Die EM … oder „Das Runde muss ins Eckige!“

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Die „EM“ hat begonnen.
Es gibt keine Abkürzung, vielleicht abgesehen von „WM“ und „SM“, die so viele Emotionen heraufbeschwört.

Das Prickeln der Bierwerbung noch vor dem Anpfiff schwappt beinahe wie ein 3D Effekt von der Mattscheibe und erfrischt die in der Fernsehsonne sitzenden Männer. Noch vor dem ersten Ballkontakt beeindrucken die farbenkräftigen Bilder des satten Grüns und der bunten Trikots die gespannt wartenden Zuschauer.
Ein Blick in die Menge des vollbesetzten Stadions jagt ihnen eine Gänsehaut über den Körper und beim Klang der Nationalhymnen träumen sich die Sportfans heimlich hinunter auf das Grün.

Wie hochkonzentriert hat man doch in vergangenen Zeiten auf dem schwarz -weiß Gerät die graue Partie verfolgt und aufmerksam nur anhand der Laufrichtung die Mannschaften selektiert.
Und wie entspannt erscheint dagegen das Spiel jetzt, das selbst aus dem Augenwinkel nur halb verfolgt, auch noch aufgenommen werden kann dank der knalligen Trikotfarben auf dem satten Grün.
Selbst die Schiedsrichter, die mit ihrer roten Kleidung dauerhaft an die Gefahr der  drohenden roten Karte erinnern, werden zu Helden bei dieser EM. Den einen oder anderen lernen wir im Laufe des Turniers besser kennen: als den strengen Unnachgiebigen  oder den laissez-faire Schiedsmann.
Neben den 22 Spielern auf dem Feld erscheint er unerlässlich für die ganze  Dramatik. Was wäre so ein Fußballspiel ohne die Diskussionsvorlagen, die dieser vermeintliche Neutrale, den Zuschauern mit seiner Entscheidung nicht selten gibt.

Die EM hat begonnen und ist nach dem Karneval die sechste Jahreszeit, die der vorgenannten in Närrigkeit in nichts nachsteht.
Die Männer, selbst die sonst eher ruhigen Zeitgenossen, werden zu Müllers, Buffons oder Ronaldos. Sie fiebern, sie leiden, jubeln und schimpfen mit den oder über die Spieler auf dem Feld. Ein jeder von ihnen ersetzt dabei nur allzu gern den Platz des Trainers neben der Seitenlinie. Läuft aufgeregt in dem markierten Viereck umher, kratzt sich aufgeregt an der  Stirn oder anderswo und schreit die Spielanweisungen ins Feld als gäbe es kein Morgen.
Natürlich sind auch die Frauen in diesen Spielwochen gern gesehen : am liebsten mit Canapes,  einer Erfrischung und dem Austausch über die Ansehnlichkeit der Spieler an einem eigenen Tisch hinter der Loge.

Die EM, die Europa Meisterschaft wird für die Männer zu ihrer Eigenen Meisterschaft bei sie mit den Elf Mitspielern  Euphorisch Mitfiebern.

Diese EM, sie hat endlich begonnen und die ersten Tippgemeinschaften träumen bereits von dem noch nicht verteilten Pott.
Es ist eine Zeit der geselligen Abende und Tage, an denen man in der Gemeinschaft mitfiebert, ob Fußballfan oder nicht.
Der Sport, er verbindet nicht nur alljene, die auf denselben Spielausgang tippen und mit gehörten Anekdoten von den Spielern füllen wir mit diesem Klatsch und Tratsch oder fundiertem sportlichen Wissen die Halbzeit. Nicht selten sind wir bereits zur Halbzeit aus der Puste und beneiden die Spieler um ihre Kondition. Doch auch die Unsportlichen unter uns halten schließlich die mal mwhr und mal weniger spannenden 90 Minuten durch. Vielleicht etwas kurzatmig, den schwarz rot goldenen Hut immer wieder richtend, hin und wieder wankend bis zum  Torjubeltanz auf dem Weg zur Toilette.

Die EM – die Spiele, sie haben begonnen.

Möge die beste Mannschaft gewinnen und die Zuschauer ihnen den nötigen Respekt erweisen. Ihnen nach einer Partie den Lorbeerkranz verleihen und nicht mit  Ausschreitungen das Attribut der Fairness im Sport mit Füßen treten.
Mögen sich die Nationen zu diesen Spielen treffen und alle Widrigkeiten für diese Zeit vergessen.
Die EM – 
Elf Menschen
Ein Moment
Ein Malig
Ein  Match und doch
Ein Miteinander …

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Happy Birthday, Bookwannabe …

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Mein Blog wird in diesem Monat 1 Jahr alt. Ich möchte euch von Herzen danken für die schöne und ereignisreiche Zeit, die ihr mit mir teilt. Es war ein aufregendes Jahr mit Höhen und Tiefen, und so vielen neuen Kontakten, die mich und mein Schreiben begleiten. Mein Dank geht an jeden Einzelnen von euch und ich freue mich auf die kommende Zeit.

Zum Geburtstag und auf speziellen Wunsch hier noch einmal euer Favoritenblog:

„SCHREIBEN MIT ALLEN SINNEN

Vegan, gepierct und tätowiert, selbst mit der Hugo Boss Hose auf dem Campingplatz fällt man heutzutage weder auf- noch aus der Reihe.

Aber hast du einmal das Experiment gemacht und dich mit einem wunderbaren wasserzeichenbedruckten Büttenpapier und dem nostalgischen Füllfederhalter an einem warmen Tag wie heute in die gut besuchte Fußgängerzone gesetzt?

Ein Cafehaus bei strahlendem Sonnenschein, in einem Ort auf einem Marktplatz deiner Wahl…

Die Sonne scheint. Das in diesem Licht leicht cremefarbene Papier blendet dich von dem kleinen Holztisch auf dem es vor dir liegt. Du schiebst die Sonnenbrille ein bißchen höher auf den von den ersten Strahlen bereits leicht geröteten Nasenrücken und setzt den ersten Federstrich der Begrüßungsworte auf das reine Papier.

Sofort in diesem Moment tauchst du ab, vergißt alles um dich herum. Das Zwitschern der Vögel ist auf einmal lauter als vorher, die Sonne scheint unnachgiebig auf den leicht zur Seite geneigten Hals. Sie erwärmt ihn schnell, viel zu schnell und gleichmäßig.

Die dunkelblaue Tinte hinterläßt schwungvolle kleine und große Bögen auf dem fast unmerklich gekörnten Papier. Du beobachtest, wie sie langsam aus der silberfarbenen, wohl- und handgeformten Feder fließt. Fast hörst du das leise Kratzen, das Aufsetzen bei jedem neuen Wort lauter als all die anderen Geräusche um dich herum.

Dann eine kurze Minute des Nachdenkens über den nächsten Satz. Ein leises, tiefes Einatmen und  plötzlich abgelenkt, vernimmst du es: das Gespräch am Nachbartisch, das monotone Klingeln eines Handys weiter hinten, die klappernden Schritte der Vorbeieilenden auf dem Altstadtpflaster des Platzes, irgendwo eine Mutter die aufgebracht nach ihrem Kind ruft.

Du senkst wieder den Blick. Bereit, sofort wieder abzutauchen, in diese, deine eigene ruhige Welt in diesem großen Ganzen als du es auf einmal bemerkst:

Das Gespräch am Nachbartisch ist verstummt, der Angerufene weiter hinten schaut dir während seines Telefonats ungeniert auf die, das Blatt und den Füller haltenden Hände Selbst die Mutter mit dem mittlerweile weinenden Kind an der Hand wirft dir einen gestressten Blick zu.

Fast hast du das Gefühlt, DU hättest SIE unterbrochen, ein verstörendes Geräusch gemacht, bis dein irritiert schauender Blick auf zwei ältere Damen fällt. Sie genießen unter ihren kleinen Hüten das Kännchen Kaffee unter einem grünen Sonnenschirm.

Sie lächeln dich an wohl wissend, sich erinnernd,  ehe sie sie sich wieder dem leuchtend roten Stück Erdbeertorte widmen, nicken sie dir  noch einmal aufmunternd zu.

Du lächelst zurück.

Sie wissen was du fühlst. Verstehen ganz offensichtlich wohin du abtauchst,  wenn du nun wieder den leicht in der Hand liegenden Füller gen Papier wendest. Das Blatt erneut richtig ausgerichtet, die Feder sanft darauf gesenkt,  beobachtest du den dunkelblauen Punkt der sich langsam auf dem weißen Papier vergrößert, ehe der Bogen zum ersten Wort ihn einbindet, als wäre es nie anders gewesen .

Du drehst den Kopf ein wenig  zur Seite, die Haare kitzeln leicht im Nacken, während die Worte leichtfüßig auf den dünnen Bogen Papier springen. Du spürst das leise Lächeln auf deinem Gesicht als die Vögel nun laut ihr neues Lied beginnen..

Schreiben mit allen Sinnen.

Stolpern

Stolpern Stolpern ist wie gehen, nur nicht so gleichmäßig, grazil oder elegant. Und dennoch treibt und bringt es uns immer nur in eine Richtung: Vorwärts. Wie oft haben wir das Gefühl, beim Straucheln rückwärts zu gehen und dabei zurückgeworfen zu werden. So sehen wir nun, dass diese Wahrnehmung, ganz einfach eine optische oder gefühlte Täuschung […]

Zwischen den Jahren …

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Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende.

Die Ranzen sind nach dem üppigen Festmahl vollgeschlagen und der Schein in den Augen nach den besinnlichen Stunden an den Festtagen hält noch ein paar Stunden an.

Manch einer von uns genießt die Urlaubstage bei dem frühlingshaften Wetter , andere müssen oder wollen gar arbeiten.
So unterschiedlich wir diese letzten Tage des Jahres auch begehen, ist ihnen allen doch eines gemeinsam : es sind die letzten Tage eines fast vergangenen Jahres 2015.

Manch einer mag auf die Vorsätze blicken, die er in der letzten Jahreswechselnacht unter dem Leuchten der Raketen beschlossen hat und ein Resume starten; beurteilen, wo er mit ihnen heute steht.
All jene, die grundsätzlich keine Vorsätze fassen, ertappen sich dennoch in diesen letzten Tagen bei ihrem ganz eigenen Jahresrückblick.
Die Höhen und Tiefen der vergangenen 12 Monate, die zurückblickend wie im Flug vergangen sind. 
Mit zunehmendem Alter stellen wir fest, dass die Jahre von Jahr zu Jahr schneller fliegen und ertappen uns bei dem Gedanken, dass wir doch gerade erst über 2014 nachgedacht haben…

Gestern abend zum Einschlafen habe ich einen Podcast gehört, in dem es um den Begriff der „Zeit“ und ihre Flüchtigkeit ging.
Und „Ja, ich gebe es zu“ : Ich bin bei der Übertragung aus einem Hörsaal eingeschlafen.
Das ist aber kein Grund zur Traurigkeit, immerhin ist dies doch die allabendliche Absicht, wenn ich mit dem Stöpsel im Ohr im Bett einem Podcast lausche…

Aber zurück zur Antike, ein bisschen was ist vor dem Einschlafen doch hängengeblieben: die Antike, die Zeit und der Moment.
Und „Kairos“, der in diesem Dreigestirn natürlich auf keinen Fall fehlen darf.
Kairos, der Gott der günstigen Gelegengeit, also des richtigen Moments, das Pendant zu Chronos,  dem Gott der Zeit.

Dargestellt wird der Jüngling mit Flügeln an den Füßen,  um uns zu zeigen, wie flüchtig so ein Augenblick ist.
Sein Kopf ist kahl im Nacken während ein voller Haarschopf die Stirn bedeckt.
Wer von uns kennt ihn nicht, diesen Ausspruch : „Die Gelegenheit beim Schopfe packen“…und wie oft haben wir versucht ihn zu greifen und statt der Locke die kahle Stelle am Kopf erwischt, die unbarmherzig vor der Vergänglichkeit eines Augenblicks warnt …

Am Ende eines Jahres mögen wir uns daher häufig über Vergangenes Gedanken machen.
Ist es doch wahrlich so, dass sich meistens erst in der Reflektion über Vergangenes zeigt, ob wir in der einen oder anderen Situation den richtigen Moment erwischt haben oder DEN Augenblick tatenlos vorbeiziehen ließen.
Dann kommt er vielleicht dieser „wenn -dann-hätte….“ Gedanke, der ebenso nervenaufreibend wie unnötig und müßig ist.
Lernen wir doch von kleinauf zu verstehen, dass kein Mensch die Uhr je zurückdrehen kann…auch wenn es der eine oder andere hin und wieder versucht.
Selbst Kairos warnte in einem Gedicht von Poseidippos : “ Wenn ich einmal weggeflogen bin, wird mich keiner von Hinten ergreifen, so sehr er sich auch bemüht!“

Ich selbst Blicke auf ein aufregendes Jahr 2015 zurück, in dem Kairos mir und meiner Familie wohlgesonnen erschien. Ich möchte mich bei euch allen bedanken, die mir halfen, den einen oder anderen Augenblick rechtzeitig zu sehen.

Ich wünsche uns und euch allen von Herzen für 2016 die notwendige innere Ruhe und Aufmerksamkeit, um den richtigen Moment, den günstigen Augenblick zu sehen und das kleine Quentchen Glück, das es manchmal braucht, um ihn auch wirklich zu ergreifen.

Alles Liebe und Gute für das Jahr 2016, Eure Nadin

Aller guten Dinge sind drei …

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Das Leben leben, vom Leben schreiben, heißt auch immer, sich auf eine Reise zu begeben. Mal himmelhoch jauchzend, schwerelos gleitend, in schwindelerregenden Höhen. Ein anderes Mal führt es uns in dunkle Wälder, in denen wir orientierungslos herumzuirren scheinen. Dieser Band schreibt über Momente im Leben, die uns prägen und uns zu dem Menschen machen, der wir sind. Manchmal ist es nicht einfach, mutig zu bleiben, viel näher stehen uns dann die „sieben-Meilen-Stiefel“, um den Unzulänglichkeiten des Lebens zu entkommen. Lesen Sie diese kleinen Geschichten und Sie werden nicht selten nicken bei den Gedanken der Autorin. Es sind Geschichten über die kleinen, großen, leisen und lauten Augenblicke des Lebens, die uns prägen und deren Summe, das ausmacht, was wir gemeinhin „Leben“ nennen.

Jetzt erhältlich auf Amazon. De
Als ebook und Taschenbuch

Ich freue mich über eure Rückmeldung und wünsche euch einen guten Start ins Wochenende.
Viele Grüße eure Nadin

Vogelfrei

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„Bist du denn tatsächlich der „Herr“ über deinen Tag?“
Dieser Frage folgt ein skeptisch nachfragender Blick.
„Natürlich. Wenn nicht ich, wer sollte es denn sonst sein?“
Ein Kopfschütteln.
„Das glaube ich nicht. Auch du kannst doch nicht schalten und walten wie du willst! Wir sind doch alle gebunden an so viele äußere Umstände!“
„Und an was für Umstände denkst du dabei?“
„An Alles! Wir sind doch nicht vogelfrei! “
„Gut, ich sehe ein unser Körperbau ist ein wenig anders – aber ansonsten sehe ich nicht viel, das uns von einem Spatz oder dem Adler unterscheidet.“
„Jetzt hör aber auf. Wenn ein jeder machen würde, was er wollte und nicht was er wollte… und seine Wünsche auslebt, dann wäre Sodom und Gomorrha doch nicht mehr fern.“
„Oder der Garten Eden – nur so als Alternative…“
„Du spinnst doch…“
„Lieber ein Spinner, als so ein amputierter Vogel wie du!“
„Ich muss nunmal jeden Morgen zur Arbeit aufstehen und mich im Geschäft mit all dem Wahnsinn rumschlagen!“
„Das muss der Spatz auch, wenn er auf Futtersuche  ist. Oder meinst du, die Würmchen recken ihren Kopf und schreien: „hier nimm mich!“ ,  um bei diesem todbringenden Nahrungsflug unbedingt der Erste zu sein?“
„Und dann, wenn ich heimkomme wartet zuhause noch genügend Arbeit auf mich!“
„Die Nestpflege übernimmt er auch – doch auch das ist doch irgendwann geschafft!“
„Und dann…“
„Und dann und dann und dann… das was dich tatsächlich daran hindert, dich so frei wie ein Vogel zu fühlen , ist wahrscheinlich als einziges dein größeres Gehirn!“
Der fragende Blick wartet auf die Fortsetzung.
“ Du machst dir um alles und so vieles Gedanken, dass du die Momente des Fliegens einfach regelrecht verpasst!“

Back home …

20150824_073929Back home… nach wundervollen Urlaubstagen in Südfrankreich. Neben der Erholung kam auch das Schreiben nicht zu kurz. Ich war fleißig, habe die ersten 180 Seiten des neuen Projektes Korrekturgelesen und mehrere zehntausend neue Worte geschrieben.

Das entstandene Naturschutzgebiet des Gartens ist wieder einer Wohflühloase gewichen und die letzten Taschen werden heute noch ausgepackt.

Zuhause erwartete mich die Kurzgeschichte für die Anthologie per Mail aus dem Lektorat. Johanna Nagl, hat wundervolle Arbeit geleistet und ich danke dir sehr dafür. Bin ich doch nach der Korrektur heute Morgen damit wieder einen großen Schritt weiter.

Die Veröffentlichung der Anthologie des Autorennetzwerkes ist für Ende des Jahres geplant und der Erlös geht nach der Abstimmung an den Verein „BrotundBücher“. Ichh freue mich sehr dabei sein zu dürfen und wünsche euch allen Kreativen heute einen wundervollen Tag!

Liebe Grüße, eure Nadin