Die Unvollendeten… oder das Problem mit den Schubladen

Es gibt sie zuhauf in meinem Regal.

Hefte und Kladden, in denen angefangene Geschichten, Gedichten und Essays dümpeln. Darauf wartend, irgendwann wieder herausgezogen und vollendet zu werden.

Um ehrlich zu sein, es geschieht ganz selten.

Liegt es daran, dass sich der Gedanke, die ursprüngliche Situation nicht mehr fangen läßt, in der man mit dem Schreiben begonnen hat? Oder war die Idee ganz einfach nicht ausgereift, das Thema beim genaueren Betrachten doch uninteressant und daher für nicht weiter erörterbar betrachtet?

Ich weiß es bei den meisten „Unvollendeten“ einfach nicht mehr.

Vielleicht sollte ich sie einmal bündeln, diese Geschichten, denen allesamt das Ende fehlt… oder fühlen sie sich dann vielleicht nicht wohl und bei dem offenen Ausgang regelrecht amputiert? Minderwertig, da nicht zu Ende gedacht?

Fühlen sie sich jetzt vielleicht wohler, rechts und links den Seiten von den „Fertigen“ flankiert? In der Hoffnung bleibend, dass sie eines Tages wieder gelesen, korrigiert und mit dem lächelnden Stift beendet werden?

Einmal in der Sammlung der „Unvollendeten“ verewigt, landen sie wahrscheinlich in einer Schublade und werden, ziemlich sicher, nie wieder göffnet. Aber hier zwischen den anderen, den „Fertigen“ versammelt, bleibt die Hoffnung, dass sie trotz oder gerade wegen ihrer Unvollkommenheit plötzlich herausstechen können.

Dass wir sie finden, nach einiger Zeit und nach dem Betrachten neu messen, um dann mit ihnen neu zu beginnen…

Ist es im Leben nicht oft genug so, dass wir zu schnell die Schubladen öffnen? Auch Situationen und die Menschen kategorisieren und sie einfach in einer der vielen verschieben? Einmal darin, nehmen wir nie wieder Maß, haben sie eingeordnet und im schlimmsten Fall die Lade sogar geschlossen.

Wie viel einfacher fiele es uns, ließen wir sie zwischen all den anderen und gäben ihnen damit fast unbewusst die Möglichkeit ab und an aufzublitzen?

Sie wahrzunehmen in neuen, sich wandelnden und verändernden Situationen?

Und wie viel größer wäre die Chance auch für uns, dann zu entdecken, was wirklich noch ungesehen in ihnen steckt?

 

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nadusonne

Ich bin Nachwuchsautorin und verheiratete Mutter von drei Kindern. Auf meinem Blog könnt ihr meine Schritte von der Idee zum Buch, während das Leben unentwegt dazwischenfunkt, begleiten. Ich schreibe auch Kurzgeschichten und Kolumnen. Pünktlich zum Jahresende habe ich es geschafft und neben den Kurzgeschichten zur Weihnachtszeit: "zauberhaft und weihnachtsweise" auch meine beiden anderen Kleinode "vom Schreiben schreiben" und "das Leben leben" bei Amazon zu platzieren. Die entsprechenden links findet ihr in der Seite "Veröffentlichung". Ich freue mich, wenn es euch gefällt und wpnsche euch weiterhin njr das Allerbeste! Für das kommende Jahr habe ich mir vorgenommen das Manuskript eines Romans fertig zu bearbeiten und einen begonnenen Roman zu schreiben.... Ich bin Mitglied im Autorennetzwerk auf Facebook und freue mich sehr an der Anthologie für einen guten Zweck mit einer Kurzgeschichte beteiligt zu sein.

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