Die Fremde in uns

image

Die Fremde in uns…
Doch wie fremd kann sie uns tatsächlich sein?
Diese Welt in die wir abtauchen, wenn wir darüber schreiben.
Wenn wir uns in ihr bewegen, sie förmlich in uns spüren und unseren Hauptpersonen begegnen, als würden wir sie schon ein Leben lang kennen?
Wenn wir sie begleiten, sie durch die Geschichten tragen und uns über ihre Erfolge freuen und mit ihnen leiden?
Wenn wir ihnen helfen an Scheidewegen  eine Entscheidung zu treffen,  sie beglückwünschen beim Erfolg und bei einem Scheitern auffangen?

Wie fremd kann uns diese selbst geschaffene Welt dann tatsächlich sein, wenn wir mit Worten so darüber berichten, dass die Leser uns so gerne folgen. Dass sie uns begleiten, mit abtauchen und sich vielleicht sogar darin verlieren? Wenn sie nicht aufhören können zu lesen, um nicht wieder in ihre eigene Welt zurück zu müssen.

Kann man denn ehrlich und wirklich von Herzen über etwas berichten, das man noch nicht einmal im Ansatz oder so gar nicht kennt? Nie erlebt hat, oder  bei anderen so ergriffen beobachtet, dass es uns geprägt oder nachhaltig beeindruckt hat?

Ist es dann nicht vielmehr so, dass das was uns als fremde Welt erscheint, ein Teil der in uns vorhandenen großen Welt darstellt? Vielleicht gerade von der Sonne auf der anderen, der dunklen Seite der Kugel verborgen und dann ein anderes Mal wieder gut sichtbar im gleißend warmen Licht?

Ich wage die These, dass all diese Welten, die wir als Autor erschaffen schon lange in uns schlummern. Dass sich ihre Tore mit unserem Anklopfen langsam vor uns weit öffnen. Sie lassen uns ein: zu gucken und staunen, zu sehen und fühlen was bisher hinter den hohen Mauern verborgen lag.

Mal mag es uns erfreuen, ein anderes Mal erstaunen. Ein weiteres Mal vielleicht richtiggehend entsetzen.

Die vielen Welten in uns, in die wir nach und nach treten und in die wir unsere Leser entführen, wenn wir uns nur trauen.

Advertisements

2 Gedanken zu “Die Fremde in uns

  1. Philosophisch gesehen wohl richtig. Doch wie vielen Menschen gelingt es nicht, an die verschiedenen Türen zu klpfen, nur die eine sperrangelweit auf steht und immer wieder dort hineingerannt wird. Gut sichtbar in den heutigen Tagen. Diese Hasswelle gegen die Flüchtlinge in Deutschland entsetzt. Was tun gegen dieses Gedankengut, dem da Tür und Tor weit geöffnet sind?

    Gefällt mir

    1. Da hast du sicher recht. Manche Türen bleiben lieber verschlossen. Bleibt nur an das Gute im Menschen zu glauben, daß auch sie die richtige Tür bald finden, die ihnen einmal zeigt wie schön das Leben ist. Wieviele Möglichkeiten es uns bietet, für unsere Träume und Pläne und dass nicht alles Fremdes eine Bedrohung sondern eine Bereicherung auch für uns sein kann.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s