Nur eine Idee

Es ist eine der schönsten Phasen im Entstehungsprozess eines Buches: der Moment, wenn eine Idee reift. Vielleicht ist es , wie das erste Ultraschallbild, auf dem man(n)/frau das Geschlecht erkennt und dem auszutragenden Kind das erste Mal einen Namen gibt, während man sich vorstellt, wie es aussehen und sich entwickeln wird. Wem es wohl ähnlich […]

Wortlos

Geschichte des Tages für das Autorennetzwerk auf fb Nadin Brunkau WORTLOS Sie sah ihn an. Er sah sie an. Es war diese Art von Schweigen, das so viel mehr sagte, als Worte je könnten. Ihre Augen erzählten ihm eine Geschichte, der er schweigend mit seinem ganzen Körper lauschte. Er hörte sie. Er fühlte es, jedes […]

Ebbe und Flut

Ebbe und Flut Tiefes Glück Der Wunsch: auf ewig haltend Nicht schwindend Während die Gezeiten walten Tiefes Glück Ein Gefühl, das uns wachsen lässt Uns die Träume vom Fliegen schenkt Bald wie dem flügge gewordenen Vogel im Nest Tiefes Glück Das uns trägt durch die dunklen Täler des Lebens Über Berge, die Krater, sicheren Fußes […]

Zwischen den Jahren …

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Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende.

Die Ranzen sind nach dem üppigen Festmahl vollgeschlagen und der Schein in den Augen nach den besinnlichen Stunden an den Festtagen hält noch ein paar Stunden an.

Manch einer von uns genießt die Urlaubstage bei dem frühlingshaften Wetter , andere müssen oder wollen gar arbeiten.
So unterschiedlich wir diese letzten Tage des Jahres auch begehen, ist ihnen allen doch eines gemeinsam : es sind die letzten Tage eines fast vergangenen Jahres 2015.

Manch einer mag auf die Vorsätze blicken, die er in der letzten Jahreswechselnacht unter dem Leuchten der Raketen beschlossen hat und ein Resume starten; beurteilen, wo er mit ihnen heute steht.
All jene, die grundsätzlich keine Vorsätze fassen, ertappen sich dennoch in diesen letzten Tagen bei ihrem ganz eigenen Jahresrückblick.
Die Höhen und Tiefen der vergangenen 12 Monate, die zurückblickend wie im Flug vergangen sind. 
Mit zunehmendem Alter stellen wir fest, dass die Jahre von Jahr zu Jahr schneller fliegen und ertappen uns bei dem Gedanken, dass wir doch gerade erst über 2014 nachgedacht haben…

Gestern abend zum Einschlafen habe ich einen Podcast gehört, in dem es um den Begriff der „Zeit“ und ihre Flüchtigkeit ging.
Und „Ja, ich gebe es zu“ : Ich bin bei der Übertragung aus einem Hörsaal eingeschlafen.
Das ist aber kein Grund zur Traurigkeit, immerhin ist dies doch die allabendliche Absicht, wenn ich mit dem Stöpsel im Ohr im Bett einem Podcast lausche…

Aber zurück zur Antike, ein bisschen was ist vor dem Einschlafen doch hängengeblieben: die Antike, die Zeit und der Moment.
Und „Kairos“, der in diesem Dreigestirn natürlich auf keinen Fall fehlen darf.
Kairos, der Gott der günstigen Gelegengeit, also des richtigen Moments, das Pendant zu Chronos,  dem Gott der Zeit.

Dargestellt wird der Jüngling mit Flügeln an den Füßen,  um uns zu zeigen, wie flüchtig so ein Augenblick ist.
Sein Kopf ist kahl im Nacken während ein voller Haarschopf die Stirn bedeckt.
Wer von uns kennt ihn nicht, diesen Ausspruch : „Die Gelegenheit beim Schopfe packen“…und wie oft haben wir versucht ihn zu greifen und statt der Locke die kahle Stelle am Kopf erwischt, die unbarmherzig vor der Vergänglichkeit eines Augenblicks warnt …

Am Ende eines Jahres mögen wir uns daher häufig über Vergangenes Gedanken machen.
Ist es doch wahrlich so, dass sich meistens erst in der Reflektion über Vergangenes zeigt, ob wir in der einen oder anderen Situation den richtigen Moment erwischt haben oder DEN Augenblick tatenlos vorbeiziehen ließen.
Dann kommt er vielleicht dieser „wenn -dann-hätte….“ Gedanke, der ebenso nervenaufreibend wie unnötig und müßig ist.
Lernen wir doch von kleinauf zu verstehen, dass kein Mensch die Uhr je zurückdrehen kann…auch wenn es der eine oder andere hin und wieder versucht.
Selbst Kairos warnte in einem Gedicht von Poseidippos : “ Wenn ich einmal weggeflogen bin, wird mich keiner von Hinten ergreifen, so sehr er sich auch bemüht!“

Ich selbst Blicke auf ein aufregendes Jahr 2015 zurück, in dem Kairos mir und meiner Familie wohlgesonnen erschien. Ich möchte mich bei euch allen bedanken, die mir halfen, den einen oder anderen Augenblick rechtzeitig zu sehen.

Ich wünsche uns und euch allen von Herzen für 2016 die notwendige innere Ruhe und Aufmerksamkeit, um den richtigen Moment, den günstigen Augenblick zu sehen und das kleine Quentchen Glück, das es manchmal braucht, um ihn auch wirklich zu ergreifen.

Alles Liebe und Gute für das Jahr 2016, Eure Nadin

Die Krümmung der Zeit …

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… oder der Moment, an dem wir physikalische Gesetzmäßigkeiten einfach aushebeln.

Was sind das doch für Momente, in denen wir selbst manchmal staunen.
Wissen wir doch von kleinauf, dass 60 Sekunden eine Minute und 60 Minuten eine Stunde ergeben.
Und doch kommt es uns manchmal so vor, als säße dort am Uhrwerk und Zahnrädchen des Lebens, ein kleiner grauhaariger Mann, der diese Regel an manchen Tagen etwas anders auslegt.

Zum Beispiel dann, wenn wir glauben, die Zeit scheint still zu stehen, nicht zu vergehen, in diesen unendlichen Momenten des Wartens.
In den Augenblicken des Ausharrens, des Haderns oder der Angst, allein zu sein mit unseren Befürchtungen, scheinen Sekunden und Minuten mitunter einer Ewigkeit zu gleichen.
Vergessen ist dann in dem Moment, die Regel oder Norm, des gleichmäßigen Hüpfens des Sekundenzeigers auf dem Ziffernblatt, wenn wir nach den dunklen Stunden erschrocken feststellen, dass erst ein paar wenige Minuten vergangen sind.

Im Gegensatz dazu erinnern wir uns an den letzten Moment, als wir im Taumel des Glücks, der Geborgenheit oder eines anderen wunderbaren Augenblicks mehr als einmal das Gefühl hatten, die Zeit, sie rinnt wie Sand durch unsere Hände.
An unseren Wunsch, den Augenblick festhalten zu wollen, ihn nie wieder zu verlassen und ihn am liebsten für die Ewigkeit einzufrieren.
Und an unseren erschrockenen  Blick auf die Zeiger der viel zu laut tickenden Uhr, die uns vorgaukelt, eine Stunde verginge in fünf Minuten.

Wie ist sie doch in unserer Wahrnehmung so dehnbar: Diese verlässliche, stetig gleich schnell laufende Zeit in unserem Leben.
Wenn aus Minuten Stunden werden und die Stunden fliegen wie Minuten.

Zeit ist relativ.
Das wissen wir nicht erst seit Albert Einstein und wir selbst müssen keine kleinen Einsteine  sein, um dieses Phänomen selbst zu erleben.

Bleibt der Wunsch, dass die trüben Stunden schneller fliegen, wohingegen  die Augenblicke des Glücks endlos erscheinen mögen!

Einen wunderbaren Wochenstart wünsche ich euch.
Liebe Grüße Nadin