Prosit Neujahr !

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Der Neujahrstag ist doch für die meisten von uns der kürzeste Tag in diesem neu begonnenen Jahr.

Nachdem wir ihn mit Raketen, Umarmungen, guten Wünschen und zuviel Alkohol oder Nikotin begrüßt haben, stolpern wir in den frühen Morgenstunden blind im Knallnebel nach Hause.

Dann ist der Vormittag meist schon vorbei, ehe er überhaupt begonnen hat, wenn sich die müden Augen irgendwann gegen Mittag öffnen.
Manch einer mag sie erschrocken aufreißen bei einem plötzlichen Bild der vergangenen Nacht, während ein Anderer versucht, sie zaghaft zu öffnen, um den dabei stärker werdenden Kopfschmerz stillschweigend zu überlisten.

Bei der ersten Tasse Kaffee, lange nach der eigentlich üblichen Uhrzeit, drängen sie sich in den Kopf: die Vorsätze, die man eifrig in der vergangenen Nacht bei dem inspirierenden Gefühl des neubeginnenden Jahres gefasst hat:
Mehr Sport, an einer verhassten Wesensart zu arbeiten oder das eine oder andere Laster endlich sein zu lassen….
Der Vorsatz ist noch einmal da, fast zum Greifen nah, aber ohne dieses euphorische „Wir-schaffen-das“-Gefühl der vergangenen Nacht, als jetzt ganz automatisch die Zigarette diesen ersten Kaffee komplettiert.

Morgen sei ja auch noch ein Tag und überhaupt lägen 365 Tage vor uns, da müssen wir es nicht übertreiben und an diesem ersten, sowieso schon so schweren Tag damit starten …
Diese Beruhigung, unser eigenes gutes Zureden, wenn die Zigarette zu gut schmeckt oder der Blick auf die wartenden Joggingschuhe bereits Seitenstechen verursacht.

So oder so trägt  dieser Neujahrstag neben dem Neubeginn auch immer etwas von Katerstimmung in sich,  an dem die Vorsätze der vergangenen Nacht auf den müden halbherzigen Prüfstand gestellt werden:
Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach“

Ärgern wir uns nicht über diese vielleicht verpatzte Chance, bereits in diesen ersten späten Stunden des Neujahrsmorgens zum Märtyrer oder Held geworden zu sein.
Nehmen wir es als das, was es tatsächlich ist:
Wir haben einmal einzig nach uns geschaut. Reflektiert, beurteilt und über Veränderungen nachgedacht, die nach der Katerstimmung wieder präsent sein werden, in dieser Zeit,  in der wir das „Hören auf uns selbst“ so oft vernachlässigen.

PROSIT NEUJAHR und die allerbesten Wünsche für euch !
Eure Nadin

🎼 Manic Monday 🎶

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Wenn ein Montag beginnt, als wären die Höllentore geöffnet worden und „2012“  läuft zeitgleich mit „Godzilla“ vor unserem Fenster ab, wagen wir nicht daran zu denken, dass dies eigentlich erst der Beginn einer neuen Woche ist.

Wenn wir uns abends erschlagen fühlen, als hätten wir eine 80 Stunden Woche hinter uns.

Wenn alle Emotionen, die ein menschlicher Geist und Körper hervorbringen kann, zeitgleich mit aller Macht und Kraft nach uns greifen, fällt es selbst den Optimisten unter uns schwer, daran zu glauben, dass das Pensum an Tickets für diese BergundTalbahn für diese Woche damit wohl aufgebraucht ist.

Wir hoffen, um nicht zu verzweifeln,  dass es ab jetzt nur noch besser werden kann.

Vielleicht fallen wir dann abends in alte kindliche Muster zurück und verdrängen den eigenen aufkommenden Gedanken an Wahn, wenn wir der Puppe oder dem Kuscheltier des eigenen Kindes liebevoll über den Kopf streichen und ihm von den Erlebnissen der letzten Stunden berichten.
Inständig hoffend, dass uns niemand dabei beobachtet. Wüssten wir doch selbst nicht, wie wir es und uns in dem Moment erklären sollen.

Ein Gespräch am Abend über mögliche Zeitreisen birgt einen kleinen Hoffnungsschimmer.

Dem Chaos zu entfliehen und ihm nach vorne zu entkommen.
In der Zukunft mit einem geklärten Blick darauf zu schauen, erleichtert aufzuatmen und zusehen, dass sich alles zum Guten aufgelöst hat.

Die Hoffnung auf diese Möglichkeit schwindet bei der genaueren Betrachtung von Anziehungskraft, Erdkrümmung und der nötigen Geschwindigkeit.
Nach einem Jahr im All ein paar Sekunden zu gewinnen, bringt uns für heute nicht wirklich weiter weg in die Zukunft.
Wobei das Jahr im All in der Stille und Schwerelosigkeit, uns auch unabhängig von der Relativitätstheorie als eine verlockende Alternative erscheint.

Nachdem wir aber den steinigen Weg von Alexander Gerst auf seinem Trip ins All verfolgt haben ( Anm.: Nach den 16 Monaten Basistraining folgt die 60-Stunden-Woche mit dem fortgeschrittenen Training, ehe es noch ein „Increment Specific Training“ gibt …),  fällt diese Option als kurzfristige Lösung -genannt Fluchtmöglichkeit – aus.

Also bleibt das, was wir doch am besten kennen.
Zwingt uns das Leben doch dieses, unser „Basistraining“ ständig zu wiederholen. Dranzubleiben, die Zuversicht darauf nicht zu verlieren, dass es irgendwann wieder in eine andere Richrung und zwar: aufwärts geht.
Einen langen Atem zu wahren und den Humor dabei nicht zu verlieren.

Gab es doch schon so viele Katastrophen an den Montagen dieser Zeit; reiht sich der unsrige nahtlos ein in die berühmte Analogie neben den Börsencrash am schwarzen Montag von 1987, den Abgasskandal von VW oder das Hochwasser von Japan.

Gott dankend, dass heute endlich Dienstag ist. Laut einer Yoga Seite im Netz ist Dienstag „ein aktiver Tag und ein Tag des Erfolgs“.
Ist doch der Mars heute unser Begleiter, der uns Mut und Kraft mit seinem roten Leuchten schenkt…;)

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen gelungenen Start in diesen Tag!

Offener Brief…

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Offener Brief zur Lesung vom 9.10.2015 in der Realschule Waibstadt
Nicoleta Craita Ten´o
„Man bezahlte den Kuckuckseiern den Rückflug“

Ein Buch zu lesen ist das Eine, es zu hören etwas Anderes.
Eine Lesung hingegen wie ein Flug auf den Schwingen des Autors selbst.
Beeindruckt von der Kraft der Wörter, den gewaltigen Sätzen verbinden wir mit dem persönlichen Eindruck vom Schreiber noch so viel mehr, als wir je zwischen den Zeilen lesen  könnten.

Gestern Abend habe ich eine Lesung besucht, die sich von bereits so vielen gehörten auf ganz einzigartige Weise unterschied.
Nicoleta Craita Teno´o:  mit ihrem preisgekrönten Buch „Man bezahlte den Kuckuckseiern den Rückflug“ war zu Gast in der Realschule in Waibstadt.

Die eventuell bei dem einen oder anderen auftretende Beklommenheit bei dem ersten Blick auf die stumme 32-jährige Autorin weicht bei den ersten Worten aus ihrem Buch. Kraftvoll, gefühlvoll vorgetragen von ihrem Verleger Alfred Büngen.

Eine Sprache, Wörter und Sätze so gewaltig, dass sie uns den Atem nehmen und als Zuhörer in ihren Bann ziehen, ebenso wie die Geschichte an sich selbst.
Die junge Autorin, die ausgelöst durch ein Traumata seit fast 20 Jahren nicht mehr spricht und tagsüber in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeitet, lässt uns mit ihren mutigen Worten und ihrer bildhaften Sprache erschreckend und gebannt zugleich, an dem Leben der Protagonisten Magdalena teilhaben.
„Harter Tobak!“, mag der Eine salopp den Inhalt bezeichnen.
Mutig, ehrlich und aufrüttelnd sind die Worte des Anderen.

Wir lassen uns tragen durch die Stationen und Erfahrungen des von Rumänien nach Hamburg umsiedelnden Romamädchens, mit Sätzen der deutschen Sprache, wie wir sie schon lange von keinem deutschen Autor mehr gelesen haben.

Sie zeigt uns, was Worte bewirken können, wenn wir beim Zuhören ihre diagnostizierte Schizophrenie und den Autismus vergessen. Bei den brillanten Sätzen, den Formulierungen, die ihresgleichen suchen, sehen wir, dass es den Zuhörern um uns herum ähnlich geht.
Sie lassen sich ein, völlig vorbehaltlos auf diese steinige Reise des jungen Mädchens Magdalena.
Sie wandern mit ihr durch die tiefen Täler, teilen die grausamen Erfahrungen und fragen sich, wie viel Leid kann ein Mensch denn ertragen?
Sie sprechen ihr Mut zu, als sie die Kraft in sich selbst sucht und schließlich einen Weg findet, über sich selbst hinaus zu wachsen.
Die Geschichte, die Worte zeigen einen steinigen, mutigen Weg, der selbst bei all den Widrigkeiten am Ende Hoffnung und Zuversicht aufblitzen lässt.

Die junge Frau, die Protagonistin wie auch die Autorin selbst, sind in und mit diesem beeindruckenden Werk über sich hinausgewachsen.
Entwickeln eine Kraft mit dieser Sehnsucht nach Leben, die uns als Zuhörer gefangen nimmt und wir zollen beiden Frauen unseren höchsten Respekt.

Eine einzigartige Lesung, mit einem ganz einmaligen Buch, die im Rahmen eines Kulturprojektes an der Realschule Waibstadt gestern Abend von der Klasse 10c auf die Beine gestellt wurde.
Von Infotafeln über die Geschichte, die Lebensumstände der Sinti und Roma bis hin zum Balkanbuffet mit landestypischen Speisen, mit passender Musik untermalt von der Weltmusikgruppe „arkestra convolt“ bleibt dieser ganz wunderbare und gelungene Abend lange in Erinnerung.

Herrn Alfred Büngen herzlichen Dank für Ihr Engagement mit den Schülern, ihr Anliegen, dass auch in der Literaturbranche seines Gleichen sucht: Das Wunder der Literatur für Jugendliche wieder greif- und erlebbar zu machen.
Die Worte und die Geschichten zu spüren, zu fühlen und damit leben zu lassen.

Ungefragt auch im Namen der anderen gebannt lauschenden Zuhörer sage ich noch einmal DANKESCHÖN.
An Nicoleta Craita Ten´o, Alfred Büngen, den Schülern, der Schule und allen so engagiert Mitwirkenden, für diesen wundervollen Abend, der uns lange im Gedächtnis bleibt. 

Herzliche Grüße
Nadin Durcak   

Tageslichtdisplay, Winterfellwuchs oder der Herbst beginnt

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Es ist einer dieser Tage an denen das Wohnzimmer trotz der auf der Uhr empirisch bewiesenen Uhrzeit von 10.00 h im Dunkeln liegt. Die Stehlampen erhellen mit ihrem stimmungsvollen Licht den großen Raum mehr mit Stimmung denn wirklich mit Licht.
Unserem Körper wird zu dieser grauen Stunde vorgegaukelt, wir hätten uns grandios in der Uhrzeit vertan und es folgt prompt ein fast den Kiefer ausränkendes Gähnen.
Der Cursor auf dem Laptop blinkt erwartungsvoll auf die kommende Bewegung, während wir mit dem leeren Geist aus dem großen Fenster auf das einheitliche Grau draußen starren.
Wir, das bin ich und der alle Symptome eines Vitamin-D Mangels zeigende Körper an mir.
Noch eine Tasse Kaffee, als könnten wir das meteorologisch ausgelöste Tief damit wegtrinken.
Selbst der lange Spaziergang mit dem Hund heute Morgen hat nur kurzfristig die Lebensgeister angeschubst. Erschreckt stellen wir fest, dass sie sich schon wieder in die kuschelig  warme Ecke, gleich neben den brennenden Kamin zurückgezogen haben. In Decken eingekuschelt haben sie die Augen geschlossen und dösen schläfrig vor sich hin.
Ein Seufzen. Es hilft ja nichts dem vergangenen Sommer hinterherzujammern,  zumal die richtig dunklen Monate erst noch vor uns liegen.
Auch meine Gedanken schweifen ab von dem eintönigen Korrekturthema am neuen Manuskript, und ich wundere mich warum, bei all diesen klugen Köpfen in diesem Land , noch niemand erschwinglich käuflich ein Display mit Tageslicht-Therapie entwickelt hat.  Für all die vielen von uns, die Stunden am Tag oder bei Nacht immer müder werdend vor den erleuchteten Bildschirmen sitzen. Vielleicht gäbe es dann beim Erwerb eines Pc’s oder Laptops mit Tageslichtdisplay sogar einen Zuschuss der knausrigen Krankenkassen.  Immerhin würden teure  rezeptpflichtige  Stunden der Lichttherapie damit der Vergangenheit angehören.
Leider fehlt mir das nötige technische know how und ich dachte der Platz des Schreibtisches am Fenster könnte sie ersetzen…Doch außen grau, macht innen grau und selbst der Versuch der Einbildung, dass die Strahlung aus meinem Laptop belebend wirkt, wird mit einem weiteren Gähnen abgeschmettert.
Ein Griff an den zerzausten Kopf, als die Gedanken an den Siebenschläfer mich in die Realität zurückholen. Gestern im Radio haben sie gesagt, dass das gute Tier bis zu 11,4 Monate des Jahres verschläft!
Ich gähne erneut und beneide es in dem Moment, wohlwissend, dass mir nicht ein Bruchteil davon vergönnt sein wird.
Dafür scheinen die  kurzen Haare seit den dunklen Tagen schneller zu wachsen. Von einem Besuch beim Friseur kann schon seit Wochen oder Monaten keine Rede mehr sein.
Ein Überbleibsel der Evolution, wie ich mir nun denke, und schiebe die Strähnen unkontrolliert von rechts nach links und wieder zurück. Als ein Relikt aus der Zeit, als wir alle noch Tiere waren scheint sich mein Haarwuchs an die dunklen, kalten Tage anzupassen.  Winterfellähnlich werden sie dichter und unbändig, während sie wachsen und wachsen, an Frisur verlieren.
Der Gedanke an den Friseur weicht den dann frierenden Ohren: Über den Winter wird nichts, was nicht zwingend notwendig ist, freigelegt.
Notwendig sind und bleiben nur die Augen während sie müde auf den immer noch blinkenden Cursor starren.
Die Hände kramen sich aus dem Winterfell auf dem Kopf und legen sich erschöpft von der Bewegung neben die Tastatur.
Ein Schubser von innen, noch ein Schluck vom warmen Kaffee.
Als der PC in den Ruhemodus gleitet ein sehnsüchtiger Gedanke an den Siebenschläfer.
Ein Seufzen, ein Aufsetzen, auf dem Display wird wieder Licht. Die Korrektur kann nicht warten- also, frisch ans Werk.

Der Körper, die Seele, ich und ES …

Es ist Freitagmorgen. Punkt 4.04 Uhr.

Ich sitze im Garten. Auf dem Foto sieht es gemütlich aus. Wie ein warmer, gemütlicher Abend nach Sonnenuntergang. Dem aufmerksamen Betrachter wird die Kaffeetasse, der Fehler in diesem Suchbild nicht entgangen sein: Richtig, es ist morgens und lange VOR Sonnenaufgang.

Ich bin seit zwei Tagen und Nächten mit Migräne geschlagen. Mit allem was dazu gehört von Augenflimmern bis Übelkeit, die mir das längere Schlafen, oder das Schlafen überhaupt noch mehr erschwert. Da ist er wieder, dieser Dauerkopfschmerz, den ich nun bei der zweiten Tasse Kaffee, versuche mit dem Ausblick auf den letzten Arbeitstag der Woche und dem anstehenden gemeinsamen Urlaub zu verdrängen.

Kommt diese Migräne, von der ich in den letzten Jahren -zumindest in diesem abscheulichen Ausmaß-längere Zeit verschont worden bin, vielleicht von dem letzten Wetterumschwung, dem verspannten Nacken oder anderer „hormoneller Frauendinge“…?! Oder ist es doch eher, wie das Buch, das ich vor einigen Jahren geschenkt bekommen habe, ein Ausdruck meiner Anspannung?

Zugegeben, die Abgabetermine für zwei Kurzgeschichten und das Weiterschreiben an dem Romanprojekt saßen mir „buchstäblich“ im Nacken. Die Vorbereitungen des kommenden Campingurlaubs gemischt mit der hurtig eingeschobenen Badrenovierung, bei der natürlich nichts so klappte wie ich mir das vorstellte und angeschlagene Kinder kamen mal wieder zeitgleich zusammen.

„Schmerz als Ausdruck der Seele.“-

Ich erinnere mich gut an meine erste Reaktion. als ich dieses Buchgeschenk geöffnet und irritiert auf den Titel geschaut hatte.  Hin und hergerissen zwischen einem „Was soll denn das? Nimmt man meine damals vorherrschenden Beschwerden nicht ernst?!“ bis zu „Kann das überhaupt sein?“, blieb es erstmal unberührt.

Das Buch stand lange ungelesen in meiner mehrere hundert Bücher umfassenden Regalwand in unserem Wohnzimmer. Einmal fast vergessen, fiel es mir vor zwei Jahren wieder in die Hände. Erneut kopfschüttelnd ablehnend, wollte ich es gerade wieder zurückstellen, als ich darüber nachdachte, dass der Schenker mir eigentlich wohlgesonnen, ein Freund und noch dazu pädagogisch wie therapeutisch ausgebildet war. Also nahm ich es an, es in die Hand und begann bei den ersten Sonnenstrahlen darin zu lesen.

An den einzelnen Inhalt erinnere ich mich nicht mehr genau. Wohl aber daran, dass ich es innerhalb kürzester Zeit bis zum Ende las. Mehr als einmal war ich erstaunt über die darin versammelten Erkenntnisse und bin heute, auch dank des Buches, offener denn je für die kleineren und größeren Wehwehchen in mir und um mich herum.

Fast sensibilisiert nimmt man plötzlich wahr, wenn die Freundin vom Stress im Büro erzählt und anschließend über seit Tagen anhaltendes Sodbrennen klagt. „Es schlägt dir ganz schön auf den Magen, was ?“ – „Ja.“

Die Frau, die einmal zum Kaffee eingeladen all die angestauten Emotionen über die Zwistigkeiten in ihrer Ehe herausläßt und dabei das seit Tagen sich beständig haltende Halsweh nicht ignoriert.  „Du hast regelrecht einen Kloß im Hals – sprich es endlich aus!“

Die Bekannte, die mit ihren drei Nebenjobs, sich mit bloßem Auge erkennbar schon viel zu viel aufgeladen hat, ist heute zu hause geblieben, nachdem sie wegen furchtbarer Schmerzen in den Beinen einen Orthopäden aufgesucht hat. „Marie, das ist alles zu viel! Es zwingt dich in die Knie!“ – „Ich weiß!“

Beim Abholen des Kleinsten im Kindergarten höre ich eine Dreifachmutter, mit dem Säugling auf dem Arm, über die schlaflosen Nächte klagen. „Außderdem ist mein Ohr schon seit Tagen zugefallen. Ich habe richtig Schwindel!“ … sie hat ganz eindeutig „zu viel um die Ohren.“

Wenn wir mal lauschen und beobachten dann hören wir sie so oft. Diese Redewendungen, die wir fast tagtäglich und vielleicht unbewusst benutzen. Nach deren Aussprechen wir aber meistens den Prozeß des Beobachtens und Reflektierens schon wieder beenden.  Wir sollten uns darauf einlassen, uns selbst wieder genauer wahrzunehmen, in dieser hektischen und schnelllebigen Welt. Die Gedanken und Gefühle nicht immer so schnell und so gerne in die, in uns allen sicher vorhandenen Eimerchen schieben, bis sich irgendwann ein Deckel wegen Überfüllung nicht mehr schließen lässt.

Das Sodbrennen:  „die Galle kommt uns hoch“ ; das Völlegefühl : „diesen Stein im Magen“ ;  die Rückenschmerzen: „Ich habe mir zuviel aufgeladen“ … und auch alles Andere ernsthaft zum Anlass nehmen, um  mal wieder in uns reinzulauschen.

Dann, ja dann haben wir sicher auch die Chance, vielleicht schon heute wieder unser „Herz vor Freude hüpfen zu spüren“!   😉

In diesem Sinne einen wunderbaren Freitag, eure Nadin