Artisten

Artisten

Es geht darum, mit der Sprache zu jonglieren.

Ihrer Herr zu werden und gleichzeitig mit ihr zusammenzuarbeiten.

Mit den Worten Bilder zu malen, die in unserem Geist längst existieren, und die wir versuchen auf dem Blatt mit Silben, Worten und Sätzen nachzustellen.

Je nachdem, wie gut uns dies gelingt, so zufrieden sind wir am Ende mit einem Gedicht, einer Geschichte oder einem Roman.

In dem Moment wird uns vielleicht wieder bewusst, wie vielfältig die Sprache ist. Im Alltag verroht, kommen wir, übertrieben gesprochen, mit einer Hand voll Worten aus, die wir mit unnötigen Füllwörtern strecken. Ungeachtet der Satzanfänge, die sich wiederholen oder gänzlich fehlen, legen wir los und berichten.

Aufgeschrieben wirkt das Ganze hingegen eher simpel, unattraktiv, vielleicht primitiv.

Also jonglieren wir als Autoren mit den Buchstaben, schweben mit den Worten auf dem Seil und schaukeln mit Sätzen kopfüber am Trapez.

Welch ein Balanceakt, der Übung braucht, damit wir bald ohne Sicherheitsnetz agieren.

Doch wenn es uns gelingt, ist uns der angehaltene Atem der Zuschauer sicher, die mit offenem Mund unsere Bewegungen beobachten und uns am Ende der gelungenen Vorstellung mit tosendem Beifall belohnen.

Advertisements