Neujahrswünsche im Februar…..

Wenn die besten Wünsche für das Jahr 2018 erst im Februar kommen, dann hat das neue Jahr nicht ganz so ruhig gestartet…. Ich wünsche euch allen von Herzen das viele eurer Wünsche in Erfüllung gehen, viel Erfolg bei all euren Vorhaben und vor allem Gesundheit! Fühlt euch lieb gegrüßt, eure Nadin P.s. ich glaube so […]

Wie die Zeit vergeht …

​Ein Jahr ist es her … Zeit, Danke zu sagen für all jene, die mich auf diesem Weg des Schreibens begleiten!   Daaanke🌻
7. Oktober 2015

WENN WORTE ZU GESCHICHTEN WERDEN…

Wenn Worte zu Geschichten werden, tauchen wir ab in die fremde und uns doch eigene Welt, in der wir bekannten Wesen begegnen, Schutz suchen vor fremden Mächten oder unbekannten, nie gesehenen Kreaturen.

Mal sind es Erfahrungen, Wünsche oder Träume. Ein anderes Mal vielleicht Ängste,  Gehörtes oder Sorgen die uns beim Schreiben antreiben. Ihnen allen ist gemeinsam, dass wir sie scheinbar objektiv aus der Erzählperspektive betrachten und manchmal sogar noch selbst beim Aufschreiben etwas über sie und uns lernen.

Finden wir morgen einen unserer Protagonisten in einer Situation wieder, in der wir im wahren Leben so oder anders entscheiden würden, lassen wir ihm vielleicht einmal freie Hand und beobachten mit angehalten Atem seinen Gang und seine Erfahrungen, die uns bisher verwehrt blieben .
Manchmal sind es Erfahrungen die wir auch nie teilen möchten, spiegeln sie doch unsere ureigenen Ängste, Verlust oder Schmerz, den wir glauben nicht ertragen zu können.

Dann bleibt uns als Autor nichts anderes übrig als ihnen zu folgen, sie zu begleiten und nicht länger über den anderen, leichteren Weg nachzudenken oder zu hadern.

Wir tragen sie sicher auf den Flügeln unserer Worte und betten  sie nach ihrem Kampf friedvoll und geborgen in der Geschichte.

Wir tragen die Verantwortung für jedes geschriebene Wort. Nicht nur für uns,  die spielenden Personen  sondern auch für den Leser.

Vielleicht spiegelt er doch die eine oder andere Situation für sich, so zeigen ihm unsere Akteure Möglichkeiten oder Wege sie zu bestreiten.

Er hat die Wahl, sie als Feiglinge abzustempeln, den Weg als richtig oder falsch anzusehen oder sie als Vorbild zur Bewältigung manch kommender Krise zu nehmen.

Ein jeder mag die gleiche Person in der Geschichte anders deuten. Kommt es doch auf des Lesers persönliche Situation und seinen Blickwinkel an. So wie wir uns aus einer Handvoll Hauptakteuren immer denjenigen picken, der uns persönlich am nähsten  steht oder der uns mit seiner Handlungsweise anspricht. Das kann für den einen der Held, für jemand anderen der vermeintlich Schwächere sein. Für einen Dritten wieder jemand ganz anderes.

Sie fühlen dann mit ihm, beobachten aufmerksam seine Reise durch das Dickicht der Gefühle und Situationen innerhalb der Geschichte.

Fast werden die beiden beim Lesen eins.  Bald hört man den Leser seinem Protagonisten einen Ratschlag zurufen, dann sieht man sein Kopfschütteln über die vermeintlich falsch getroffene Entscheidung, wenn der Leser entsetzt den schweren Atem anhält.

Wir hören das Aufatmen über den Seiten, wenn es am Ende dann doch noch einmal gut ausgeht.

Dieses Symbiose zwischen dem Akteur und dem Leser ist das, was man gemeinhin als „Lesererlebnis“ bezeichnet.  Das identifizieren,  das Mitfiebern und Mitfühlen des Lesenden,  das die Buchstabenmenschen fast Wirklichkeit werden lässt.

Dann, wenn sie unseren Lesern im Traum erscheinen. Manchmal bei Nacht oder vielleicht auch mit geöffneten Augen am Tag.

Dann können wir als Schreiberling stolz behaupten „wir haben alles richtig gemacht und die kalten leeren Seiten mit den Buchstaben und Worten zum Leben erweckt“.

Eine Geschichte zum Dank…

Erst gestern wieder habe ich jemanden getroffen, der sich ehrenamtlich engagiert.
Diese Engel in allen Farben, Bereichen und unterschiedlichen Projekten, die uns und andere unterstützen und nur deshalb ehrenamtlich arbeiten,  weil ihr unermüdlicher Einsatz schlichtweg unbezahlbar ist.
Als kleiner Dank für euch heute einmal eine  kleine Geschichte:

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Stille Nacht

Sami saß in dem gelblackierten Auto. Ohne es zu sehen, wusste er, dass die leuchtende Taxianzeige auf seinem Dach fast das einzige Licht in dieser kleinen Straße war,
Er saß im Dunkeln. Mit dem ausgeschalteten Motor war Ruhe im Innenraum eingekehrt und auch das Schaukeln der roten Weihnachtsbaumkugel am Rückspiegel hatte längst aufgehört.
Während die neu fallenden Schneemassen seine Frontscheibe bedeckten und ihm das Gefühl vermittelten, in einem Iglu irgendwo am Rande der Welt allein zu sitzen, hörte er den Schlag der Kirchturmglocken einige Straßen weiter. Sie läuteten pünktlich zur Dunkelheit den kommenden Heiligabend ein.

Sami zuckte erschrocken zusammen, als hinter ihm die Autotür aufgerissen wurde und sich ein großgewachsener Mann in den Sitz fallen ließ.
Mit ihm stiegen zahllose dicke Schneeflocken ein, die in der Restwärme der Anfahrt sofort schmolzen und sich in kleinen Tropfen im Haar und auf dem dunklen Mantel des Fremden verteilten.
Fahrig wischte er die Nässe aus den aufspringenden Locken.
Sami startete den Motor mit einem fragenden Blick nach dem Zielort in den Rückspiegel.
„Es ist mein erstes Weihnachten“, er sprach leiser. „Allein.“
Der Mann antwortete ihm. Ohne Zielangabe, dafür mit dem Grund und dem Namen seines Abfahrtortes: Einsamkeit.
Sami hatte sie heute während seiner langen Schicht alle gefahren: Die vorfreudig Aufgeregten auf ihrem Weg zu den wartenden Freunden und Familien, die Weihnachtsflüchtlinge, die nur weg aus diesem Weihnachtstumult wollten und diejenigen, die noch auf den letzten Drücker etwas zu besorgen versuchten.

Sami lenkte den Wagen auf die Straße und schaltete das Tachometer aus.
„Es ist meine letzte Fahrt heute Abend“, antwortete er auf den wortlos nachfragenden Blick des Fahrgastes. `Und meine längste ohnehin´, setzte er schweigend in Gedanken hinzu.
„Was mache sie dann? Gehen sie nach Hause zu ihrer Familie?“
„Ich sehe sie dieses Jahr zu Weihnachten nicht.“ Sami schluckte. „So wie auch letztes Jahr nicht und das Jahr davor. Ich hoffe, sie sind nächstes Jahr bei mir.“

Der Nachfragende schwieg bei dieser Antwort. Wortlos. Fast erschrocken.
Sie waren zwei Einsame. Fremde, einander unbekannte Männer, die an diesem Heiligen Abend so viel mehr verband, als manch andere, die sich seit Jahren gut kannten.
Schweigend fuhren sie durch die schneebedeckten, um diese Uhrzeit fast menschenleeren Straßen, quer durch die Stadt.

Sami hatte ihn gesehen, den Fremden beim Einsteigen.
Die wohlausgesuchte Kleidung für diesen Festtag und seine Entschlossenheit, diesen Festtag nicht allein zu verbringen, auch wenn er noch kein Fahrtziel hatte.

„Wo sind wir?“
Irritiert beugte sich der Fremde nach vorne, als Sami später das Taxi vor einem weihnachtlich geschmückten, hellerleuchteten Gebäude zum Stehen brachte.
„Kommen Sie.“
Ohne weitere Erklärung stieg Sami aus und öffnete dem Fahrgast von außen die Tür.
„Ich komme seit zwei Jahren am Heiligabend hierher. Es ist wunderbar. Kommen Sie kurz mit herein.“
Der warme Duft von Kerzen, Glühwein und Selbstgebackenem umfing die beiden Männer, als sie in das Gemeindehaus eintraten.
Der kleine Raum war gefüllt mit einander fremden Menschen, die die Neuankömmlinge herzlich wie lange nicht gesehene Familienmitglieder begrüßten.

Eine Frau half den Beiden aus den Mänteln, während eine andere ihnen einen Becher warmen Gewürzwein reichte.

Der fremde Mann lächelte. Vielleicht das erste Mal seit Wochen, wie Sami leise dachte, als er die Weihnachtslieder leise aus der Ecke neben dem herrlich geschmückten Christbaum wahrnahm.

Sie sahen sich um in dem liebevoll dekorierten Raum, und der Blick des Mannes blieb an der großen eingedeckten Tafel hängen.
Er war nicht mehr allein. Genauso wenig wie all die anderen hier, die ihm, obwohl fremd, allesamt so vertraut erschienen.
Vertraut, vereint an diesem Heiligen Abend, in dieser Runde von Menschen, die ihre Ängste, Schmerzen oder Sorgen für ein paar Stunden verdrängte.
Gemeinsam hoffend, wartend auf das Wunder der Heiligen Nacht, das für sie alle gemeinsam und doch für jeden einzelnen von ihnen, etwas ganz persönliches Besonderes bereithalten möge

Eine wunderbare Vorweihnachtszeit wünsche ich euch allen,
Viele Grüße Nadin