Immer wieder sonntags…

image

Es ist kurz vor fünf an diesem Sonntagmorgen.
Die letzten Nachtschwärmer werden sich gerade seufzend,  wohlig einkuschelnd in ihren Betten verkriechen. Sich selbst, den mitfeiernden Freunden oder sonst einer höheren Macht dankend, dass der Abend ohne größere Ausfälle ein gutes Ende genommen hat. Dass die, eilig auf dem Weg zum letzten freien Taxi hechtende noch heruntergeschlungene Mahlzeit sich bei der kurvigen  Heimfahrt nicht wieder ihren Weg nach oben gebahnt hat. Das letzte Bier, der letzte Schluck Wein scheint schlecht  gewesen zu sein. So jedenfalls lässt sich, das mulmige Gefühl in der Magengegend deuten während sie nun versuchen das Karussell im Bett mit dem heraushängenden Bein zu bremsen.
Die anderen von uns freuen sich,  wenn sie zu dieser Zeit fast panisch in ihrem Bett aufschrecken. Hektisch nach dem Wecker schauen, um dann festzustellen, dass Sonntag ist. Ein glücklicher Seufzer, ein erneutes Abtauchen unter der angewärmten Decke. Die Augen schließen sich dem müden und entspannten Geist an und ruhen kurze Zeit später wieder hinter den geschlossenen Lidern. 

Mich hat es vor einer Stunde ruckartig  aus dem Bett getrieben. Pünktlich um 4.29 Uhr.  Fast scheint es, als kam pünktlich mit dem 35. Geburtstag vor ein paar Jahren diese senile Bettflucht als Gratisbeigabe. „Augen auf-raus-im Bett sterben die meisten Menschen!“
Mein Vater spricht schon seit Jahren von diesem Phänomen. Früher habe ich ihn belächelt. Heute Morgen wäre ich um diese Uhrzeit sicher er wäre schon wach wenn ich ihn anrufen würde.

Im Garten sind um diese Zeit noch keine Vögel zu hören. Als Hobby Ornithologe kann ich sagen, sie beginnen in der Regel pünktlich mit dem Glockenschlag um sechs Uhr. Das Dorf liegt mucksmäuschenstill rund um unseren Garten.
Der erste Kaffee schmeckt vor fünf sowieso am Allerbesten und während ich daran denke, euch heute mit meinem blog einen ganz wunderbaren Sonntag zu wünschen, kreisen meine Gedanken schon um die anstehenden und heute noch zu beendenden Projekte.
Die Kurzgeschichte für die Anthologie des Autorennetzwerkes steht und muss heute Abend nur noch einmal nachkorrigiert werden, ehe sie abgegeben werden kann.  Eine zweite Geschichte für eine Ausschreibung muss noch mit dem auf dem Speicher stehenden alten Drucker auf das jungfräuliche weiße Druckerpapier gebannt werden.
Ich habe mir mein angefangenes Buchprojekt wieder beherzt zur Brust genommen und die darin lebenden, befreundeten Senioren sind unendlich dankbar, seit gestern endlich von ihrem Stuhl im Innenhof aufstehen zu können.
Dann warten noch die „ehrlichen “ Arbeiten auf mich. Haus, Garten und Kinder. Das weitere Verputzen des langsam freundlicher werdenden Bades unten und die Saubermacharbeiten hinterher. Das Anbringen von Waschbecken, Heizkörper und Dusche. Der Wohnwagen will für die kommende Urlaubsfahrt am nächsten Wochenende noch gerichtet werden und „kleinere Vorarbeiten “ hinsichtlich Wäsche und Haus…sind dafür noch nötig.
Ach ja und der Kleinste will heute seine Ausfahrt mit dem gestern erstandenen Fahrrad machen und der Zwölfjährige von seinem Nachtangeltrip am Vereinssee abgeholt werden.
Positiv gestimmt, dass der mittlere nach einem langen Ausschlafen gut gelaunt ist, und alle drei Kinder nur halb so streitlustig wie gestern sind, bin ich zuversichtlich alles an diesem Sonntag zu schaffen. ..liegen doch noch genügend Stunden vor uns.

Ein kritischer Blick auf meinen schmerzenden Daumen, der mir das Halten des Kulis heute Morgen wirklich erschwert.

Angegriffen hat er mich gestern. Hubi, der neue gestachelte Freund unseres Zwölfjährigen. Mitten in der Menschenmasse des TOOMbaumarktes gestern vormittag als sich der dreikugelige Kaktus bei einem Balanceakt an der Kasse entschied, mit der vollen Länge und all seinen Stacheln  auf meine Hand zu fallen. Drei, so wie es sich jetzt anfühlt, sicher mit nervengift versetzte Stacheln mit verheerenden Widerhaken haben sich tief in meinen Daumenrücken  gebohrt.
Der Schmerz hält bis heute morgen an…

Jetzt aber genug gejammert : dankbar sollte ich sein. Dankbar dafür, dass sich der Sohn in letzter Sekunde dafür entschieden hatte, die ursprünglich ausgewählte fleischfressende Pflanze gegen diesen „Hubi“ zu tauschen. Nicht auszudenken,  wie mein Daumen sonst heute aussehen würde, wenn es ihn denn überhaupt noch gäbe   😉

In diesem Sinne wünsche ich euch einen ganz wunderbaren Sonntag und fühlt euch gegrüßt, Eure Nadin

Advertisements

3 Gedanken zu “Immer wieder sonntags…

  1. Guten Morgen,

    zum zweiten Kaffee sind die Augen weiter geöffnet, so dass ich lesen kann 🙂 das liegt am Alter, mit dem frühen Wachwerden und ich schieb das immer auf den Hund.
    Geh mich mal entschuldigen und wünsch auch nen schönen Sonntag – trotz diesem Programm .

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s