An dich, mein Kind

Meinem Sohn zur Konfirmation

„Mein Kind“, wie waghalsig klingt doch diese Begrüßung, heute an jenem Tag, an dem du in die Gemeinschaft der Erwachsenen aufgenommen wirst.
Ich habe lange über eine andere Grußformel nachgedacht, doch keine Alternative fiel mir ein und dennoch, oder gerade deshalb, bleibe ich bei diesen ersten Worten, die mir zur Rede am heutigen Tag eingefallen sind.
„Mein Kind“ – egal wie aufregend, umtriebig oder unstet dein Leben hin und wieder auch sein wird; eines ändert sich nie: Du bist mein Kind!
Das Kind deiner Mutter und deines Vaters, ein so großes Geschenk, für das wir unendlich dankbar sind. Du bist unser Sonnenschein und mit deinen Brüdern der Mittelpunkt unseres Lebens!
„Mein Kind“ – ist nun schon groß. Kein Kleinkind mehr, das unserer Hilfe bedarf im Alltäglichen, quasi um zu überleben, und dennoch noch immer: mein Kind, für das Papa und ich ohne Zögern unser Leben geben würden.
Es ist ein so großes Gefühl von Stolz, das deinen Vater und mich heute ergreift, wenn wir dich in unserer Mitte sehen. Verschwunden sind die Pausbacken, der Babyspeck ohnehin; sie haben sich geformt zu einem jungen Mann, der am Anfang einer aufregenden Reise steht. Gebildet zu einem wohlgeratenen – und als stolze Mutter darf ich das sagen: bildhübschen Kerl -, dessen Empathie bereits im Kindergarten gelobt wurde.
„Mein Kind“- auch wenn sich die Zeiten ändern und du größer, stärker und selbstständiger wirst, werden wir, als deine Eltern, dich mit unserer Liebe auffangen, wenn du einmal ins Straucheln gerätst. Wir werden dich beschützen, wenn ein Sturm aufzieht, und du uns lässt. Wir werden immer an deiner Seite sein, wenn du vielleicht einmal glaubst, alle Welt hätte dich verlassen.
„Mein Kind“ – ebenso grenzenlos wie Gottes Liebe ist unsere Liebe als Eltern zu dir. Sei dir gewiss, du bist nicht und wirst es nie sein: allein.
Vor 14 Jahren haben wir deinen Taufspruch verbunden mit den besten Wünschen für dein Leben für dich ausgesucht:
Psalm 17.8
„Behüte mich wie einen Augapfel, den Stern des Auges, birg mich im Schatten deiner Flügel.“
Für den heutigen Tage deiner Konfirmationen hast du selbst gewählt:
„Ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre…“
Und weiter geht er: „Ich will meinen Geist auf deine Kinder geben und meinen Segen auf deine Nachkommen.“ (Jesaja 44.3)
Es sind Worte, die der Prophet sprach, während sein Volk Israel in der Fremde leben musste, um ihnen größtmögliche Hoffnung zu spenden.
Es ist ein Segen, nicht nur für dich als Konfirmand, sondern auch für die Generationen, die vielleicht noch kommen werden.

„Mein Kind“ – möge dich deine Affinität zu Wasser – außer sie ist am Boden mit Algen gespickt – nie verlassen, ebenso wie im übertragenden Sinne mit Wasser der Geist Gottes gemeint ist. Denn was dem Durstigen das Wasser, ist der heilige Geist dem darbenden Menschenherz.
Dann ist er Labsal, Kraft und Freude – eine der wichtigsten Lebensbedingungen.
„Mein Kind“ – mögen dich weder der Durst, die Neugierde, noch das Wasser je verlassen und gieße deine Lebensströme aus in reichlicher Fülle!
Herzlichen Glückwunsch!

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