Interview im Autorennetzwerk

Autoreninterview Nadin Brunkau Mein Name ist Nadin Durcak. Ich bin 40 Jahre alt und habe mein Herz in Heidelberg verloren. Die meisten von euch kennen mich unter meinem Mädchennamen: Nadin Brunkau. Begonnen hat alles mit einer schwierigen Phase in meinem Leben. Wer kennt sie nicht, persönliche Schicksalsschläge, die uns manchmal daran erinnern, uns fast zwingen, […]

Kopflos

„Wie fühlst du dich? “

„Wie ein Vogel der kopfüber in der Regenrinne feststeckt!“

Diese Antwort tatsächlich vor ein paar Tagen von mir ganz semi-altmodisch per SMS versandt, war noch nicht einmal gelogen. Wie der Vogel in die Rinne kam weiss ich nicht mehr, glichen doch die letzten beiden Wochen eher Tagen auf einem vielbefahrenen Bahnhof. Ein Zug fährt ein, ein anderer verlässt den Halt am gegenüberliegenden Gleis, während ich tatenlos auf dem Bahnsteig stehe und ihrem Kommen und Gehen mit geöffnetem Mund folge.

Was sind das für Züge? 

Vorbereitungen für die Frankfurter Buchmesse, neben dem Job, Kindern und Haushalt, Messevorbereitungen treffen, Flyer erstellen und drucken lassen sowie die letzten Buchdrucke prüfen. Ein teurer Kampf mit PayPal und 9flats,  weil die erste Zahlung für das Messeappartement mittlerweile in Singapur oder auf den Cayman Island einen neuen Eigentümer hat, während der Vermieter in Frankfurt nach wie vor darauf wartet…

Die wahnwitzige Idee in der nun verbleibenden Woche noch alles Geplante zu schaffen, weicht nach und nach der Gewissheit , dass es unmöglich ist. Der anschließend gekommene Gedanke, dann eben nur die Dinge fertig zumachen die ich schaffe und andere Projekte eben einfach zu vertagen, schafft kurz Linderung ehe er in Verzweiflung kippt.

Für heute stehen trockene Korrektur arbeiten an, die auch unausweichlich HEUTE erledigt werden müssen um das schmale Zeitfenster bis zum Druck und der Bestellung auf den letzten Drücker noch zu erwischen, ehe es sich dann mit einem lauten Zischen für immer schließt. 

Nun mag man sich manchmal im Nachgang fragen, warum denn immer alles so hektisch und im letzten Moment geschieht. Zu sagen „ich weiss es nicht“, wäre ehrlich und gleichzeitig gelogen, immerhin kenne ich das von früheren Situationen zur Genüge.  (Auch vor dem Abitur habe ich quasi jahrelang gewusst, dass der Zeitpunkt irgendwann kommt und doch war es mit dem Lernen am Ende eng;):))

Num wusste ich auch seit dem Sommer von meiner Teilnahme an der Fbm . Am Anfang haben mich die Fertigstellung des Romans und zwei weitere ehrgeizige Objekte regelrecht in eine Art Lethargie gestürzt. Vielleicht kennt ihr dieses Phänomen,  das mit dem Wachsen der ToDu Liste eine gewisse Art von Unfähigkeit, Lethargie einhergeht? Fast war ich manche Tage gar nicht in der Lage, mich an den Schreibtisch zu setzen, sondern habe Küchenschränke sortiert oder die mehreren hundert Bücher umfassenden Regale im Wohnzimmer von a nach b verschoben. Diese „Ausweichaktivitäten“, zu neudeutsch „Übersprungshandlungen“ haben dem viel zu vollen Kopf kurzfristig Linderung versprochen. Wie absurd, immerhin ist doch durch das Erfüllen dieser Arbeit nicht ein Punkt auf der drängenden „für die Messe noch zu erledigenden “ Liste gewichen. 

So ist es auch heute Morgen, kurz nach vier, und ich kämpfe gegen den Impuls heute die 42qm große Holzdecke im Wohnzimmer zu streichen, nur um nicht an den Schreibtisch zu gehen. Wohlweislich habe ich die Kellertür zur Werkbank bereits geschlossen und den Powerknopf am PC bereits gedrückt. 

In diesem Sinne wünsche ich euch gutes Gelingen bei all euren Vorhaben heute und grüße euch ganz herzlich aus der Regenrinne, eure Nadin 

Wie die Zeit vergeht …

​Ein Jahr ist es her … Zeit, Danke zu sagen für all jene, die mich auf diesem Weg des Schreibens begleiten!   Daaanke🌻
7. Oktober 2015

WENN WORTE ZU GESCHICHTEN WERDEN…

Wenn Worte zu Geschichten werden, tauchen wir ab in die fremde und uns doch eigene Welt, in der wir bekannten Wesen begegnen, Schutz suchen vor fremden Mächten oder unbekannten, nie gesehenen Kreaturen.

Mal sind es Erfahrungen, Wünsche oder Träume. Ein anderes Mal vielleicht Ängste,  Gehörtes oder Sorgen die uns beim Schreiben antreiben. Ihnen allen ist gemeinsam, dass wir sie scheinbar objektiv aus der Erzählperspektive betrachten und manchmal sogar noch selbst beim Aufschreiben etwas über sie und uns lernen.

Finden wir morgen einen unserer Protagonisten in einer Situation wieder, in der wir im wahren Leben so oder anders entscheiden würden, lassen wir ihm vielleicht einmal freie Hand und beobachten mit angehalten Atem seinen Gang und seine Erfahrungen, die uns bisher verwehrt blieben .
Manchmal sind es Erfahrungen die wir auch nie teilen möchten, spiegeln sie doch unsere ureigenen Ängste, Verlust oder Schmerz, den wir glauben nicht ertragen zu können.

Dann bleibt uns als Autor nichts anderes übrig als ihnen zu folgen, sie zu begleiten und nicht länger über den anderen, leichteren Weg nachzudenken oder zu hadern.

Wir tragen sie sicher auf den Flügeln unserer Worte und betten  sie nach ihrem Kampf friedvoll und geborgen in der Geschichte.

Wir tragen die Verantwortung für jedes geschriebene Wort. Nicht nur für uns,  die spielenden Personen  sondern auch für den Leser.

Vielleicht spiegelt er doch die eine oder andere Situation für sich, so zeigen ihm unsere Akteure Möglichkeiten oder Wege sie zu bestreiten.

Er hat die Wahl, sie als Feiglinge abzustempeln, den Weg als richtig oder falsch anzusehen oder sie als Vorbild zur Bewältigung manch kommender Krise zu nehmen.

Ein jeder mag die gleiche Person in der Geschichte anders deuten. Kommt es doch auf des Lesers persönliche Situation und seinen Blickwinkel an. So wie wir uns aus einer Handvoll Hauptakteuren immer denjenigen picken, der uns persönlich am nähsten  steht oder der uns mit seiner Handlungsweise anspricht. Das kann für den einen der Held, für jemand anderen der vermeintlich Schwächere sein. Für einen Dritten wieder jemand ganz anderes.

Sie fühlen dann mit ihm, beobachten aufmerksam seine Reise durch das Dickicht der Gefühle und Situationen innerhalb der Geschichte.

Fast werden die beiden beim Lesen eins.  Bald hört man den Leser seinem Protagonisten einen Ratschlag zurufen, dann sieht man sein Kopfschütteln über die vermeintlich falsch getroffene Entscheidung, wenn der Leser entsetzt den schweren Atem anhält.

Wir hören das Aufatmen über den Seiten, wenn es am Ende dann doch noch einmal gut ausgeht.

Dieses Symbiose zwischen dem Akteur und dem Leser ist das, was man gemeinhin als „Lesererlebnis“ bezeichnet.  Das identifizieren,  das Mitfiebern und Mitfühlen des Lesenden,  das die Buchstabenmenschen fast Wirklichkeit werden lässt.

Dann, wenn sie unseren Lesern im Traum erscheinen. Manchmal bei Nacht oder vielleicht auch mit geöffneten Augen am Tag.

Dann können wir als Schreiberling stolz behaupten „wir haben alles richtig gemacht und die kalten leeren Seiten mit den Buchstaben und Worten zum Leben erweckt“.

40 – argh ….

Vor einiger Zeit habe ich ihn selbst geschrieben und gepostet: den Beitrag mit dem Titel “ 40 – na und“. 
Nun neun Tage vor meinem eigenen 40. Geburtstag bleibt in meinem Kopf die „40“, während das „na und“ täglich, fast stündlich mehr und mehr weicht.  Was für ein gruseliges Gefühl, bald einer Midlife Crises gleichend, macht sich in meinem Bauch und Hals breit. Liegt schwer im Magen und schnürt mir die Kehle zu, wenn ich nur an diesen Geburtstag denke. Dabei hat es weniger mit dem Alterungsprozess an sich zu tun, ich würde wohl unbedarft 41 werden,  als vielmehr mit dieser magischen Grenze, die 40 für mich impliziert. Wenn ich optimistisch, meinen ungesunden Lebenswandel einmal ausblendend, davon ausgehe, das hohe Alter von achtzig zu erreichen, dann habe ich am 20. mit dieser „40“ die Hälfte meines Lebens bereits hinter mir. Dazu mischt sich dieses unangenehme  Gefühl, dass,  ähnlich wie beim Bergfest, die zweite Etappe immer kürzer erscheint und die Zeit schneller zu fliegen beginnt… Wer kennt es nicht dieses Gefühl, das die zweite Urlaubswoche schneller vergeht als die erste oder der Abstieg von Berg, der Rückweg einer Reise kürzer erscheint. – ARGH ….

Ja, ich hadere damit und gebe es offen zu. Mein Versuch heute morgen einen Blog für euch zu schreiben, ist ebenso kläglich an dieser Situation gescheitert wie mein Versuch, den Geburtstag samt Fest einfach ausfallen zu lassen. 

 Nun habe ich mich dennoch entschieden, euch einfach daran teilhaben zu lassen. Vielleicht ging es ja dem/ der einen oder anderen auch schon so.

Nichts desto trotz oder gerade deshalb wünsche ich allen wundervolle Augusttage, in denen sich die Sonne bald wieder zeigt. Euch und mich mit ihrer Wärme umarmt, das Lachen mitbringt und uns allen zeigt: „so schön kann Leben sein“ ;):)😂