Artisten

Artisten Es geht darum, mit der Sprache zu jonglieren. Ihrer Herr zu werden und gleichzeitig mit ihr zusammenzuarbeiten. Mit den Worten Bilder zu malen, die in unserem Geist längst existieren, und die wir versuchen auf dem Blatt mit Silben, Worten und Sätzen nachzustellen. Je nachdem, wie gut uns dies gelingt, so zufrieden sind wir am […]

An Authors Life …

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Der Timer auf dem Handy ist gestellt. Die rückwärtszählenden Sekunden scheinen lautlos laut zu ticken. 20 Minuten Schreibzeit liegen vor mir in denen ich es hoffentlich schaffe, meinen Montagsblog für euch zu schreiben.
Nachdem meine morgendliche Schreibzeit im wahrsten Sinne des Wortes einem Brotjob in einer Bäckerei gewichen ist, bin ich noch auf der Suche nach dem passenden Schreibzeitfenster.

Eure Rückmeldungen auf meinen letzten Blog haben mich sehr gefreut. Ich hatte nicht zu wagen gehofft, dass euch meine Abwesenheit so sehr aufgefallen  ist. Vielen Dank für all eure lieben Worte.

Lasst mich euch heute einen Abriss geben über das, was in diesem Jahr noch geplant ist, gerade läuft oder geduldig auf dem stetig wachsenden Stapel auf dem Schreibtisch wartet.
Ein Romanmanuskript ist in der Korrekturphase und, mental zumindest, arbeite ich parallel an dem Exposé. Ich warte noch auf die Rückmeldung zweier Testleser um evtl. letzte Änderungen umzusetzen. Dieses Manuskript wird noch einmal seinen Weg durch die Verlagshäuser nehmen und nicht per se als Spler veröffentlicht.
Ein weiteres Projekt, der „Simon“, eine Adaption zu H. Hesses „Unterm Rad“ wartet auf die Rückmeldung der ersten Testleser und um ehrlich zu sein noch auf ein paar Füllkapitel sowie auf ein adequates Ende, da ich mit dem vorläufigen noch nicht ganz zufrieden bin.
Die angefangene Dystopie liegt im lila Schnellhefter mittlerweile ziemlich weit unten in dem Stapel.  Sie war eine Ablenkung, ein Ausgleich zu der trockenen Kotrekturarbeit  und der Versuch in einen Mainstream einzusteigen, von dem ich heute noch nicht sagen kann, ob er glückt.

Was gibt es noch?
Die Anfrage für zwei Lesungen die zwangsläufig mal wieder ein passendes Buch voraussetzen. Ein Deja-vus, ich fühle mich erinnert an den Herbst des vergangenen Jahres in dem kurzer Hand  „zauberhaft und weihnachtsweise“ entstanden ist. Also gesellen sich zu den vorgenannten Projekten noch lose oder getackerte Blätter mit Kurzgeschichten hinzu, die mehr oder weniger erfolgreich in der knappen freien Zeit entstehen. Ein Potpouri aus verschiedenen Genres, ohne Einschränkungen soll es werden, so dass sich dieses Kleinod optimal für Lesungen unter dem Jahr eignet.  Das hohe Ziel es bis zum 30.5. korrektur- und lektoratsreif hinzubekommen scheint augenblicklich fast vermessen, doch ich rette mich in die Zeit des kommenden Pfingsturlaubs.

Was gibt es noch?
Eine Anthologie des Autoren Netzwerkes „Sommer und mehr“ : Meine Kurzgeschichte ist fertig, lektoriert und fristgerecht abgegeben.
Eine weitere Anthologie der „Herzblut Welten “ steht an. Ich freue mich darauf und werde eine Geschichte beisteuern.

Im Juni nehme ich am Literaturcamp in Heidelberg teil und im Oktober werde ich auf dem Stand der Herzblut Welten auf der Frankfurter Buchmesse mit meinen Büchern vertreten sein. Die Organisation wird auch Zeit in Anspruch nehmen, doch ich freue mich wahnsinnig darauf. Bin ich doch gespannt auf diesen ersten Messeauftritt und freue mich darauf, den einen oder anderen von euch dort endlich einmal persönlich zu treffen.

Wenn ich meine eigenen Projekte so aufgelistet sehe, bin ich fast sicher, dass jetzt der geeignete Zeitpunkt gekommen ist, endlich Prioritäten zu setzen.  ;)😂
Immerhin bin ich kein Vollzeitschreiber, sondern auch noch Mutter, Hausfrau und Basis-Kraft.
So werde ich euch auf dem laufenden halten, welche Pferde in diesem Rennen gerade vorne sind. Wer strauchelt, sich wieder fängt, welcher Favorit vielleicht plötzlich mit dem vermeintlichen Außenseiter kämpft….

Ich wünsche euch für all eure Projekte viel Erfolg,  die nötige Zeit und die richtige Eingebung, die perfekte Idee.
Fühlt euch herzlich gegrüßt und alles Liebe,
Eure Nadin

Hesse vs. Eminem

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Wie entspannend ist es heute Morgen endlich einmal wieder zu schreiben nach  mehr als zwei Wochen Abstinenz. Tatsächlich habe ich gar nichts getan, was mit meinem Hobby oder der Leidenschaft dafür einhergeht. Ein wenig hat es sich angefühlt wie amputiert, verkrüppelt,  unfertig, als ob EIN nicht unerheblicher Teil fehlt.

In den wenigen freien Minuten habe ich sehnsüchtig den „Demian“ von H.Hesse noch einmal gelesen. Ich tue das gern, wenn für alles die Zeit oder Muse fehlt; dann nehme ich sie hin und wieder aus dem Bücherregal.  Sie, das sind die sogenannten Klassiker, die ich bereits mehr als einmal gelesen habe. Deren Geschichte mir längst so vertraut ist, dass sie mir keine Überraschungen mehr verspricht. Ich lese dann „nur“ um mich an den Worten, den Sätzen und der Sprache zu erfreuen. Nicht selten verharre ich nach einem Absatz,  und zu neudeutsch würde ein „wow“ durch meinen Kopf hallen, wenn er nicht so sprachlos und gänzlich leer wäre. (Was nebenbei gesagt gar keine schlechte Voraussetzung zum Lesen ist.)

Ich tauche dann ein in die Sprache des Autors. Jetzt ausgesprochen oder aufgeschrieben klingt es fast schwülstig, doch es trifft den Nagel auf den Kopf. Es ist in diesem Fall tatsächlich so,  dass mich weniger die bekannte Handlung als der Erzählstil durch die Geschichte trägt. Vielleicht bin in gar ein „Wort-Fetischist“:
Ein „Sätze-Liebhaber“, der sich an dem geschriebenen Wort ergötzt. An  der Macht und Magie, die sie haben können, wenn sie Bilder in unserem Kopf malen und unser Herz mitfühlen lassen.

Daneben habe ich in den  letzten Jahren auch so viele Bücher gelesen, die mit vergleichsweise „einfacher Sprache “ die Handlung absolut spannungsbogengetreu vorantreiben. Und doch habe ich für mich gemerkt, dass ich angefangen habe flüchtiger zu lesen. Das Querlesen der Seite reichte gar bei manchen Büchern aus, um den Inhalt der kurzen Sätze zu erfassen.

Ich sage das wirklich ohne Wertung, das ist ganz wichtig!
Denn Literatur ist ähnlich wie alle anderen Künste, Musik und Malerei eingenommen, ganz einfach und schlichtweg: Geschmackssache.

Gehen Sie doch einmal mit vier verschiedenen Menschen in die Kunsthalle und mindestens drei von ihnen bleiben jeder vor einem anderen Bild stehen. Manch einer mag die abstrakte Darstellung,  die ihm viel Spielraum für die eigene Phantasie lässt, wohingegen ein anderer mit offenstehendem Mund vor einem einer Fotografie gleichenden Stilleben innehält. Er bewundert die feinsten Farbnuancen, die minimalen Abstufungen und das Spiel vonLicht und Schatten…

So ist und bleibt die „Literatur“, nicht umsonst im Lexikon als „Kunstform“ bezeichnet, auch immer verbunden mit dem altbekannten Ausspruch: „Kunst liegt im Auge des Betrachters“, oder in unserem Fall: im Auge und Herzen des Lesers .
Die Leser, die so zahlreich und verschieden wie wir Autoren selbst sind; ein Umstand, an dem wir uns erfreuen sollten.
Ein Dürer würde nie malen wie ein Picasso und aus einem Rembrandt wird auch kein van Gogh mehr. Und doch hat ein jeder von ihnen seinen eigenen Platz in der Kunstgeschichte gefunden, deren Vielfältigkeit nur zu bewundern ist.
Ob wir als Schreiberling nun eher zu der einen oder anderen Epoche, Stilrichtung gehören liegt wohl einzig in unserer Natur. Also versuchen wir uns nicht zu verbiegen oder unseren Stil zu ändern, ist er doch das, was unseren Wiedererkennungswert ausmacht.
Wie irritiert wären wir, wenn aus Whitney Houstons Mund Tracy Chapmans Töne kämen oder aus einem Pavarotti plötzlich ein Eminem wird.

In diesem Sinne, ein Hoch auf die Vielfältigkeit der Literatur und schön, dass es jeden einzelnen von euch gibt!

Schlag auf Schlag…

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104 pages

ISBN-13: 978-1519230713 (CreateSpace-Assigned)
ISBN-10: 1519230710

– Vom Schreiben schreiben: Wenn Worte Bilder malen https://www.amazon.de/dp/1519230710/ref=cm_sw_r_awd_mBDrwbG7NWR43

„Vom Schreiben schreiben…ist kein klassischer Schreibratgeber im herkömmlichen Sinne. Vielmehr sind es Reisen in die Welten der Worte, der Gedanken, der Sätze und des Lebens. Mutig bereist schreiben sie die schönsten Geschichten.
Von der Idee zur Geschichte, zum Buch ist eine aufregende, manchmal beschwerliche und so oft Freude bringende Reise.
Gehen Sie mit, tauchen Sie ein in die Welten und Gedanken, die Ihnen sicherlich nicht fremd sind, egal ob sie Leser oder Autor sind.“

Mein herzlicher Dank an Kathi Roestel, Berlin (http://littlebluebox.jimbo.com) für die wundervolle Covergestaltung.

Einmal begonnen gibt es kein Halten mehr :mrgreen:

Ich freue mich, euch mein zweites Werk, ab sofort bei Amazon als ebook und Taschenbuch erhältlich, vorstellen zu dürfen.

Ich freue mich noch mehr, wenn es euch gefällt und sende euch allen ganz viel Erfolg für all eure Vorhaben!
Liebe Grüße
Nadin

Danke, Herr Gutenberg

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Das fertige Buch in den Händen zu halten ist der Lohn für diese,  unsere Mühe.
Für die sich überschlagenden Gedanken im Kopf,  die endlosen Arbeitsstunden, den Kämpfen mit unserem inneren Schweinehund und den nagenden Selbstzweifeln in den schlaflosen Nächten des Autoren-Daseins.

Fast möchten wir Herrn Gutenberg nach all diesen Jahren für seine Erfindung des Buchdrucks  nachträglich noch einmal danken und ihn umarmen.
Und zwar immer dann, wenn das Paket mit den ersten gedruckten Exemplaren von einem Postboten gebracht wird, der gar nicht versteht, warum wir ihn so freudestrahlend begrüßen und ihm zum Abschied „den besten Tag seines Lebens“ wünschen.

Vergleichbar mit der Aufregung zur Bescherung als Kind an Weihnachten packen wir aufgeregt und vorsichtig zugleich das Paket sofort aus.
Wir bewundern den mehrfachen Einschlag in schützendes Seidenpapier und die zusätzlich Schutz gebende Luftpolsterfolie.
Ganz offensichtlich ahnte die Druckerei beim Verpacken wie wertvoll dieses Baby für uns Empfänger doch ist.

Dann halten wir es in den Händen.
Stolz, unser erstes eigenes gedrucktes Buch.

Die erste Seite ziert unser Cover.
Vielleicht schweißtreibend selbst entworfen oder extra und ausschließlich für uns von einem Profi in Feinarbeit erstellt.
Unser Buchcover, ein Gesicht das uns anlächelt und beinahe gratulierend auf unsere Schultern klopft in diesem so persönlichen Moment.

Die Seiten fassen sich wunderbar glatt an, während wir oberflächlich den Druck prüfen, gleich nachdem die nach oben gestiegenen Freudentränen den Blick auf unser Endprodukt ungetrübt freigeben.

Die Worte, so gebündelt, gleichmäßig gedruckt, lassen nicht mehr erahnen wie unsortiert, sprunghaft oder manchmal verzweifelt hadernd, sie auf dem handschriftlichen Manuskript gestanden hatten.

Sie sind fertig.
Die Worte, die Gedanken, die Sätze.
Zu Ende gebracht und auf das weiße reine Papier gebannt.
Sie leuchten uns entgegen, gebündelt  und gebunden, ehe wir sie hinaustragen mit der Veröffentlichung in die große weite Welt.
Unser persönlichstes Geschenk damit zur Diskussion stellen und freigeben.
Es prüfen lassen von der Schar der Leser, um zu sehen, wie es auf sie wirkt und ob wir sie mit unseren Worten tatsächlich erreichen.

Wenn dann, nach der Veröffentlichung des Buches die erste Rezension kommt, beginnt das Spiel von neuem.
Ein aufgeregter Klick auf die vergebenen Sterne. Mit einer Mischung aus Neugier lesen zu wollen und einer ungewissen Anspannung vor dem, was kommen möge, öffnen wir die meinungsoffenbahrende Beurteilung.
Wir lesen gebannt, was die ersten Leser über unser Werk denken und realisieren in diesem Moment beinahe überrascht, dass wir es tatsächlich wahr gemacht haben und unsere Worte und Gedanken, für jedermann lesbar und zugänglich ein kleiner Teil dieses großen Literaturkosmos geworden sind.

Das Kind braucht einen Namen

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Neun Monate haben wir Zeit uns einen Namen für den neuen kommende  Erdenbürger zu überlegen. Manch Unentschlossene unter uns sogar ein paar Tage länger.

Dann sind wir nicht nur schwanger gut sichtbar am Bauch, sondern gehen mindestens genauso lange schwanger mit der Frage, mit welchem Namen wir unserer Kind bald rufen wollen.

Viele Namen fallen unabhängig von der wohlklingenden Buchstabenkombination aus, weil wir sie automatisch und blitzschnell mit lebenden Personen assoziieren.
„Nein, die war hässlich,  ein anderer dumm, ein weiterer unberechenbar und ein vierter auf irgendeine andere Weise auffällig …“
Ein jeder von uns kennt sie, die Namen seiner Kindheit. Von den Gesichtern, die lange verdrängt, schließlich Jahre später zu einem unumstößlichen Ausschlusskriterium werden, wenn ihr Name plötzlich auf einer „engeren-Auswahl-„Liste auftaucht.

So prägen sie uns, die Elisabeths und Fritze dieser Welt, wenn wir spontan vehement unser Veto einlegen.

Nun verhält es sich beim Schreiben so, dass wir oft plötzlich bei einem aufflackernden Gedanken, einen Mann oder eine Frau beschreiben noch bevor wir  an DEN Punkt geraten, ihnen einen Namen zuschreiben zu müssen. Können wir doch nicht dauerhaft  von „er oder sie“ sprechen und alle anderen,  sie auszeichnenden Attribute haben wir auch genug erwähnt.

Das ist nicht selten der Punkt, an dem wir den bis dahin fließenden Schreibprozeß unterbrechen und ernsthaft beginnen nachzudenken, wohingegen alles andere bisher eher improvisierend aus unserer Feder lief.

Dann kommt er wieder einmal: der große Seufzer. Bei dem wir gleichzeitig versuchen, nicht den bis zum bersten gespannten roten Faden im Kopf zu verlieren.
Die ersten einfallenden Namen werden vertrieben: „Nein,  so heisst mein Nachbar, die Kollegin oder der Bäcker um die Ecke…“
Keiner von ihnen  möchte sicher an diesem Morgen der „Schlächter in der Kleinstadt oder ein beziehungsbedrohender Seitensprung“ sein.
Hin und wieder, und das nicht zu selten, muss ich das fulminante, sich ins Unermessliche steigernde, Grübeln beenden, weil es droht, die Geschichte im Kopf zu vegessen. Meine Figuren laufen dann als „XYZ“ oft begleitet von „ABC“ weiter durch die Geschichte.

Das geht noch ganz gut, wenn wir nur ein oder zwei Figuren haben. Bei Mehreren erschwert dieser Buchstabensalat  die Konzentration unnötig, ehe sie schließlich gänzlich schwindet.

Also steht die Entscheidung fest. Sie ist quasi gefallen und muss „nur noch“ umgesetzt werden: Sobald sich ein wenig schreibarme Luft im Raum befindet, muss ein „Namensbuch“ angelegt werden.
Idealerweise mit ausreichend männlichen und weiblichen Wahlmöglichkeiten gefüllt, belegt und verbundenen mit kennzeichnenden  Attributen, die mein Kopf ihnen automatisch und meist unumstößlich zuweist.
Ein kleines Nachschlagewerk,  das dann in solchen Situationen hilft, vergleichbar den Bestsellern über Kindernamen.

Eine Namensenzyklopädie, die einmal kurz geöffnet Hilfe verspricht.
Immer dann, wenn wir an einem dunklen Morgen grübeln, wer wohl wen im Wohnzimmer erschlagen  hat oder dort gerade sinnlich verführt.