Humor…ist wenn man trotzdem lacht

…sagte einmal Bierbaum.

Eigentlich bin ich heute Morgen verzweifelt.  Nicht nur, wenn ein wenig auch, mangels einem geeigneten Thema für den heutigen Mittwochsblog.
Vielmehr aber wegen einer fulminanten Schreibblockade, die das Fortschreiten  meines zweiten Projekts radikal verzögert.
Bei dem dritten Kaffee und der vierten Zigarette sind schon mindestens 100 Ideen aus verschiedenen Veto-Gründen über den Jordan gegangen.
Während den unweigerlich einem Karussell gleichenden Gedanken in meinem Kopf, stöbere ich zur Ablenkung in den von mir gefolgten Blogs. Der Retter in der Not, wenn mal wieder so gar nichts geht: „Seppolog“. Ein Blog den ich nicht nur Schwerenötern auf der Suche nach einem Tageslichtblick empfehlen kann.
Gesegnet mit einem Humor wie ich ihn mag, kann ich seine Lebenssituationen so herrlich nachempfinden und als Beobachter herzhaft lachen. (www.seppolog.wordpress.com )

Unsere Freundin Google (meine App Stimme ist weiblich und heißt Bärbel) schaut bei Wikipedia und sagt zum Thema „HUMOR“ :
“ HUMOR ist die Begabung des Menschen, die Unzulänglichkeiten der Welt und der Menschen sowie den alltäglichen Missgeschicken mit heiterer Gelassenheit zu begegnen.“

Für mich tatsächlich eine unabdingbare, nicht wegzudenkende Eigenschaft, die ich in unserem zum Teil hektischen und  nicht immer voller Heiterkeit steckenden Leben nicht missen möchte.

Heute Morgen schon gar nicht.
Ich sitze quasi schon mit einem Bein baumelnd über dem Abgrund der Verzweiflung. Ausgelöst durch eine handfeste Schreibblockade. Was habe ich mir auch nur dabei gedacht, acht Menschen vier Tage lang in einen, wenn auch zugegeben, schönen Innenhof zu ferchen und sie bei ihren zwischenmenschlichen Entgleisungen zu beobachten?
Ich sehe schon die Gischt, gefühlte 20 Meter unter der steilen Felsklippe direkt unter mir. Ihre unzähligen Arme der Hoffnungslosigkeit jäh nach mir greifend.

Also versuche ich es einmal mit dem Humor und lache über das leere Blatt vor mir zu dieser grauen, noch trüben Morgenstunde. Ich schiebe es einfach beiseite. Vielleicht kommt der Gedankenblitz beim Zähneputzen.

Er kommt nicht. Dafür aber mein kritischer Blick, während ich nur wenige Zentimeter vor dem Spiegel kauere.
Trotzdem meine Brille seit Wochen unauffindbar ist und mein Sehvermögen damit dem eines Maulwurfes Konkurrenz macht, entdecke ich die zwei über Nacht im Stillen geborenen Krater im Gesicht.
Sollte man nicht meinen, mit 39 Jahren der Pubertät und damit den Hautunreinheiten (wobei dieses fünfsilbige Wort die Vulkane auf meiner Wange schamlos verharmlost) entkommen zu sein?

Ich lache auch sie weg , entscheide mich, einfach nicht mehr in den Spiegel zu schauen und mich den, noch ganz ansehnlichen Zähnen zu widmen.
Ich fluche mit dem tollwutverdächtigen Schaum vor und im Mund.
Welche Spezialisten haben denn nächtelang an dieser Innovation gebastelt um die Zahnbürste mit einem Zungenputzer zu kombinieren?
Kennt ihr diese feinen kleinen, Schmirgelpapier gleichenden Hartplastiknoppen und Nippelchen auf dem Zahnbürstchenkopfrücken?
Diese Noppen, die der Nachbar immer morgens, dem Erfinder glücklich dankend,  auf seiner belegten Zunge hin und her schiebt? Das dazugehörige Geräusch, das im Kopf sofort ein komisches Bild entstehen lässt. Klingt es doch in etwa so, als hätte ihm jemand diesen roten Gummistupfen, den man bei verstopftem Wc-Interieur  benutzt, in und auf den Mund gepresst? Und als wäre das nicht schon genug, mischt sich dazu schlussendlich ein apartes, gurgelndes Würgen.

Ich höre ihn und es jedesmal bei meiner dritten Tasse Kaffee. Offensichtlich hat der ansonsten Unbekannte auch einen strikten morgendlichen Zeitplan mit unveränderbaren Riten.
Ich putze meine Zunge nie. Ob die mir daher manchmal nachgesagte Scharfzüngigkeit kommt, weiss ich allerdings nicht.
So oder so sind diese kleinen Nöppchen eine absolute No-go-Erfindung für mich. Ich wäre sogar bereit die „Hartplastikzahnbürstchenkopfnoppen„als Unwort des Jahres zu nominieren.
Bereits in der Anfangsphase des morgendlichen Zahnputzprozesses verursachen sie, zumindest bei mir, ein unangenehmes Brennen. Vermischt mit den, in der Zahnpasta enthaltenen ätherischen Ölen entsteht daraus nach kurzer Zeit richtig gehend unter die Haut gehender Schmerz.
Das Resultat: glänzende Zähne,  aber eine unmöglich gereizte Mundhöhle, die sich anfühlt als hätte man sich in diesen vergangenen 2,18 Hygieneminuten mit der Maul und Klauenseuche angesteckt.

Die Bürste und mein Mund , diese Symbiose – keinen Morgen länger. Die neu erworbene Zahnbürste landet in dem blauen Kultureimer.
Kultureimer…noch so eine Frage, der man mal aufs Zahnfleisch fühlen könnte.
Wo kommt denn der Name her? Und warum findet sich ein KULTUReimer in der Regel gleich neben dem Abort?

Kultureimer einmal gegoogelt bringt uns raus aus dem Bad und rein in das Vereinsleben einiger Gemeinden. Da kommen wir also hier auf der Suche nach dem Wortursprung nicht weiter.

Der nächste Versuch: die Worttrennung.
EIMER … , ist ja schnell erklärt, da uns allen seit den ersten Sandkastentagen, als hin und wieder vorkommendes Streitobjekt,  bekannt.
KULTUR … , ist da schon schwieriger.
Daher die Frage an Bärbel, die eifrig bei Wikipedia schaut:

“ KULTUR bezeichnet im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt!“
(Damit haben wir Glück und nicht nur den Wortursprung, sondern auch gleich den Standort des „Kultureimers“ geklärt.)

In diesem Sinne , bleibt humorvoll und zuversichtlich,
Eure Nadin

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