Der Akrobat

Es geht darum, mit der Sprache zu jonglieren, ihrer Herr zu werden, und gleichzeitig mit ihr zusammenarbeiten. 

Mit Worten Bilder zu malen, die im Geist längst existieren, und die wir versuchen, auf dem Papier mit Silben und Wörtern nachzustellen. Je nachdem wie gut uns das gelingt, so zufrieden oder unzufrieden sind wir als Autoren am Ende mit der Geschichte, einem Gedicht oder einem Buch.

Wie vielfältig unsere Sprache ist, wird uns vielleicht in dem Moment des Schreibens erst wieder richtig bewusst. Im Alltag kommen wir mit, übertrieben gesprochen, einer handvoll Wörtern aus, die wir zusätzlich mit unnötigen Füllwörtern strecken. Ungeachtet der Satzanfänge, die sich beliebig wiederholen, legen wir los und beginnen zu berichten.

Aufgeschrieben dagegen, wirkt das alles eher simpel, unattraktiv, vielleicht gar primitiv.

Also jonglieren wir als Schreibende mit den Buchstaben, Silben und Wörtern auf dem imaginären Seil und schaukeln mit den Sätzen kopfüber am Trapez. Welch ein Balanceakt, der Übung braucht, um bald ohne Sicherheitsnetz zu agieren.

Doch wenn es uns gelingt, ist uns der angehaltene Atem der Zuschauer, in diesem Fall der Leser, sicher, die mit offenem Mund unsere Bewegungen beobachten und uns am Ende der gelungenen Vorstellung tosenden Beifall schenken. 

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