Frühlingskinder

Frühlingskinder Schon früh dachte ich, die Jahreszeit, in der jemand geboren wurde, sagt etwas über seinen Charakter aus, losgelöst von den Sternzeichen. Und dies hatte weniger mit seherischen Fähigkeiten zu tun, als mit den Erfahrungen, die mich prägten. So waren mir grundsätzlich quasi seit der Geburt „Winterkinder“ suspekt. Schienen sie doch allesamt mürrisch, düster, schwer […]

Frühlingsboten

Geduldig stehen sie da, während ihre Kollegen längst eingeschmolzen sind und bereits als Hasen wiedergeboren in den Supermärkten angeboten werden. Sie sind stille Zeugen der verrinnenden Zeit: Standen sie nicht erst gestern unter dem Christbaum? Aufgeregt erwartet neben all den Geschenken, und heute drängen sich bereits die Frühlingsblüher im Garten durch die noch gefrorene Erde. […]

Anna

Geschichte des Tages Nadin Brunkau Anna Sie sah in den Nachthimmel hinauf. Konnte es tatsächlich sein, dass er zu einem jener Sterne dort oben geworden war? Wie oft hatten sie im letzten Sommer gemeinsam unter dem Himmelszelt gesessen, und er erzählte von seiner, dieser Phantasie. Es war seine Vorstellung von der Reise, die er bereits […]

Es riecht ….

„Es riecht nach Pilzen!“ Die Stimme meiner Mutter dringt ungesehen aus dem Dickicht zu mir. Verschwunden ist sie, hinter den eng gesetzten Bäumen, und ich kein Pfadfinder, um ihre Spuren auf dem moosigen Untergrund zu lesen. Den Rücken meines Vaters sehe ich. Sollte ich es einmal nicht so sein, gellte sein Pfiff, unnachahmlich, durch die […]

HELENE vs . xxx

Ebenso kraftvoll wie Helene Fischer die Töne ins Mikrofon trällert, habe ich mich jahrelang gegen ihre Musik gewehrt. Und damit nicht nur gegen sie sondern auch gg meinen Mann, einen bekennenden Fan. Der Höhepunkt war ebenso gefordert wie erreicht, als kein Mensch an ihrem „Atemlos“ Ohrwurm vorbeikam. Und nun bei den ersten Sonnenstrahlen und dem […]

Wortlos

Geschichte des Tages für das Autorennetzwerk auf fb Nadin Brunkau WORTLOS Sie sah ihn an. Er sah sie an. Es war diese Art von Schweigen, das so viel mehr sagte, als Worte je könnten. Ihre Augen erzählten ihm eine Geschichte, der er schweigend mit seinem ganzen Körper lauschte. Er hörte sie. Er fühlte es, jedes […]

Träume sind Schäume

Träume sind Schäume

Gedankenspiele, dieses ewige „was-wäre-wenn“ sind Lieblingsbeschäftigungen und Nahrung für so viele Tagträume.

Da kommt er dann, der Lottogewinn, mit dem wir uns Wünsche erfüllen, gleich nachdem wir großzügig die Menschen, die uns am Herzen liegen beschenkt haben.

Manch anderer träumt von einer Karriere im Rampenlicht und hört, spürt ihn förmlich den tosenden Beifall ringsherum im leeren Wohnzimmer.

Sie sind so endlos wie die Vorstellungskraft der Menschen an sich: die Situationen, Charaktere, die wir uns für einen Moment herbeiträumen, nur um für einen Augenblick dem Alltag zu entfliehen.

Doch was machen sie mit uns, diese Wunschvorstellungen, denen jegliche realistische Basis oder Grundlage fehlt?

Sie tragen uns kurz auf den Schwingen des Traumes über alle Unzulänglichkeiten des realen Lebens hinweg.

Je nach Vorstellungskraft sind wir in der Lage, aus den Tagtraumerlebnissen Stärke und Kraft zu ziehen.

Immerhin waren wir gerade noch jemand, der die Welt gerettet oder sonst eine Heldentat erfolgreich vollbracht hat.

In der Psychologie gibt es das Krankheitsbild der gespaltenen Persönlichkeit. Waghalsig mag ich behaupten, wir alle tragen etwas davon in uns.

Bestreiten wir unseren Alltag noch so routiniert und mit der angepassten, notwendigen Maskerade, einer Norm gleichend, kommen unsere Wünsche oder Ängste in diesen Tagträumen ans Licht.

Dann ist der vermeintlich Unauffällige plötzlich der umjubelte Superstar, der immer Disziplinierte, Rationale plötzlich kopflos und herzzerreißend unvernünftig verliebt.

Ein anderer, der aus Schüchternheit mit seiner Meinung hinter dem Berg hält, ein Redensführer, der die Massen begeistert und anführt.

Der Unsportliche ohne jegliches Ballgefühl schießt schließlich das entscheidende Golden Goal der WM und die Frau, die sich selbst für unattraktiv hält, wird plötzlich vom Mann der Träume wahrgenommen und geliebt.

Es sind diese Tagträume, in denen alles möglich ist. Wir Grenzen überschreiten, die es dort scheinbar gar nicht gibt.

Uns vielleicht selbst wundern, wie leicht wir die eine oder andere Hürde darin nehmen, die uns im wahren Leben nicht nur bremst, sondern uns noch dazu meterhoch die Sicht auf das eigentliche Ziel versperrt.

Wir kennen sie also alle, die vielen verschiedenen Persönlichkeiten in uns.

Manch einer mag sagen, wir haben aus ihnen eine für den Alltag gewählt. Die, von der wir meinen, mit ihr die an uns gestellten Ansprüche und Erwartungen am besten erfüllen zu können, auch wenn wir manchmal hadern und gerne eine andere wären, um die eine oder andere Lebenssituation vermeintlich besser meistern zu können.

So sollten wir uns erinnern, dass sie alle in uns stecken:

Die Mutigen, Erfolgreichen, Ängstlichen oder Besonnenen.

Mutig sollten wir ihnen Platz freimachen und ihnen den notwendigen Raum geben, um sich in uns und somit wir uns mit ihnen, stetig und kontinuierlich weiter zu entwickeln.