DIE ERSTE LESUNG, das erste Mal, am ersten Advent

DIE ERSTE LESUNG, das erste Mal, am ersten Advent
Im Lille Café in Reichartshausen

 

Auf dem Weg zu den letzten Besprechungen am Sonntagmorgen, traf ich jemanden, den ich schon lange nicht mehr gesehen hatte.
„Was – du schreibst?!“
Seine irritierte Antwort, eher eine Nachfrage, auf meine Antwort nach seiner Frage, was ich beruflich neben den Kindern jetzt so machen würde.
Es folgte ein Backenblasen seinerseits und ein: „Das ist aber mutig!“, als hätte ich gesagt, ich arbeite bei jedem noch so stürmischen Wetter auf einer Offshore-Bohrplattform weit draußen, ungeschützt den Gezeiten ausgesetzt, in der Nordsee.

Später zuhause, als mich die Nervosität vor der ersten Lesung überfallartig erfasste, dachte ich an diese Begegnung zurück.
`Nein, zum Schreiben bedarf es nicht viel Mut.´
Den Mut brauchte ich aber jetzt, als ich auf einmal realisierte, dass meine Bücher tatsächlich seit fast zwei Wochen veröffentlicht und damit jedem frei lesbar zugänglich waren.
Ich brauchte plötzlich eine ganz große Prise Mut für die bevorstehende Lesung, in der ich das erste Mal die direkten Reaktionen der Zuhörer/ Leser erleben würde.
Ihre Reaktion auf meine Geschichten.

Die beiden Café-Neugründerinnen Claudia und Carolin hatten mich zu dieser Lesung für Sonntag, den ersten Advent, in ihr Lille Café eingeladen.
Offensichtlich kannten sie bereits meinen Blog http://www.bookwannabe.com, so dass sie mich im Oktober fragten, ob ich mir vorstellen könnte, eine Lesung in der Adventszeit bei ihnen zu machen.
Nachdem ich mir als Schreiberling zum Glück „viel vorstellen kann“, aber noch nicht eine weihnachtliche Geschichte geschrieben hatte, begann meine Arbeit um das Kleinod „zauberhaft und weihnachtsweise“ zu schreiben, lektorieren zu lassen, zu setzen, Ebook-tauglich zu machen und schließlich drucken, sowie bei Amazon zum Verkauf anbieten zu lassen.
Nach diesen aufregenden Wochen der Geschäftigkeit, die Gott sei Dank im Zeitplan liegend gut vorankam, rann die Zeit plötzlich unaufhaltsam und dann war er schon gekommen: der erste Advent, der Tag der Lesung.
Am Vorabend schmiss ich plötzlich die eigentlich gut geplante Reihenfolge der vorzulesenden Kurzgeschichten noch einmal um und versuchte mich am Sonntag bis 15 Uhr mit allerlei Kocharbeiten abzulenken. (P.s. Spätzle habe ich kiloweise auf Vorrat geschabt.)
😉
Ich versuchte mich zu beruhigen, mit den Worten meiner Mutter: „Was soll schon passieren – du hast das Buch vor der Nase“ und mit meinen eigenen Gedanken: “Du hast doch die Geschichten selbst geschrieben, jetzt reiß dich zusammen!“

Pünktlich um 16 Uhr füllte sich der liebevoll dekorierte gemütliche Innenraum des Lille Cafés mit den Gästen, dem Glühweingeruch und dem Duft von frisch gebackenen Waffeln neben Kaffee und Kuchen.
Bis auf den letzten Platz ausgebucht, begann ich schließlich mit der Lesung in der frühen Abenddämmerung. Die wunderbaren roten und weißen Leuchtsterne brachten neben den Geschichten, die mal besinnlich, gemütlich, mal nachdenklich stimmend und ein anderes Mal heiter waren, einen kleinen „Vorweihnachtszauber“ mit sich.
Es waren wunderbare zwei Stunden in einer ganz persönlichen, gemütlichen und gelösten Atmosphäre.
Fast alle Gäste nahmen in der Pause und nach der Lesung die Gelegenheit wahr, Bücher für sich und als Geschenk zu kaufen. Ein wunderbares Gefühl, auch wenn ich gestehen muss, dass das Signieren noch etwas ungewohnt für mich war.

Ich danke all meinen Zuhörern, die mir mit ihren wunderbaren Rückmeldungen, den Glückwünschen und herrlichen Worten das Gefühl gegeben haben, dass sich dieser Mut gelohnt hat. Es war ein ganz wunderbarer Abend auch für mich.
Mein herzlicher Dank geht an meine unermüdliche Lektorin, liebe Mama, ohne dich wäre es nie alles so schnell druckreif. Danke.
An all die lieben Menschen, die versucht haben, meine aufgescheuchten Nerven im Vorfeld zu beruhigen.

Und ganz besonders an Claudia und Carolin vom Lille Café, die diesen Abend erst möglich gemacht haben.
Ohne eure Anfrage hätte es kein „zauberhaft und weihnachtsweise“ Buch geben, und auch keinen so zauberhaften Abend in eurem schönen Café, den Andreas – und dafür DAAANKE- mit so wundervollen Bildern festgehalten hat.

Vielen lieben Dank euch und Ihnen allen,
Nadin

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2 Gedanken zu “DIE ERSTE LESUNG, das erste Mal, am ersten Advent

  1. Du hast in deiner ersten Lesung deine Zuhörer wunderbar mitgenommen auf deine zauberhafte stimmungsvolle Reise durch die Schnee überpuderten Weihnachtszeitgeschichten, mal heiter, besinnlich und berührt. Vielen Dank für die Einstimmung in die Adventszeit und die geweckte Vorfreude auf die nahenden Weihnachtstage. Es war schön, dich life zu erleben im Lille Café.

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