Danke, Herr Gutenberg

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Das fertige Buch in den Händen zu halten ist der Lohn für diese,  unsere Mühe.
Für die sich überschlagenden Gedanken im Kopf,  die endlosen Arbeitsstunden, den Kämpfen mit unserem inneren Schweinehund und den nagenden Selbstzweifeln in den schlaflosen Nächten des Autoren-Daseins.

Fast möchten wir Herrn Gutenberg nach all diesen Jahren für seine Erfindung des Buchdrucks  nachträglich noch einmal danken und ihn umarmen.
Und zwar immer dann, wenn das Paket mit den ersten gedruckten Exemplaren von einem Postboten gebracht wird, der gar nicht versteht, warum wir ihn so freudestrahlend begrüßen und ihm zum Abschied „den besten Tag seines Lebens“ wünschen.

Vergleichbar mit der Aufregung zur Bescherung als Kind an Weihnachten packen wir aufgeregt und vorsichtig zugleich das Paket sofort aus.
Wir bewundern den mehrfachen Einschlag in schützendes Seidenpapier und die zusätzlich Schutz gebende Luftpolsterfolie.
Ganz offensichtlich ahnte die Druckerei beim Verpacken wie wertvoll dieses Baby für uns Empfänger doch ist.

Dann halten wir es in den Händen.
Stolz, unser erstes eigenes gedrucktes Buch.

Die erste Seite ziert unser Cover.
Vielleicht schweißtreibend selbst entworfen oder extra und ausschließlich für uns von einem Profi in Feinarbeit erstellt.
Unser Buchcover, ein Gesicht das uns anlächelt und beinahe gratulierend auf unsere Schultern klopft in diesem so persönlichen Moment.

Die Seiten fassen sich wunderbar glatt an, während wir oberflächlich den Druck prüfen, gleich nachdem die nach oben gestiegenen Freudentränen den Blick auf unser Endprodukt ungetrübt freigeben.

Die Worte, so gebündelt, gleichmäßig gedruckt, lassen nicht mehr erahnen wie unsortiert, sprunghaft oder manchmal verzweifelt hadernd, sie auf dem handschriftlichen Manuskript gestanden hatten.

Sie sind fertig.
Die Worte, die Gedanken, die Sätze.
Zu Ende gebracht und auf das weiße reine Papier gebannt.
Sie leuchten uns entgegen, gebündelt  und gebunden, ehe wir sie hinaustragen mit der Veröffentlichung in die große weite Welt.
Unser persönlichstes Geschenk damit zur Diskussion stellen und freigeben.
Es prüfen lassen von der Schar der Leser, um zu sehen, wie es auf sie wirkt und ob wir sie mit unseren Worten tatsächlich erreichen.

Wenn dann, nach der Veröffentlichung des Buches die erste Rezension kommt, beginnt das Spiel von neuem.
Ein aufgeregter Klick auf die vergebenen Sterne. Mit einer Mischung aus Neugier lesen zu wollen und einer ungewissen Anspannung vor dem, was kommen möge, öffnen wir die meinungsoffenbahrende Beurteilung.
Wir lesen gebannt, was die ersten Leser über unser Werk denken und realisieren in diesem Moment beinahe überrascht, dass wir es tatsächlich wahr gemacht haben und unsere Worte und Gedanken, für jedermann lesbar und zugänglich ein kleiner Teil dieses großen Literaturkosmos geworden sind.

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