Urlaub

Die Stunden der Reise sind fast geschafft,

mit dem Wohnwagen getuckert, in Zeitlupe gerafft.

Die Kinder, die Fragen: „Wann sind wir da?!“

das Ziel noch fern, der Weg so nah.

 

Muß pipi, hab Hunger, der Akku ist leer,

das Motzen vom Rücksitz verstummt nimmer mehr.

Ein Blick, ein Aufruf: „Der Weg ist das Ziel!“,

ein Grunzen, ein Schnaufen, das interessiert die Kleinen nicht viel.

 

Wir reihen uns ein in die Caravane aus Schleichern,

versuchen das Spielangebot im Innern mit Liedern zu bereichern.

Es hilft nichts, sie quengeln, ein Pause muß her,

ein Burger, ´ne Cola, sie streiten nicht mehr.

 

Ein Hoffen, ein Beten, dass die Müdigkeit sie bald übermannt,

alles Negative und Laute damit aus diesem Auto verbannt.

Es dunkelt, es rollt, im Auto wird´s leiser,

„Bald ist´s geschafft.“, brummt der fahrende Mann schließlich heiser.

 

Das Ziel ist erreicht, die Schranke über Nacht geschlossen,

davor geparkt, bei Teelichtern ein Glas Wein genossen.

Wir planen den Morgen, lassen die Streitigkeiten beim Zeltaufbau aus,

unter dem Nachbarwohnwagen verschwindet eine kleine graue Maus.

 

Die Füße nach oben,  genießen wir endlich die Ruhe,

der Mann sucht ein Bier in der dunklen blauen Truhe.

Ferientage im Freien erwarten uns dort,

an diesem schönen, wenn auch Wlan freien Ort.

 

Mit neuen Eindrücken und Erlebnissen sind wir dann zurück,

genießen die Einfachheit bei trockenem Wetter, mit etwas Glück.

Bis dahin seid herzlich gegrüßt und genießt die Zeit,

lasset den Geist fließen, frei und weit.

Schreiben mit allen Sinnen

Vegan, gepierct und tätowiert, selbst mit der Hugo Boss Hose auf dem Campingplatz fällt man heutzutage weder auf- noch aus der Reihe.

Aber hast du einmal das Experiment gemacht und dich mit einem wunderbaren wasserzeichenbedruckten Büttenpapier und dem nostalgischen Füllfederhalter an einem warmen Tag wie heute in die gut besuchte Fußgängerzone gesetzt?

Ein Cafehaus bei strahlendem Sonnenschein, in einem Ort auf einem Marktplatz deiner Wahl.

Die Sonne scheint. Das in diesem Licht leicht cremefarbene Papier blendet dich von dem kleinen Holztisch auf dem es vor dir liegt. Du schiebst die Sonnenbrille ein bißchen höher auf den von den ersten Strahlen bereits leicht geröteten Nasenrücken und setzt den ersten Federstrich der Begrüßungsworte auf das reine Papier.

Sofort in diesem Moment tauchst du ab, vergißt alles um dich herum. Das Zwitschern der Vögel ist auf einmal lauter als vorher, die Sonne scheint unnachgiebig auf den leicht zur Seite geneigten Hals. Sie erwärmt ihn schnell, viel zu schnell und gleichmäßig.

Die dunkelblaue Tinte hinterläßt schwungvolle kleine und große Bögen auf dem fast unmerklich gekörnten Papier. Du beobachtest, wie sie langsam aus der silberfarbenen, wohl- und handgeformten Feder fließt. Fast hörst du das leise Kratzen, das Aufsetzen bei jedem neuen Wort lauter als all die anderen Geräusche um dich herum.

Dann eine kurze Minute des Nachdenkens über den nächsten Satz. Ein leises, tiefes Einatmen und  plötzlich abgelenkt, vernimmst du es: das Gespräch am Nachbartisch, das monotone Klingeln eines Handys weiter hinten, die klappernden Schritte der Vorbeieilenden auf dem Altstadtpflaster des Platzes, irgendwo eine Mutter die aufgebracht nach ihrem Kind ruft.

Du senkst wieder den Blick. Bereit, sofort wieder abzutauchen, in diese, deine eigene ruhige Welt in diesem großen Ganzen als du es auf einmal bemerkst:

Das Gespräch am Nachbartisch ist verstummt, der Angerufene weiter hinten schaut dir während seines Telefonats ungeniert auf die , Blatt und Füller haltenden Hände, die Mutter mit dem mittlerweile weinenden Kind an der Hand wirft dir einen gestressten Blick zu.

Fast hast du das Gefühlt, DU hättest SIE unterbrochen, ein verstörendes Geräusch gemacht, bis dein irritiert schauender Blick auf zwei ältere Damen fällt. Sie genießen unter ihren kleinen Hüten das Kännchen Kaffee unter einem grünen Sonnenschirm.

Sie lächeln dich an wohl wissend, sich erinnernd,  ehe sie sie sich wieder dem leuchtend roten Stück Erdbeertorte widmen, nicken sie dir  noch einmal aufmunternd zu.

Du lächelst zurück.

Sie wissen was du fühlst. Verstehen ganz offensichtlich wohin du abtauchst,  wenn du nun wieder den leicht in der Hand liegenden Füller gen Papier wendest. Das Blatt erneut richtig ausgerichtet, die Feder sanft darauf gesenkt,  beobachtest du den dunkelblauen Punkt der sich langsam auf dem weißen Papier vergrößert ehe der Bogen zum ersten Wort ihn einbindet, als wäre es nie anders gewesen .

Du drehst den Kopf ein wenig  zur Seite, die Haare kitzeln leicht im Nacken während die Worte leichtfüßig auf den dünnen Bogen Papier springen. Du spürst das leise Lächeln auf deinem Gesicht als die Vögel nun laut ihr neues Lied beginnen..

Schreiben mit allen Sinnen.