieilenden auf dem Altstadtpflaster des Platzes, irgendwo eine Mutter die aufgebracht nach ihrem Kind ruft.

Du senkst wieder den Blick. Bereit, sofort wieder abzutauchen, in diese, deine eigene ruhige Welt in diesem großen Ganzen als du es auf einmal bemerkst:

Das Gespräch am Nachbartisch ist verstummt, der Angerufene weiter hinten schaut dir während seines Telefonats ungeniert auf die, das Blatt und den Füller haltenden Hände Selbst die Mutter mit dem mittlerweile weinenden Kind an der Hand wirft dir einen gestressten Blick zu.

Fast hast du das Gefühlt, DU hättest SIE unterbrochen, ein verstörendes Geräusch gemacht, bis dein irritiert schauender Blick auf zwei ältere Damen fällt. Sie genießen unter ihren kleinen Hüten das Kännchen Kaffee unter einem grünen Sonnenschirm.

Sie lächeln dich an wohl wissend, sich erinnernd,  ehe sie sie sich wieder dem leuchtend roten Stück Erdbeertorte widmen, nicken sie dir  noch einmal aufmunternd zu.

Du lächelst zurück.

Sie wissen was du fühlst. Verstehen ganz offensichtlich wohin du abtauchst,  wenn du nun wieder den leicht in der Hand liegenden Füller gen Papier wendest. Das Blatt erneut richtig ausgerichtet, die Feder sanft darauf gesenkt,  beobachtest du den dunkelblauen Punkt der sich langsam auf dem weißen Papier vergrößert, ehe der Bogen zum ersten Wort ihn einbindet, als wäre es nie anders gewesen .

Du drehst den Kopf ein wenig  zur Seite, die Haare kitzeln leicht im Nacken, während die Worte leichtfüßig auf den dünnen Bogen Papier springen. Du spürst das leise Lächeln auf deinem Gesicht als die Vögel nun laut ihr neues Lied beginnen..

Schreiben mit allen Sinnen.